
Katzen-ABC
A

A-Typ und B-Typ nennen Verhaltensbiologen die beiden Typen von Katzen, die sich im Verhalten und vielen anderen Punkten unterscheiden. A-Typen sind wagemutig und neigen zu aktiver Problemlösung, wie schneller Flucht oder Angriff. Sie sind sehr neugierig und kommen auch nach der Flucht relativ schnell zurück. Stress wirkt sich auf diese Katzen belastend für Herz und Kreislauf aus. Will man einen harmonischen Mehrkatzenhaushalt ist es einfacher zwei A-Typen oder einen A-Typ mit einem B-Typ zu vereinen. Sie werden ihren Platz in der Familie schneller klären. Es ist sinnvoll auf den Typ von Ernährung und Verhalten einzugehen, um die Katzen lange gesund zu halten. Der Wagemut des A-Typen macht es gelegentlich einfacher ihn an Hunde zu gewöhnen. Dieser Typ flüchtet schnell (was aber bei Jagdhunden auch den Hetztrieb fördern kann), scheut sich aber auch nicht mal zu fauchen oder dem Hund die Grenze aufzuzeigen.
B

B-Typen wirken oft scheuer, sie beobachten neue Situationen lange, bevor sie handeln. Sie verhalten sich abwartend und sind zurückhaltender. Der B-Typ sitzt in Tierheimen oft länger, weil er einige Zeit benötigt neue Situationen und Menschen einzuschätzen und nicht gleich auf jeden Interessenten zugeht. Dadurch wird er oft als ängstlich eingestuft, was er aber nicht sein muss. Ein B-Typ lässt sich im Mehrkatzenhaushalt gut mit einem A-Typen kombinieren. Das Verhältnis von zwei B-Typen hingegen bleibt oft lange oder - manchmal für immer - ungeklärt und ist eine stressige, nicht empfehlenswerte Kombination. B-Typen reagieren auf Stress mit einer erhöhten Cortisolproduktion. Sie neigen dann eher zu Immunschwächen, Tumoren, Erkältungen, Pilzerkrankungen, Hautproblemen, Milben oder einer Überlastung der Niere. Auch hier kann man gut vorbeugen mit entsprechender Ernährung, die auf diese Problematiken eingeht und sollte das Verhalten berücksichtigen in der Lebensweise, um Stress zu reduzieren.

C
Chinin und andere Bitterstoffe werden von Katzen abgelehnt. Sie haben empfindliche Geschmacksrezeptoren und erscheinen auch deshalb häufig "pingelig" mit dem Futter. Angegammeltes Futter kann bitter schmecken und so wird die Katze durch den Geschmack geschützt etwas zu fressen, was nicht für ihren kurzen Verdauungstrakt geeignet ist. Mit Bitterstoffen kann man also ggf. die Katzen davon abhalten, etwas anzukauen oder sie von Gegenständen fernhalten (z. B. bitterapple).
D
Dritte bis siebte Woche - Knuddelwochen ! Wissenschaftler haben festgestellt, dass diese Lebenswochen wichtig für die Sozialisierung der Kätzchen sind. Kätzchen, die in dieser Zeit mindestens 4 Mal täglich 15 Minuten geknuddelt werden, sind später menschenbezogener. Leben sie in dieser Zeit mit ihren Geschwistern zusammen, so sind sie später eher geeignet für das Leben in einer Katzengruppe. Gute Züchter und engagierte Tierschützer berücksichtigen diese Erkenntnis, wenn Katzenbabys in dieser Zeit in ihrer Obhut sind und beschäftigen sich dann viel mit den Kleinen und sorgen für altersgemäße Katzengesellschaft.
E

