
Wenn ein Baby unterwegs ist...
Baby Rebeca - eingehüllt in weiche Decken - auch die Tochter der Tierheimleiter unseres spanischen Partnertierheimes wächst mit Hunden und Katzen auf
Immer wenn Anfragen von allgemeinem Interesse bei uns eingehen, bemühen wir uns diese zu beantworten und einen Artikel zu schreiben. So erscheint dieser Artikel auf den besonderen Wunsch einer einzelnen Dame, dürfte aber vielleicht auch andere Leser interessieren (wir freuen uns immer sehr über Anregungen, was SIE interessiert...). Was tun, wenn man Hund und / oder Katze hat und stellt fest, dass ein Baby unterwegs ist.
Nein, man muss die Tiere nicht abschaffen!!!
Unsere Kinder sind alle hervorragend mit Tieren aufgewachsen. Dies beugt sogar Allergien beim Kind vor, denn diese Kinder sind nachweislich besser gerüstet gegen Allergene und unempfindlicher. Man sollte sich jedoch möglichst schon in der Schwangerschaft auf die Situation einstellen und die Tiere auf die neue Situation vorbereiten, damit sie sich später nicht zurückgewiesen fühlen, wenn Ihre Zeit dem Baby zukommt. Dies kann zu Verhaltensstörungen führen, die dann schlecht zu reparieren sind, da man mit Baby oder Kleinkind zunächst kaum Zeit hat einen Tierpsychologen oder einen versierten Trainer aufzusuchen. Die Tiere verkraften das neue Familienmitglied wesentlich besser, wenn vorher bereits einige Maßnahmen getroffen werden und in der Familie auch im Hinblick auf die Tiere und nicht nur im Hinblick auf das neue Kinderzimmer geplant wird.
Schäferhund Buk hat einen guten Grundgehorsam. So sitzt er artig neben Belén im Park im Gras, die Baby Rebeca auf dem Schoß hat.
Zunächst einmal läuft nicht jede Schwangerschaft so, wie man es sich erhofft. Manche Frauen müssen plötzlich und früh schlagartig wegen irgendwelcher Risiken oder Probleme ins Krankenhaus. So sollte man sich SOFORT, wenn man ein Baby erwartet, umhören, wer im Notfall die Tiere versorgen kann, wo sie ggf. untergebracht werden können, wenn es hart auf hart kommt und dies auch vorplanen. Und bitte planen Sie dabei nicht Ihren Ehemann oder Partner mit ein. Den benötigen Sie dann nämlich für ganz andere Dinge. Er wird im Zweifel einige Ihrer Aufgaben zusätzlich übernehmen müssen und muss im Zweifel obendrein noch bis zur letzten Minute (Niederkunft) arbeiten. Zudem soll er Sie ja auch vermutlich im Krankenhaus besuchen können und nicht sagen "Schatz, ich kann leider nicht, ich muss mit dem Hund raus". Sollten Sie also schlagartig ins Krankenhaus müssen, so kann Ihnen Ihr Mann zwar das Nachthemd und die Zahnbürste nachbringen, aber er wird dann überfordert sein, einen Hundesitter oder eine Hundepension, ein Katzenhotel oder so zu finden, die Impfpässe zu suchen, die Leinen rauszulegen, das Futter der Tiere zu verpacken und die gewohnte Katzenstreu einzupacken... So sollten Sie rechtzeitig Hundepensionen besichtigen, Katzensitter suchen, Nachbarn mit einbeziehen oder Freunde um Hilfe bitten, damit es einen Notfallplan für eine ungewollte Abwesenheit von Ihnen im Haushalt gibt.

Damit die Hunde Pisca und Tini sich nicht zurückgesetzt fühlen, dürfen Sie auch mal an Baby Rebecas Füßchen schnuppern oder an den Händchen. Mama Belén hat Rebeca auf dem Schoß und beaufsichtigt, dass Hunde UND Baby sich dabei anständig benehmen, denn auch Rebeca kneift gerne mal einen Hund ins kuschelige Fell oder streichelt erst die Hunde und steckt dann die Finger in den Mund.
