Braucht Deutschland Entwicklungshilfe in Sachen Tierschutz?

Im deutschen Tierschutz ist ein Wandel eingetreten. Braucht Deutschland nun selbst Entwicklungshilfe in Sachen Tierschutz? In den letzten 10 Jahren wurde Deutschland von allen Seiten der anliegenden Länder und sogar weit entfernter Länder um Hilfe gebeten. Groß ist das Tierelend dort. Unendliche Tierquälereien finden statt. Tiere werden gehäutet, bewusst überfahren, aufgehängt, mit Benzin übergossen und angesteckt, erschlagen und vieles mehr. Und alle umliegenden Länder haben Fristen zur Tötung, der Tiere, die in den Sammelstationen - Tierheime kann man dies nur selten nennen - eintreffen. Nach 10 - 14 Tagen sind sie zu töten.

Tierschutzfall aus Spanien - dieser Podenco bekam schlicht nichts mehr zu fressen. Er konnte gerettet werden.

Warum treffen sie dort ein? Meist nicht aus Tierliebe, um sie zu retten, sondern weil man sie von der Straße kriegen will. Und der Hauptgrund dafür ist ... Tourismus! Die Touristen - oftmals Haupteinnahmequelle, gerade der ärmeren Länder - sollen sich nicht am Anblick des Tierelends auf den Straßen, gestört fühlen. So werden gerade dort große Fangaktionen durchgeführt und viele Tiere müssen sterben, wo viele Touristen hinkommen. So schnellen Tötungsaktionen von unendlicher Grausamkeit in die Höhe, wenn ein Land ein Ereignis zu bieten hat, welches von vielen Touristen besucht wird (wie z. B. Olympiade, Winterspiele,  Fußballweltmeisterschaft...). Rasch müssen die Straßen dann von den "lästigen" Tieren "gereinigt" werden. Mit Knüppeln erschlagen, mit Giften gefüttert, vergast, ersäuft...! Mit möglichst wenig Geld will man die Tiere dann schnell loswerden, damit Touristen nicht schreien "Infektionsgefahren durch kranke Tiere... wir fühlen uns belästigt von bettelnden Straßenkötern... u.s.w."

Tierschutzfall aus Spanien - dieser Greyhündin wurde die Lippe zerschnitten. Auch sie konnte gerettet werden, doch schwere Traumata waren die Folge.

So werden die Tiere gefangen, in Sammellager gesteckt und dann auf - oft grausame Weise - hingerichtet. Nicht eingeschläfert wie bei uns, sondern oftmals regelrecht hingerichtet! Überall dort, wo das Geld knapp wird, weil es für anderes benötigt wird (z. B. Bauarbeiten, Ernährung der Menschen...) werden überschüssige Tiere möglichst billig abgeschlachtet, in manchen Ländern sogar gegessen.

Kein Wunder, dass mehr und mehr Tierfreunde, die auf Urlaub waren oder auswanderten, Anstoß an diesen Verhaltensweisen nahmen. Die Folge war und ist, dass Hilferufe in das fortschrittlichere Deutschland geschickt wurden und werden. Tiere aus allen umliegenden Ländern benötigten Hilfe. Tierschutzvereine im In- und Ausland schossen aus dem Boden, wurden über Nacht gegründet und man versuchte dem Elend Herr zu werden. Doch Deutschland ist ein - zwischen vielen Tötungsländern - liegendes Land. Von allen Seiten kamen die Hilferufe. Von allen Seiten wurde Tiere importiert, um sie im - ach so "tierfreundlichen" Deutschland - zu vermitteln. Die Vermittlungen bekamen immer schlechtere Qualität. Schnell, schnell raus ins neue Zuhause. Dabei bleiben immer mehr Vorkontrollen und Beratungen der interessierten Familien im Vorfeld aus, werden die Tiere immer schlechter geimpft, werden Papiere unzureichend erstellt, werden Tiere geschmuggelt, ohne die EU-Importvorschriften einzuhalten.

Tierschutzfall aus Spanien: Geschlagen? Gebissen? Fast verhungert. Jetzt ist er in Sicherheit - kann sich erholen.

