
Animal Hoarding
Ein immer größer werdendes Thema ist Animal Hoarding in diesen Tagen. Der Tierschutz wird immer wieder überschwemmt mit einer Unmenge von Tieren, die aus solchen Sammelstellen kommen. Animal Hoarding ist eine Krankheit, eine psychische Krankheit, die behandelt werden muss. Einsame, kranke Menschen sammeln Tiere und bilden sich ein, sie würden diesen Tieren etwas Gutes tun. Dies ist nicht der Fall, denn man sollte selbstverständlich nur so viele Tiere halten, wie man ordnungsgemäß und verantwortlich versorgen kann. Bei solch psychisch kranken Menschen ist der "Aus-Schalter" kaputt, könnte man sagen. Sie sind nicht mehr in der Lage NEIN zu sagen, wenn sie ein Tier finden oder geschenkt bekommen. Doch gerade das NEIN-Sagen ist eine Fähigkeit, die wirkliche Tierfreunde leider beherrschen müssen. Zu groß ist das Tierelend überall. Täglich bekommt man Tiere angeboten, die in Not sind. Die Tierschutzvereine schaffen es schon lange nicht mehr, all diese Tiere, die abgegeben werden sollen, aufzunehmen. Auch sie müssen häufig NEIN sagen, auch wenn das Herz noch so blutet. Es wäre absolut falsch verstandene Tierliebe sich mit Tieren zuzusetzen und diese dann nicht mehr ordnungsgemäß versorgen zu können.

Überbleibsel aus der Beschlagnahme von 76 Perserkatzen copyright - www.tiere-in-not-niederberg.de
Animal Hoarding kann man nur mit einem begegnen: Mit aufmerksamen Hinsehen. Es ist uns absolut schleierhaft, wie es passieren kann, dass wieder mal 76 Perserkatzen, 44 Katzen, 40 Hunde, 130 Hunde, 641 Nagetiere.... auf einen Schlag in Beschlagnahmen landen können. Gott, verdammt noch mal!!! Wo waren denn da die Nachbarn? Es kann uns niemand erzählen, dass so viele Tiere nicht aufgefallen sind in der Nachbarschaft! Zumal die meisten Tiere, die aus solchen Beschlagnahmen kommen in einem grauenvollen Pflegezustand sind und wir schon von deren Geruch hinter rüber kippen. Das muss man doch in der Nachbarschaft riechen! So viele Tiere scheiden doch viele Fäkalien aus. Oftmals türmen sich in den Wohnungen solcher Animal Hoarder die Fäkalien, wenn die Tierschützer die Tiere dort einfangen. Viele Tiere sind krank, haben eitrige Wunden, stinken wie die Pest. Warum hat niemand das vorher bemerkt? Für so viele Tiere ist viel Nahrung erforderlich. Und anfangs haben die Halter meist noch versucht die Tiere zu füttern. Fällt es denn keinem Nachbarn auf, wenn jemand Unmengen von Tierfutter kauft und ins Haus schleppt? Fällt es denn keinem Nachbarn auf, wenn der Müll nebenan hunderte von Futterdosen aufweist?

Ein Fall von Animal Hoarding - Autos dienen als "Zwinger" für gesammelte Hunde
Das Elend der Tiere in solchen Haushalten ist unbeschreiblich. Sie haben böse Verletzungen und Entzündungen, oftmals unbehandelte Tumore, Flöhe und andere Parasiten. Die Augen entzündet, die Ohren voller Milben, das Fell ausgefallen von all den Flöhen. Ein schlechter Ernährungszustand, Tierbabys, die in Müll leben und von Artgenossen zerbissen werden oder gar gefressen werden, weil diese kein Futter bekommen.
In Koblenz fiel ein solcher Hoardingfall erst auf als die Tierhalterin so verzweifelt war, dass sie sich und die Tiere umbringen wollte. Sie steckte einfach das Haus an in dem sie mit all ihren Tieren lebte. Die Jack Russell Terrier befinden sich nun im Tierheim Koblenz und suchen ein neues Zuhause.