Ebenfalls schon in der Schwangerschaft sollten Sie sich mit verschiedenen Hygienemaßnahmen auseinandersetzen. Eine Gefahr für das ungeborene Kind wäre eine Toxoplasmose-Ansteckung der Mutter. So sollten Katzenbesitzerinnen nun mit dem Frauenarzt sprechen und den Toxoplasmose-Titer bestimmen lassen. Zudem sollte nun jemand anderes gesucht werden, der das Katzenclo reinigt.
Mehr dazu unter:
http://www.babyclub.de/magazin/schwangerschaft/ern%C3%A4hrung/toxoplasmose.html
Andere Hygienemaßnahmen betreffen zwar erst die spätere Zeit, sollten aber wegen der Umstellungen für Hund und Katze auch schon jetzt berücksichtigt werden. Hundehaare im Babymund sind zwar nicht schön, aber würden es nicht umbringen. Katzenhaare hingegen besitzen kleine Widerhaken und können schwere gesundheitliche Schäden beim Baby verursachen und sogar lebensgefährlich werden, wenn sie sich festsetzen. Katzen lieben zudem zum Teil Körperkontakt und warme Plätze und so könnte es sein, dass die Katze sich das Babybett als neues Körbchen vorstellt. Daher kann es sinnvoll sein, die Katze darauf zu trainieren das Elternschlafzimmer und Kinderzimmer nicht zu betreten, solange das Baby klein ist und nicht klar äußern kann, dass es gerade unter der Katze auf dem Gesicht oder an einem Haarballen im Hals erstickt.

Die wunderschöne Russisch-Blau-Mixkatze Velvet fühlt sich auf dem Federbett sehr wohl.
Da gerade Katzen bei heftigen Veränderungen im Leben dazu neigen ihren Missmut durch Pinkelei an falschen Plätzen zu äußern, sollte daher schon jetzt umsichtig die Katze trainiert werden, nicht mehr in diesem Raum zu weilen. Das heißt Türen zu und natürlich heißt es, wenn die Katze bisher im Schlafzimmer oder Kinderzimmer geschlafen hat, dass man dem Tierchen eine adäquate neue Schlafstatt anbietet. Um ihr diese schmackhaft zu machen, sollte man die Lieblingsschlafgewohnheiten des Tieres kennen und berücksichtigen. Schläft die Katze gerne auf erhöhten Plätzen? Dann kann eine neue dicke Kratz- und Wohntonne an einem gemütlichen Platz mit netter Aussicht sie hoffentlich zum freiwilligen Umzug bewegen. Ggf. kann auch ein Körbchen oder eine gemütliche Höhle auf einem Schrank eine Alternative sein. Schlief die Katze bisher im Bett, so sollte man einen ähnlichen Platz in einem anderen Raum anbieten. Es ist nicht sinnvoll abends, wenn man ins Bett geht, der Katze die Tür schlagartig vor der Nase zuzuknallen, aber es gibt genug Möglichkeiten sie abzulenken, BEVOR man ins Bett geht. So kann man Leckerchen im Raum mit der neuen Schlafstatt verstecken, ein Fummelbrett mit Futter aufstellen und weiche, kuschelige Plätze machen das neue Bett sicherlich attraktiver. Manchmal hilft für die Umsiedelung auch ein billiger Trick. Stellen Sie doch einfach einen Wäschekorb nachts mitten auf den Esstisch (sieht doch keiner) und packen eine weiche Decke hinein. Katzen bevorzugen ja bekanntlich Plätze, wo sie NICHT liegen sollen - manchmal kann man sie so austricksen ;-) - oder legen Sie nachts ein altes Federbett auf die Couch.
Die Katzen Kenia (schwarz-rot) und Spiderman III (weiß-rot-gestromt) lieben die zahlreichen Schlafplätze auf der "Dicken Berta" von www.its4pets.de .