Welche Länder sind das? In erster Linie bitten die Tierschützer südlicher Länder um Hilfe, wie Spanien, Türkei, Jugoslawien, Griechenland, Ungarn, Tschechoslowakei, Italien, doch auch Polen, Russland, Frankreich - überall gibt es Tötungsanordnungen für Tiere, die nicht innerhalb weniger Tage vermittelt werden können. Inzwischen bitten sogar auch Thailand, China, Japan, Ägypten, Zypern, Grönland um Hilfe und täglich kommen neue Hilferufe aus aller Welt hinzu. Viele dieser Länder sind nicht in der EU - für diese Tiere sind noch strengere Einfuhrbestimmungen zu beachten, die mangels Zeit oftmals nicht eingehalten werden. Der ungewollte "Import" von Staupe, Parvovirose und sogar in einem Fall Tollwut blieben also nicht aus - Krankheiten, die hier aufgrund regelmäßiger Impfungen fast in Vergessenheit geraten waren.

Zwar wurden die Tiere nach diesen Hilferufen nicht mehr alle erschlagen, aber per Internet angeboten. Traurige Fotos von geschundenen Katzen und Hunden überzeugten Menschen, die eigentlich gar keine Tiere halten können, davon, dass sie unbedingt ein solches Tier aufnehmen müssten. Nach den Augen des Tieres im Internet ausgesucht, der Fellfarbe und Felllänge wurde der Traumhund ausgesucht, ohne auf Rasseeigenschaften und genetische Vorprägungen, der oft den Interessenten unbekannten Rassen, zu achten oder die Verhaltensfolgen jahrelanger Tierquälereien zu beachten.

Dies musste nach hinten losgehen, es ging nach hinten los und es geht leider immer noch nach hinten los. Mehr und mehr - vorher im Ausland geschundene - Tiere kamen in Familien, die viel zu wenig über die Tiere und ihre Lebensweise und Charaktereigenschaften wussten. Der Umgang mit den Tieren überforderte und überfordert viele Menschen. Ein niedlicher kleiner Plüschteddyhund wird ausgesucht nach einem Foto und anschließend wundert man sich, dass er mal 60 Kilo Körpergewicht bekommt und die Familie knurrend vom Sofa oder Auto abhält. Ein hübscher, langfelliger Hütehund wird ausgesucht und anschließend wundert man sich, dass die eigenen Kinder nicht spielen dürfen, weil der Hütehund sie - in die Hacken beißend - zusammentreibt, nur weil er seinen Erbanlagen folgt. Elegante, schnelle Windhunde wurden adoptiert und anschließend wundern sich die Halter, dass der Hund nur noch an der Leine marschieren kann, weil er draußen seine geliebte Familie vergisst und in rasendem Tempo hinter Rehen herhetzt. Hundeschulen, die bisher nur mit deutschen Hunderassen zu tun hatten, waren plötzlich überlaufen von Tieren mit denen ihre Halter nicht mehr klarkamen. Tierärzte waren plötzlich überfordert mit ausländischen Krankheiten von denen sie oftmals NULL!!!! Ahnung hatten, weil sie von diesen Krankheiten im Studium und in der Praxis über Jahre nichts hörten.

Seriöse Tierschutzvereine sind daher rasch umgestiegen auf Hilfe VOR ORT im Ausland und berieten mehr und mehr zu Krankheiten und Haltungsanforderungen der Tiere. Sie förderten eine bessere Unterbringung der Tiere IM AUSLAND, unterstützten mit Geld und Baumaßnahmen, Patenschaften und Sachspenden und halfen so den Tieren im Ausland, ohne eine Problemverlagerung nach Deutschland zu betreiben. Sie brachten ihre Erfahrungen im Ausland ein und halfen den ausländischen Tierschützern ihre Probleme selbst in den Griff zu kriegen und Tierschutzarbeit im eigenen Land voranzutreiben durch Werbung, Aufklärungsarbeit und vieles mehr.