Überbleibsel aus dem Wohnungsbrand einer Animal Hoarderin - copyright www.tierheim-koblenz.de
Im Kreis Mettmann gab es mehrfach Katzenbeschlagnahmen bei Menschen, die schon längst ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen bekommen hatten und wo schon einmal Beschlagnahmen ausgesprochen worden waren. Wie kann das geschehen? Ganz einfach. Die Amtsveterinäre setzen sich nicht auf die Fußmatte einer solchen Stelle und warten bis die Animal Hoarder aus der Psychotherapie entlassen wurden und kontrollieren dann täglich, ob wieder Tiere angeschafft werden. Dafür haben auch sie kein Personal. Oftmals waren solche Animal Hoarder früher sogar einmal Tierschützer. Weil sie psychisch nicht mit den hohen Belastungen im Tierschutz umgehen konnten, wollten sie möglichst viele Tiere retten. Sie konnten nicht NEIN sagen. Leidgeprüfte, unter dem immensen Druck der gesetzlichen Tötungsfristen stehende Tierschützer und Auslandstierschützer haben ihnen eine Unzahl von Tieren aufs Auge gedrückt und sich eingebildet, sie hätten diese Tiere "gerettet". Haben sie nicht! Sie haben sie vom Regen in die Traufe gebracht und dort ersaufen sie noch eher als im Regen.
Es gibt nur eine einzige Möglichkeit Fälle von Animal Hoarding rechtzeitig zu bemerken und einzuschreiten:
Wir alle müssen Augen und Ohren offen halten !
Tierschützer müssen Vorkontrollen machen und ggf. auch Nachkontrollen, wenn sie Tiere in Obhut geben. Nur so sehen sie, ob jemand mit seinen Tieren überfordert ist, denn die Überforderung ist individuell. Ein Mensch kann mit einem Tier schon überfordert sein, ein anderer Mensch mit 14 Tieren, wieder ein anderer Mensch mit 50 Tieren. Das kommt auch auf die örtlichen Gegebenheiten, die Erfahrung und den Umgang mit den Tieren an. Natürlich spielt auch die Tierart dabei eine Rolle, denn manche Tiere sind relativ problemlos auch in größeren Gruppen zu halten, andere ganz und gar nicht. Und diese Vor- und Nachkontrollen müssen zuverlässige Prüfer vornehmen und nicht völlig unbekannte Personen, die man lediglich aus Internetforen kennt.
Nachbarn müssen Ohren und Augen offen halten. Schleppt mein Nachbar große Mengen Futter heran? Sind große Mengen Futter im Auto zu sehen, wenn es vor der Tür geparkt ist? Werden große Mengen Futter regelmäßig geliefert? Quillt der Müll des Nachbarn über vor Konservendosen für Hunde und Katzen oder vor Streu und Tierfäkalien? Stinkt es heftig nach Tier? Hört man viele Tierstimmen aus dem Haus oder der Wohnung? Gibt es Hunde, die bellen, aber nie ausgeführt werden? Fliegen überall Tierhaare im Treppenhaus herum? Sind die Fenster an vielen Stellen vergittert? Stehen Tiertransporter vor der Tür? Immer wieder erleben wir in solchen Beschlagnahmen, dass plötzlich die Nachbarn herbeigeeilt kommen, wenn die Tierschützer die leidenden Tiere abtransportieren. Dann heißt es: "Das kam mir immer schon komisch vor." - "Da hat es immer schon so gestunken" - "Die ist ja auch gar nicht mehr vor die Tür gegangen".... und und und
Dann fragen wir uns immer:
WARUM ZUM TEUFEL HAT NIEMAND VORHER DEN TIERSCHUTZ INFORMIERT?
Fast jede größere Stadt, fast jeder Landkreis hat inzwischen ein Tierheim oder einen örtlichen Tierschutzverein.
Melden Sie bitte diese Fälle, die vielleicht Animalhoarding
sein könnten!
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"Sagen Sie mal, was machen Sie da eigentlich ?"
Sprechen wir die Nachbarn hinterher darauf an, heißt es oftmals: "Ja, das wusste ich ja nicht, ob das Animalhoarding war. Ich kann das ja nicht behaupten, wenn ich es nicht sicher weiß!" Das ist richtig. Das sollen Sie ja auch gar nicht. Sie sollten lediglich melden, was Ihnen da komisch vorkommt und dass der Verdacht auf Animalhoarding besteht. Dies können Sie jederzeit auch anonym melden. Tierschutzvereine und Behörden werden dem dann nachgehen und schauen, ob an dem Verdacht etwas dran ist oder ob es sich lediglich um eine genehmigte und gut geführte Tierzucht handelt oder sonst etwas. Eine weitere Möglichkeit, die viele völlig außer acht lassen, ist es bei dem jeweiligen Nachbarn einmal zu klingeln und zu fragen, was er mit so vielen Tieren macht. Sie werden erstaunt sein, welche Antworten Sie bekommen.
Ich habe einmal bei so einer Nachbarin geklingelt und dabei eine ganz reizende berentete Tierärztin kennen gelernt, die sich dem Katzenschutz verschrieben hatte. Ihre ganze, riesige Villa war von Kopf bis Fuß auf Katzen eingestellt und zu diesem Zweck umgebaut worden. Alle Tiere wurden ordnungsgemäß und super artgerecht gehalten. Es gab eine ordentliche Quarantänestation im ausgebauten Keller, große Freigehege mit toller Einrichtung und geflieste, ordentliche Katzenzimmer mit vergitterten Fenstern. Alles war sauber, alle Katzen super gepflegt und die Dame freute sich ein Loch in den Bauch, dass sich jemand für ihre Arbeit interessierte. Ich habe ihr dann noch über Jahre geholfen Spenden wie Decken zu sammeln und gelegentlich dort beim Putzen geholfen. Also fragen Sie doch mal nett und freundlich bei Ihren Nachbarn, warum sie so viele Konservendosen schleppen oder Futtersäcke tragen. Wenn die Antwort abweisend und pampig ausfällt, dann können Sie immer noch den Tierschutz verständigen.