Die Katzen Picasso & Klecks (weiß-rot) fühlen sich wohl im kuscheligen Plüschkorb mit Fleecebabydecke - mitten auf dem Esstisch. Da verzichtet man auch schon mal nachts auf Pflegemamas Bett. Der sonst "verbotene Esstisch" bot den Reiz und nachts stört niemand der Anblick eines Körbchens auf dem Esstisch.
Dennoch kann es natürlich dazu kommen, dass Miez in der Nacht Einlass begehrt und an der Schlafzimmertür randaliert, wenn sie lieber bei Ihnen wäre. Da muss man dann durch. Es kann allerdings mal ein oder zwei schlaflose Nächte mit sich bringen. Geben Sie jetzt nach - so nach dem Motto: Dauert ja noch bis Baby kommt. - dann haben Sie verdammt schlechte Karten. Einmal inkonsequent gewesen, wird Miez immer energischer werden und es wird hart. Ignorieren Sie das Verhalten der Katze, wenn sie an Türen kratzt oder miaut. Und IGNORIEREN heißt nicht ansprechen, nicht anschauen, nicht anfassen!!!! Auch in der Hundeerziehung ist das so. Wer zu Miez sagt: "Die von der Tierhilfe haben gesagt, ich soll Dich ignorieren" - selbst wenn man es durch die geschlossene Tür sagt, hat verloren, denn er ist auf das Tier eingegangen und damit hat Miez gewonnen. Sie wird darauf schließen "Ah, endlich reagiert man auf mein Flehen, jetzt muss ich nur noch deutlicher werden, weil die dummen Menschen noch nicht kapiert haben, dass sie auch noch die Tür aufmachen sollen."

Picasso & Klecks ließen sich spielend von Pflegemamas Bett abhalten, wenn man ihnen eine weiche Plüschdecke nachts auf die Couch legte. Zufrieden schauen hier beide unter der Decke hervor. Vor dem Schlafengehen ließen sie sich immer gerne zudecken. So haben alle Katzen andere Gewohnheiten.
Sollte man den Hund mit ins Schlafzimmer nehmen, aber die Katze aussperren, da deren Haare mehr durch die Luft fliegen und gefährlicher für Baby sind, dann ist zumindest daran zu denken, dass dem Hund auch in der Nacht Zugang zu einem Wassernapf zukommen sollte. Ggf. ist also ein Wassernapf mit ins Schlafzimmer zu nehmen.
Kommen wir nun zur vorbereitenden Erziehung. Zunächst sollten Sie selbst einmal hinterfragen, wie gut der Grundgehorsam Ihres Hundes ist. Zieht er an der Leine? Kläfft er viel? Geht er anständig bei Fuß? Legt er sich ruhig auf Kommando in seine Ecke und lässt Sie in Ruhe? Wenn nicht, kann das zu Schwierigkeiten führen und das schon in der Schwangerschaft, aber erst recht, wenn das Baby da ist.
So kann es in der Schwangerschaft dazu kommen, dass Sie vermehrt müde sind und ggf. auch tagsüber mal ruhen möchten. Wer dann einen notorischen Kläffer hat, wird selten ein Auge zu machen und kann schlecht für die bevorstehende Geburt Kraft tanken. Und ist Baby erst da und man hat es mühsam dazu bekommen endlich einzuschlafen und der Hund kläfft, kann dies das Baby wecken. Zieht Ihr Hund an der Leine, kann man nur hoffen, dass die Schwangerschaft nicht im Winter stattfindet, wo Rutschgefahr besteht. Eine schwangere Frau ist nicht gut beraten, wenn sie mit Baby im Bauch stürzt. Zudem ist das letzte Drittel der Schwangerschaft meist mühselig, weil man dann wohlbeleibt ist und sich wie ein Luftballon fühlt. Da ist es verdammt anstrengend das Gleichgewicht zu finden, wenn Wuffie auch noch wie blöde zieht und man hinterher stolpert. Und wenn man einen Kinderwagen mit einer Hand schiebt ist es ganz göttlich, wenn Wuffie in die andere Richtung zieht, weil er gerade von Nachbars Hund angegiftet wird. So ist es sinnvoll, wenn der Hund "bei Fuß" bzw. "bei Kinderwagen" schon vorher lernt. Er sollte dann zumindest bei lockerer Leine eng bei Ihnen gehen, denn Hund, Frau und Kinderwagen nehmen schon eine gewisse Breite in Anspruch, die nicht jeder Bürgersteig hergibt.