Doch unseriöse und dumme Tierschützer machten und machen weiter mit unkontrollierten Importen. Sie setzen noch heute Direktvermittlungen von Tieren - gleich aus dem Flieger oder aus dem LKW - fort. Und da ja in kürzester Zeit die nächsten Tiere nachgeholt werden, nehmen sie natürlich auch nicht die Tiere zurück, die durch den Transport völlig durch den Wind sind und den unerfahrenen neuen Besitzer mit ihren Schockreaktionen wie in die Wohnung pinkeln, knurren, beißen, Mobiliar zerstören und vieles mehr zu schaffen machen. Doch dies wollen die wenigsten Menschen hinnehmen und bringen entsetzt diese "bösen Tiere", die sich nur normal verhalten bei dem, was sie mitgemacht haben und noch mitmachen, zu seriösen Tierschützern, die nun keinen Platz mehr für ihre eigenen Notaufnahmen haben.

Gute Vermittlungsplätze sind längst übervoll. Immer schwerer wird es versierte Tierhalter zu finden, die den Tieren wirklich ein gutes Zuhause bieten können, auf diese eingehen und ihnen das Einleben im neuen Land, unter neuen Bedingungen, erleichtern wollen. Doch immer noch schwappen Wellen von Importtieren über Deutschland. Längst ist auch die finanzielle Lage in Deutschland schlecht geworden. Inflationsrate und Arbeitslosigkeit beuteln das Land. Das Geld ist mehr als knapp und wo das Geld knapp wird, leiden Tiere meist zuerst. Viele Menschen in Deutschland müssen Tiere abgeben, deren Unterhalt und Tierarztkosten sie nicht mehr finanzieren können. Doch es ist kein Platz da, diese Tiere aufzunehmen. Zu viele sind es, die da auf einmal abgegeben werden sollen. Es ist auch kein Geld da all diese Tiere in Not vernünftig zu betreuen, denn wo das Geld knapp ist, da gibt es leider auch viel zu wenig Spender und Sponsoren, die diese - meist ehrenamtliche Arbeit - finanzieren.

Viele, nette, kleine, possierliche Katzenbabys wurden vermittelt, aber wer kümmert sich darum, dass diese auch kastriert werden, bevor die Halter sie draußen laufen lassen und sie sich unendlich fortpflanzen? Wer sorgt dafür, dass sie geimpft werden, um keine Krankheiten zu verbreiten? Viele nette Hundewelpen wurden vermittelt, aber wer zahlt die Tierarztkosten, wenn sie alt oder krank werden? Wer bringt die Tiere unter, wenn sie aus Überforderung abgegeben oder ausgesetzt werden?

40 - 280 Katzen haben deutsche Tierheime, jeweils nach Größe der Anlagen, untergebracht - überfüllt sind alle mit Katzen! Ein Desaster, was nur noch mit politischen Lösungen in den Griff zu kriegen ist und purer Stress für die tierischen Einzeljäger, die kaum Chancen auf Vermittlungen haben und schneller rein kommen als sie je vernünftig vermittelt werden könnten, zumal fast alle Interessenten nur Katzenbabys haben möchten - die älteren und vor allem scheuen Tiere bleiben hocken mit null Chance. Voll mit schlecht vermittelbaren Hunden sind die Tierheime.

Tierschutzfall aus Deutschland: Als es freigekauft wurde und zu uns kam, war es mehr tot als lebendig und voller Kokzidien. So sollten Kinder es auf einem Kinderbauernhof kaufen. Das Fell war verklebt von Durchfall und verfilzt, es war dehydriert und ausgemergelt - wäre gestorben ohne menschliche Hilfe. Wochen brauchte es sich zu erholen - war es krank derart von anderen Kaninchen gemobbt worden.

Kleintiere, die sich in deutschen Kinderzimmern unkontrolliert vermehrt haben oder trächtig aus deutschen Zoohandlungen gekauft wurden, stapeln sich in den Tierheimen und Tierschutzvereinen, kommen hinzu und warten auf Abnehmer. Darunter viele exotische Modetiere, die kaum ein Otto-Normal-Tierhalter artgerecht halten kann: Schlangen, Reptilien, Wüsten- und Halbwüstenbewohner, exotische Vögel - alles Tiere mit hohen Ansprüchen, denen man in deutschen Kinderzimmern sowieso nicht gerecht werden kann. Und genau diese Tiere werden dann noch von selbsternannten Laien-"züchtern" weiter vermehrt, die sich im Internet (bei nicht vorhandener Sachkenntnis) aufblähen und diese Tiere bundesweit verschachern. Dabei werden die Käufer meist nur aufgeklärt, wie possierlich die Tierchen doch sind, aber nicht wann, wie und wie oft sie sich fortpflanzen und dass man diese Vermehrungsfolgen kaum vermittelt oder verkauft bekommt oder wie schwer es ist diese Tiere halbwegs artgerecht zu halten.