Auch wenn wir Hilfstransporte machen, fragen uns die Nachbarn manchmal: "Sagen Sie mal, was machen Sie da eigentlich?"

Wenn man sieht, welche Mengen Futter wir verladen oder, dass Garagen voll stehen mit der Einrichtung einer Zahnarztpraxis...

... säckeweise Decken, Teppiche und anderes verladen werden

... und sich auf der Straße vor unseren Autos Hundekörbe, Futter, Kissen, Decken und Tierboxen stapeln...

... dann fragen sich viele Passanten was das wohl soll...

Doch wir haben im Gegensatz zu Animalhoardern kein Problem damit zu erklären, was wir tun.

All diese Helfer sind im Prinzip auf die eine oder andere Art zu uns geraten, weil sie neugierige Fragen gestellt haben ;-)

Heute kennen sie die Antwort, warum wir so wunderliche Dinge tun. Sie wissen, dass wir mehrfach im Jahr Hilfsgüter in unser spanisches Partnertierheim bringen.

Und dass all diese Futtertonnen, Decken, Bettwäsche, Handtücher, Hundekörbe, Katzentoiletten und vieles mehr den Hunden in Spanien helfen zu überleben.

Kann Ihr Nachbar auch erklären, was er mit Tonnen von Futter macht, die er ran karrt ?
Auch wir werden bei unseren Hilfsaktionen immer mal von Nachbarn angesprochen: "Ach, entschuldigen Sie die vielleicht dumme Frage, warum laden Sie hier einen LKW mit Wolldecken und Futter voll?" oder "Sagen Sie mal, darf ich mal fragen, was Sie eigentlich so machen, ich sehe Sie immer säckeweise Katzenstreu schleppen." Viele Fragen haben sich natürlich erledigt, weil unsere Autos meist in unmittelbarer Nähe stehen, die mit der Aufschrift www.tierhilfelid.de schon auf der Homepage eine Erklärung bieten, aber gerne erklären wir auch den Nachbarn, was wir tun, denn nicht jeder hat Internet. Dann reichen wir gerne einen Flyer und erklären, warum und weshalb wir wie blöde Kisten mit Tierfutter und Säcke mit Leinen transportieren.