Jetzt gilt es noch zu beobachten, wie das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Hund ist. Das sollten die zukünftige Mama und der zukünftige Papa mal prüfen. Hat der Hund einen gescheiten Grundgehorsam, dann wird er bereits gelernt haben, dass sich nicht immer alles nur um ihn dreht. Er wird gelernt haben, dass es Zeiten gibt, wo man keine Zeit für ihn hat und wird sich selbst beschäftigen oder sich ruhig hinlegen. Wenn nicht, wird es verdammt anstrengend, wenn Sie dies nicht in der Schwangerschaft zügig üben. Denn ein nervender oder fordernder Hund, der kläffend vor Ihnen sitzt oder pfötelnd fordert gekrault zu werden oder Ihnen vorzugsweise seinen nass gekauten Tennisball in den Schoß schmeißt, ist etwas hinderlich, wenn man gerade das Baby auf dem Schoß hat, stillt oder die Windeln wechselt. Zudem wird der Hund, wenn er bisher meist im Mittelpunkt stand, ziemlich eifersüchtig und enttäuscht auf das Baby reagieren, wenn er bei Eintreffen des Babys von jetzt auf gleich zurückstecken muss. Auch SITZ und BLEIB oder PLATZ und BLEIB sind Kommandos, die einem den Umgang mit Hund und Kind sehr erleichtern, wenn man volle Hände hat und die Leine mal ablegen muss, weil Einkaufstaschen, Haustürschlüssel und Baby im Arm einen ganz nett überfordern können. Wer das nicht reinkriegt in Wuffel, weil er zu inkonsequent ist, sollte überlegen, ob sich nicht neben der Haustür noch ein Leinenhaken befestigen lässt, wo man Wuffel sicher einhaken kann, während man Garage oder Haustür aufschließt. Das kann auch sinnvoll sein, wenn Baby auf dem Arm schläft und man es erst einmal ins Bett bringen will, bevor man den kletschnassen Hund abtrocknet oder seine Pfoten sauber wischen kann. Wer ein Auto hat, sollte sich die Parkmöglichkeiten am Haus anschauen, denn es kann hilfreich sein Wuffel oder Baby nacheinander zu holen und einen im Auto zurück zu lassen, bis der Andere sicher verstaut ist. Ein schlafendes Baby im Auto lässt sich dabei mit einer Funkbabyüberwachungsanlage besser überwachen als mit einer fest installierten. Da viele Babys im Auto einschlafen und Hunde meist beim Einparken hellwach sind, wird diese Konstellation sich eher anbieten.

Baby Rebeca mit Schnuller im Mündchen schläft selig und sicher angeschnallt im Autositz. Da kann Mama Belén erst einmal die Hunde ins Haus bringen, bevor sie Rebeca holt.
Manche Hundetrainer empfehlen den Test mit der Babypuppe. Besorgen Sie sich eine Babypuppe und tragen Sie sie wie ein Baby täglich eine Weile mit sich. Trainieren Sie den Hund mit Lob und Motivation darauf, sie in der Zeit in Ruhe zu lassen, wo sie mit der Puppe beschäftigt sind. Der Test ist für manche werdende Eltern nicht schlecht, weil er auch Ihnen zeigen wird, was sie noch nicht bedacht haben. Erst mit vollen Händen werden Sie sehen, dass alles gar nicht so einfach ist und eine gewisse neue Routine erfordert. Diese Zeiten sollten langsam von einigen Minuten auf längere Zeit gesteigert werden. Voraussetzung für diese Methode ist natürlich, dass der Hund zu anderen Zeiten auch wirklich SEINE Bedürfnisse als Hund mal ausleben kann und mit Spiel und Spaziergängen ausgelastet wird. Sein richtiges Verhalten sollte dabei belohnt werden und ungewolltes Verhalten sollte IGNORIERT werden oder unterbunden werden. Ein guter Hundetrainer kann dies in wenigen Einzelstunden rasch mit Ihnen und Ihrem Hund trainieren, wenn Sie selbst nicht genug über Hundeerziehung wissen.
