
Tierabgabe
Jeder Mensch - auch der tierliebste Mensch - kann in die Situation kommen, dass er sein Tier abgeben muss. Das ist auch zahlreichen Tierschützern schon passiert und wir haben großes Verständnis dafür. Krankheit, Allergien und familiäre Gründe kann das haben. Wir wünschten uns würden mehr Menschen RECHTZEITIG anrufen, wenn der Verdacht besteht, dass ein Tier abgegeben werden muss. Denn Tiere vermitteln sich nicht über Nacht. Es ist Zeit dafür erforderlich ein Tier in ein passendes neues Zuhause zu vermitteln. Es ist Zeit dafür erforderlich bekannt zu geben, dass ein Tier ein neues Zuhause benötigt, damit sich Interessenten dafür finden lassen.
Wir unterhalten kein Tierheim !!! Wir arbeiten mit Pflegestellen, die aufgrund der vielen Notfälle meist voll sitzen. Bei uns kann man nicht mal eben anrufen und mitteilen:
"Holen Sie doch mal mein Tier ab - ich brauche es nicht mehr..."
"Wohin muss ich jetzt kommen, wenn ich Ihnen mal eben mein Tier bringen will, was ich nicht mehr haben will..."
"Ich schläfere meinen Hund jetzt ein, wenn Sie ihn nicht SOFORT übernehmen..."
"Mein Hund beißt - wenn Sie ihn nicht nehmen, dann setze ich ihn aus..."
Meist gehört eine lange Vorgeschichte dazu, wenn Jemand sein Tier abgeben muss. Arztbesuche und Diagnosen sind vorangegangen, gesundheitliche Verhältnisse haben sich langsam verschlechtert, Wohnungen wurden gekündigt - dafür gibt es übrigens Kündigungsschutzfristen, die gar nicht so kurz sind.... Ehen sind zerbrochen - und auch nicht über Nacht... Das Tier hat langsam seine Verhaltensstörungen entwickelt... Der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft haben abgemahnt...
Erzählen Sie uns also bitte nicht, WIR müssten SOFORT springen, wenn Sie Ihr Tier abgeben möchten. Das wissen Sie nicht erst seit gestern ! Wenn Sie einen Tierschutzverein beschimpfen wollen, weil SIE nicht in der Lage sind, die Verantwortung für Ihre Tiere RECHTZEITIG zu übernehmen und ein neues Zuhause suchen, dann rufen Sie Jemand anderen an um zu meckern.
Selbst vermeintlich "bösartige, bissige" Tiere muss man nicht beim ersten Biss abgeben. Es gibt genügend Hilfsmittel (Maulkörbe, Leinen, Gitterkäfige...) um solche Tiere vorübergehend halten zu können, ohne dass sie eine Gefahr für die Menschheit darstellen. Tiere, die nach Kindern schnappen können und müssen zudem von Kindern ferngehalten werden - dazu gibt es eine wunderbare Erfindung namens Tür. Außerdem sollten Sie bei einem bissigen Tier zunächst die Hilfe eines Tierarztes in Anspruch nehmen (Tiere werden ggf. bissig, wenn sie Schmerzen haben oder falsch gehalten werden...) oder einen versierten Tiertrainer, Tierverhaltenstherapeut in Anspruch nehmen, bevor Sie gleich an die Abgabe des Tieres denken. Wir beraten Sie gerne.
Gerade dominante Rüden, die andere Rüden beißen oder Hunde mit Schutztrieb, die Menschen angehen, werden uns oft "angeboten". Sie sollten als Erstes eine Kastration Ihres Rüden in Betracht ziehen und Ausbildung/Erziehung sind bei solchen Tieren unvermeidbar. Wir beraten Sie gerne und auch jeder gute Tierarzt unterstützt Sie gerne auf diesem Gebiet.
Möchten Sie Ihr Tier in neue Hände geben, melden Sie sich so früh wie möglich bei uns !!! Schicken Sie uns per E-Mail möglichst gute Fotos und eine genaue Beschreibung des Tieres. Nur so besteht eine effektive Möglichkeit einen passenden Pflegeplatz oder ein neues Zuhause zu finden.
Sollten wir keinen Platz frei haben, können wir Ihnen mit weiteren Anlaufstellen dienen oder Ihre Tiere auf unserer Homepage und in Tierschutzforen veröffentlichen.
Nichts, aber auch gar nichts rechtfertigt, dass Sie ein gesundes, gutartiges Tier einschläfern lassen (was auch kein gescheiter Tierarzt tut) oder dass Sie Ihre Tiere aussetzen !!! Beides ist strafbar !!!
Einige Male haben wir schon den Satz gehört "... ich musste mein Tier einschläfern lassen, weil eine Abgabe für das Tiere eine Qual gewesen wäre und ich konnte es nicht mehr halten..." Natürlich ist es nicht schön für das Tier, wenn es aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird, aber wir können Ihnen aus Erfahrung sagen, dass selbst Tiere, die mehrfach ihr Heim verloren, sich wieder einleben, WENN sie in liebevolle Hände vermittelt werden. Große Verlustängste und Traumata erleben hingegen die Tiere, die schlagartig ausgesetzt werden und wir können Ihnen einige Tiere zeigen, die bleibende psychische Schäden auf diese Art zurückbehalten haben.
Wenn Sie Ihr Tier also abgeben müssen, setzen Sie sich rechtzeitig mit uns in Verbindung, damit wir mit entsprechender Sorgfalt ein neues Zuhause suchen können. Fast alle unsere Pflegestellen haben eigene Tiere. Achten Sie also bitte vor der Abgabe darauf, dass Ihr Tier kastriert und geimpft ist, wir können es sonst nicht in ein Rudel aufnehmen.
In finanzielle Schieflagen kann jeder in der heutigen Zeit geraten. Für finanzielle Notlagen gibt es Hilfen. Sind die Kosten für das Tier der Grund, warum Sie es abgeben müssen, sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen eine Lösung zu finden.