Tierschutzfall aus Deutschland: Mal wieder hatte ein Zoohandel trächtige Tiere verkauft. Das war das Ergebnis, mit dem die Halterin überfordert war.

Tierschutzfall aus Deutschland: Aus einem Animalhoarding wurden 350 Wüstenrennmäuse von einer Halterin übernommen von mehreren Tierheimen - auch wir halfen und übernahmen einige der verstörten Tiere.

Sträflich: Dumpingpreise in Baumärkten - so kann sich JEDER, der keine Tierarztkosten bezahlen kann, ein Tier leisten, was dann vermutlich auch noch trächtig ist. So erhielten wir schon Rattenschwemmen, Hamsterschwemmen, Rennmausschwemmen, Farbmausschwemmen...

So stehen viele Tierheime und Tierschutzvereine inzwischen vor dem finanziellen AUS! 50 % der Tierheime im Verbund des Deutschen Tierschutzbundes stehen vor der Insolvenz, wissen nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Die Gebäude marode, Baugenehmigungen werden aus den hirnrissigsten Gründen verweigert, kein Geld für Futter, die hohen Personalkosten fressen die Vereine und Gemeinden auf, doch was nicht fließt, sind die Spenden für all das, was finanziert werden muss. Was mehr und mehr zusammengestrichen wird, sind die behördlichen Zuschüsse für tierheimähnliche Einrichtungen. Tierarztkosten werden immer höher, immer mehr Versicherungen fallen an, Vorschriften der Amtsveterinäre und der Tierschützer über Haltung und Pflege sind einzuhalten, doch für die notwendigen Anschaffungen ist kein Geld da. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in DEUTSCHLAND, in denen nicht mal eine artgerechtere Haltung in Gruppen für Rudeltiere wie Hunde möglich ist - wie das Tierschutzgesetz sie schon längst fordert. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in Deutschland - JA, auch in DEUTSCHLAND -, wo im Winter die Tiere frieren, weil nur unbeheizte Hunde-, Katzen- und Kleintierhäuser oder verrottete Notcontainer für die Tiere zur Verfügung stehen. So gibt es immer noch viele, viele Tierheime in DEUTSCHLAND, die Katzen und Hunde aus Kostenersparnis ungechipt, unkastriert und mit unzureichendem Impfschutz und fehlenden Gesundheitstests vermitteln.

Der Deutsche Tierschutzbund beobachtet diese Lage seit langem mit Besorgnis. So rief auch dieser Großverband eine Aktion ins Leben "Rettet die Tierheime" heißt es da und die erste Großdemo dazu hat in Berlin bereits stattgefunden. Die Tierheime kommen nicht mit dem Geld aus und erhalten doch ständig weitere Aufgaben. Gebäude sind marode, Bauplätze nicht zu finden. In einigen Städten droht der Deutsche Tierschutzbund bereits mit einer Verbandsklage, wenn nicht endlich die Behörden die Tierschutzvereine darin unterstützen ihre Gebäude zeitgemäß renovieren zu können oder neu zu bauen. Denn, wenn die Tierheime selbst nicht mal in der Lage sind, eine artgerechte Haltung der Tiere zu praktizieren, wie das Tierschutzgesetz sie fordert - wie zum Beispiel Gruppenhaltung des Rudeltieres Hund - dann wird das Tierschutzgesetz zur Farce.