Einzelgänger sind eigentlich alle Katzen. Sie benötigen für die Jagd keine Partner, wie der Hund. Dennoch haben Freigänger auch in der Natur Sozialkontakte zu anderen Katzen und in Ballungsgebieten mit entsprechenden Futterquellen (Scheune mit vielen Mäusen, Felder, Futterstellen der Menschen) bilden sich oft Katzenrudel. Doch auch dort gehen die Katzen einzeln auf Jagd. Bei Futterstellen sieht man oft auch eine zeitlich gestaffelte Nutzung des Futterplatzes - die Katzen gehen sich so aus dem Weg. Im örtlich begrenzten Gebiet einer Stubenkatze gibt es diese Sozialkontakte nur mit dem Menschen. Gerade berufstätige Katzenhalter sollten daher die Anschaffung von einer Zweitkatze erwägen, damit sich die Samtpfote nicht langweilt. Sinnvoll ist es sich gleich nach harmonisierenden Wurfgeschwistern oder Paaren umzuschauen, die sich z. B. im Tierschutz schon selbst gefunden haben. Wer nach dem Tod einer Zweitkatze eine neue Katze hinzugesellen möchte, sollte darauf achten, dass das Alter passt und die Katze vom Verhaltenstyp (siehe A, B) passt, damit es zu einer harmonischen Gruppierung kommt. Hier ist es sinnvoll die Katze nicht nach der Farbe, sondern nach dem Typ auszusuchen.
F
Frischfleisch fressen Katzen am Liebsten und darauf ist auch ihr Körper eingestellt. Sie benötigen leicht verdauliche Kost und mögen kein Aas. Sie sind Fleischfresser und keine Allesfresser ! Eine Katze vegetarisch zu ernähren wäre keine artgerechte Haltung und würde zu Krankheiten führen. Reis, z. B., ist für Katzen ein schwer verdauliches Futter und Katzen sind nicht - wie Hunde - in der Lage aus Möhren (Betacarotin - Vorstufe von Vitamin A) die Vitamine zu verwerten. Sie beziehen Vitamin A aus Innereien wie Leber oder Niere. Hund und Katze sind absolut unterschiedlich zu ernähren. Deshalb ist es nicht sinnvoll den Hund das Katzenfutter fressen zu lassen und die Katze das Hundefutter. Bleibt Futter stehen, ist es sinnvoll das Katzenfutter auf höheren Etagen zu platzieren, wo der Hund nicht hinlangt. Alleine der unterschiedliche Proteingehalt von Katzen- und Hundefutter kann zu gesundheitlichen Schäden führen.
G
Gerne fressen manche Katzen rohen Fisch, doch ACHTUNG ! Das Enzym Thiamin im rohen Fisch zerstört die Gruppe der B-Vitamine. Ein Vitamin B Mangel kann die Folge sein. Frisst Ihre Katze gern rohen Fisch, so kann es sinnvoll sein in anderer Form Vitamin B zuzufüttern. Es ist aber dann wichtig, dass dies mit zeitlichem Abstand zur Fischfütterung erfolgt.
H
Hohen Proteingehalt sollte Katzenfutter haben, ca. 4 % mehr Rohproteingehalt als Hundefutter sind unbedingt erforderlich. Mindestens 12 % Rohproteingehalt sind in gutem Katzenfutter. Jungtiere benötigen bis zum ersten Lebensjahr mehr, ca. 18 % Rohproteingehalt. Halten Sie daher schon Ihren Hund fern vom Katzenfutter. Für ihn wäre das zuviel Protein. Dies würde die Nieren belasten.
I
Imponieren ist ein großer Problemlöser für Katzen untereinander. So kann es ziemlich übel klingen, wenn zwei Katzen sich begegnen. Die Katze stellt bei Gefahr das Fell auf (sieht aus als sei der Föhn explodiert ;-)) und macht einen Buckel um größer und gewaltiger auszusehen. Es wird gefaucht und gekeift, das Fell wird aufgestellt und oft klingt es dramatischer als es ist. Allein das Imponiergehabe macht körperliche Auseinandersetzungen oft überflüssig. Mischen Sie sich also nicht schnell ein, wenn Katzen sich streiten. Das sehr lockere Bindegewebe der Katzen schützt obendrein vor schlimmen Verletzungen, so dass Verletzungen selten in die Tiefe gehen. Integrieren Sie eine neue Katze in die Familie, wo schon eine Katze vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, die Katzen geruchlich bekannt zu machen, indem man zunächst die Katzen getrennt hält und die Schlafdecken mehrfach austauscht. Der Geruch wird dann bei der ersten Begegnung nicht mehr so bedrohlich empfunden. Bei den ersten Begegnungen sollten die Katzen unter Aufsicht sein und Flucht-, Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten müssen gegeben sein. Katzen müssen sich nicht abgöttisch lieben und pausenlos schmusen. Es reicht, wenn sie sich akzeptieren und friedlich zusammen leben. Die Katzen teilen evt. das Haus als Revier auf.

J
Junge Katzen ordnen sich den älteren Katzen in der Regel unter. Eine andere Rudeldynamik gibt es bei den Einzelgängern kaum. Dennoch sollten Sie für eine Gruppenbildung nicht eine sehr junge mit einer alten Katze zusammenbringen. Erfahrungsgemäß fühlen sich die Katzen unter gleichaltrigen Genossen wohler, weil die Interessen und das Verhalten ähnlicher sind. Berücksichtigt man den Verhaltenstyp sind auch Gruppen- oder Paarbildungen unter älteren Katzen gut möglich.

K
Krallen schärfen brauchen Katzen nicht. Die Krallen liegen gut geschützt und bleiben scharf. Sie stoßen beim Laufen nicht auf den Boden auf und laufen sich daher nicht ab. Ein Irrtum ist es, dass die Katze die Krallen e Krallen liegen gut geschützt und bleiben scharf. Sie stoßen beim Laufen nicht auf den Boden auf und laufen sich daher nicht ab. Ein Irrtum ist es, dass die Katze die Krallen einziehen kann. Sie kann sie ausfahren, aber nicht einziehen, der zurückgezogene Zustand ist der Normalzustand. Das Ausfahren erfolgt per Muskelkraft. Um die Krallen zu kürzen, sollten Katzen Kratzgelegenheiten aus Wellpappe (offene Seite), Sisal, Teppich oder ähnlichem erhalten. Besonders beliebt sind Kratzeckbretter, die an die Wandecken geschraubt werden. Hat die Katze nicht genug Kratzgelegenheiten, die sie mag, wird sie unweigerlich die Krallen an den Möbeln und Teppichen kürzen.