Kaum will irgendwo ein Tierheim bauen, laufen alle Anwohner oder gar die Kollegen vom Naturschutz Amok. Will man am Rande einer Siedlung bauen, wohnt dort garantiert ein einflussreicher Politiker, der seine Nachbarn fachmännisch aufhetzt dort kein Tierheim haben zu wollen, weil man dann "Hundekacke im Vorgarten hätte"..., will ein Tierheim aufs Land ziehen, streiken die Landwirte, weil sie Angst vor gefledderten Hühnern haben..., hat ein Tierheim einen Bauplatz in der Nähe der Autobahn gefunden, muss der Platz freigehalten werden, weil ja vielleicht in 100 Jahren dort mal eine Autobahnraststätte gebaut werden könnte..., findet man ein brachliegendes, ungenutztes Grundstück, welches so weit weg von gut und böse liegt, dass eigentlich niemand meckern könnte, dann kommen die Umwelt- und Naturschutzverbände und entdecken dort den Grünspecht, die Wildkatze oder sonst ein schützenswertes Tier. Tatsache ist, niemand will ein Tierheim in der Nachbarschaft, aber alle wollen, dass es eines gibt, wo sie Tiere abladen können und dies bitte zentral gelegen und gut erreichbar. Kurz alle wollen es nutzen, aber niemand will es unterstützen. Traurig und widersinnig, aber abgeschobene Tiere haben nun mal keine Lobby, WENN wir ALLE ihnen keine geben!

Animalhoarding bekommt eine immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft und die daraus resultierenden Beschlagnahmen werden auf die arg gebeutelten Tierheime verteilt. So überfluten immer wieder große Wellen von Beschlagnahmetieren - logischer Weise in grauenvollem Zustand - die Tierheime. Gerade Beschlagnahmetiere DÜRFEN aber als "Beweismittel" nicht mal während der laufenden Prozesse vermittelt werden, da ja die Eigentumsverhältnisse erst nach Abschluss der Prozesse geklärt sind und diese Tiere nicht den Tierschutzvereinen gehören. So verpflichtet das Gesetz zwar die Tierheime dazu, diese Tiere artgerecht und tierschutzgerecht zu halten und aufzubewahren, doch wird dafür relativ wenig gezahlt. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine einheitliche höhere Bezahlung für die Unterbringung von Fund- und Beschlagnahmetieren durch die Gemeinden.

Mehr und mehr deutsche Tiere kommen durch all diese Probleme auch in unsere Vermittlung, mehr und mehr ausländische Tiere von Vereinen, die sich einen Dreck um ihre einst vermittelten Tiere kümmern, kommen hinzu. Mehr und mehr Tiere aus In- und Ausland kommen in die Vermittlung, für die die Halter den Unterhalt nicht mehr bezahlen können. Mehr und mehr Tierarztkosten haben wir für diese Tiere, die oft unzureichend geimpft oder unkastriert bei uns abgegeben werden. Und all dies, wo in diesen harten Zeiten auch ein Rückgang der Spenden zu verzeichnen ist, der verschmerzt werden muss.

Wird Deutschland nun zum Entwicklungsland in Sachen Tierschutz? Brauchen wir bald die Hilfe anderer Länder, um unser Tierelend in den Griff zu bekommen? Und welche Länder wären überhaupt in der Lage UNS zu helfen und würden es auch tun?

Wer meint, dass es in Deutschland aber wenigstens keine Misshandlungen von Tieren gibt, wie im "bösen" Ausland, der hat sich geschnitten. Wo im Ausland vielleicht eher offensichtlich - auch auf der Straße - roh misshandelt wird, da vegetieren eine Unmenge gehoardeter, gestapelter, missbrauchter und vernachlässigter Tiere hinter Wänden in Deutschland heimlich vor sich hin bis aufmerksame Bürger oder Tierschützer sie entdecken und das Elend aufdecken. Vermilbt, verdreckt, verzottelt, verfilzt, verzeckt und verfloht stapeln sie sich in Ecken von Häusern und Höfen der Menschen, die vorgeben diese Tiere "RETTEN" zu wollen. Da werden kleine Hunde wie Puppen behandelt, gar nicht mehr erzogen, werden an der Leine hinter sich hergeschleift, auf dem Arm von Kindern herumgeschleppt, die sie dann gelegentlich fallen lassen, werden Hunde nicht mehr mindestens dreimal täglich ausgeführt, sondern an Heizungen und Treppengeländern angebunden, weil sie "stören". Vegetieren immense Katzenansammlungen auf Schränken vor sich hin und können sich nicht artgerecht bewegen und nicht mal aus dem Weg gehen, pinkeln kleine Hunde nur noch in Katzenclos, werden große Hunde auf engen Balkonen, Schuppen und Kellern gehalten, damit sie keinen Schmutz in die Wohnung bringen.

Tierschutzfall aus Deutschland - den Tumor dieser Katze konnte man aus 1,5 m Entfernung riechen. Bestialisch stank der grün tropfende Eiter, der aus dem Mäulchen floss! Das Tier war seit langem nicht mehr in der Lage zu fressen oder zu trinken. Es musste erlöst werden. Den Haltern war das nicht "aufgefallen" - ein Tierarztbesuch unterblieb.

Da werden Hilfsmittel erfunden, die es den gestressten Menschen einfacher machen sollen mit dem Tier umzugehen, aber die Tiere leiden unter scharfen Erziehungsgeschirren, die in die Haut einschneiden und Wundheiten verursachen. Da bekommen Hunde Wirbelschäden von Kettenhalsbändern oder gar Prellungen und Verletzungen von Stachelhalsbändern und Leinenrucken, die immer noch erzieherisch empfohlen werden von schlechten Hundetrainern. Da werden Hunden durch falschen Umgang mit dem Halti Nackenwirbel ausgerenkt, da bekommen Hunde Pressluft, Zitronenduft oder Strom an/in Hals und Gesicht, statt sie vernünftig zu erziehen, sie rassegerecht auszulasten, sie liebevoll in die Familie zu integrieren, aber dabei Tier sein zu lassen. Da werden schon junge Hunde oder gar alte gebrechliche Hunde in Boxen eingesperrt, weil man es als Zumutung empfindet sich mit ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen oder zum Tierarzt zu gehen, weil sie vielleicht ein Blasen- oder Nierenleiden haben, weil das Geld für den Tierarzt lieber für einen Plasmafernseher, Zigaretten, Drogen, Autos, PC, DVD oder CDs ausgegeben wird.

 Eine andere Qual der Tiere ist das Todfüttern aus angeblicher Liebe. Ein hoher Prozentsatz von Tieren in Deutschland leidet durch mangelnde Bewegung und falsche Ernährung an Übergewicht, welches zu Diabetes, Herzproblemen, Arthrose, Gelenkbeschwerden, Leberproblemen und vielem mehr führen kann.

Tierschutzfall aus Deutschland: Diese Chinchillamama musste sterben, weil zu viele Tiere auf zu engem Raum gehalten wurden. Sie wurde tot gebissen und musste erlöst werden. Ihre Babys mussten als Handaufzuchten gerettet werden vor dem sicheren Hungertod.

Da werden junge Hunde eingesperrt, weil Vollzeit berufstätige Menschen denken, dass sich diese jungen Hunde alleine unterhalten können, keiner Erziehung bedürfen und erst recht keine Gesellschaft benötigen, obwohl im Hunderudel im ersten Jahr ein Junghund nie ohne Gesellschaft bleibt. Da werden bellende Hunde nicht erzogen, sondern gefesselt und geknebelt, eingesperrt, angekettet oder in Zwinger gepackt. Da werden Kleintiere in winzige Käfige gesteckt und erhalten falsches Futter und das Ganze mit dem Segen von Industrie und Handel, die winzige Käfige und falsches Futter halt billiger herstellen und mit größeren Gewinnen verkaufen können. Und was soll es ...- mehr hat halt nicht in das winzige Kinderzimmer gepasst, was der Architekt konzipiert hat. Da werden vernachlässigte Kinder mit der Anschaffung von Tieren von ihrem eigenen Elend abgelenkt, die sie - aufgrund ihres Alters - gar nicht verantwortungsvoll alleine versorgen können und wenn der Tierschutz darauf aufmerksam macht, dann erntet er böse Blicke der Eltern, die doch "nur ihre Kinder" davon ablenken wollten, dass niemand für sie da ist, wenn sie aus der Schule kommen.

Tierschutzfall aus Deutschland: Hauskaninchen ausgesetzt - es hatte sich dann verpaart mit einem Wildkaninchen. Das Ergebnis - unvermittelbar scheue Babys mit den Genen des wilden Papas.

Nein, in Deutschland gibt es nicht weniger Tierelend, es ist nur anders als im Ausland! Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass die Situation in Deutschland wieder besser wird!

Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.