Hund und Katze sollen den neuen Erdenbürger nicht als Eindringling empfinden, der ihr Leben unangenehm auf den Kopf stellt und sie ins Abseits drängt. Beginnen Sie also spätestens jetzt gleich damit, dass sie Hund und Katze auch immer wieder loben, wenn sie sich fern von Ihnen niederlassen und ruhig liegen. Sie werden dann rasch verstehen, dass Ihnen daran gelegen ist, dass die Tiere sich so verhalten.

Unter Aufsicht darf die schwarze Katze Ulula auch mal zusammen mit Baby Rebeca und Mama Belén auf das große Bett. So fühlt sie sich nicht durch das Baby zurückgesetzt. Mama Belén wacht darüber, dass Baby Rebeca nicht in das weiche Fellbündel kneift - daher Kinder und Tiere IMMER unter Aufsicht zusammen lassen !!!
Kleinkind Rebeca streichelt eine Katze im Katzenhaus des Tierheims - im Hintergrund die Katzentoiletten. Es versteht sich von selbst, dass dies nur unter Aufsicht geht und hinterher die Kinderhändchen gewaschen werden, bevor das Däumchen in den Mund wandert.
Für das Leben mit Baby und Hund können auch verschiedene Hilfsmittel nützlich sein. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie selten eine Hand frei haben werden. Eine längere Leine, die sich zur Not um die Brust hängen lässt, kann hilfreich sein. Auch Joggingleinen oder Fahrradleinen helfen die Hände frei zu haben. Da man mit Baby immer viel zu schleppen hat und niemals alles in den Kinderwagen oder Buggy passt, kann es hilfreich sein, sich schon vorher einen chicen Rucksack zuzulegen oder statt der Handtasche eine Bauchtasche. Hunde, die schon vorher darauf trainiert waren, Packtaschen zu tragen, können auch helfen beim Transport. Ein paar Windeln rechts, ein paar Windeln links in der Packtasche sind nicht zu schwer und so muss die große Wickeltasche nicht auch noch den Platz für Einkäufe blockieren.

Rauhaar-Podenco Trus trägt stolz seine Hundepacktaschen. Packtaschen-tragen kann einem Hund eine Aufgabe geben.

In den Packtaschen Ihres Hundes können auch Geldbörse oder Windeln und Wechselwäsche oder Fläschchen gut untergebracht werden. Dann bliebe im Kinderwagennetz mehr Platz für Einkäufe und die Geldbörse fällt nicht aus der Tasche, wenn Mama mal den Schnuller aufhebt. Kangal-Schäfermix Seco trägt seine Packtaschen hier stolz im Urlaub und trägt seinen eigenen Wassernapf und andere Utensilien auf der Wanderung in den nordischen Bergen - hoch über dem Fjord.
Wer jetzt noch in der Schwangerschaft unausgelastet ist ;-), einen großen, kräftigen Hund hat und in Hundeerziehung schon fortgeschritten ist, der kann auch das Schlitten oder Wagen ziehen mit dem Hund üben. Es schult den Grundgehorsam, denn ohne den geht es nicht, ist aber auch später hilfreich, wenn man mit Hund und Kind unterwegs ist. Auf Wanderungen oder im Winter kann der Hund so das Kind ziehen. Kurse werden in Hundeschulen angeboten.
Wer nie besonders pingelig mit dem Bürsten seiner Tiere war, sollte es vielleicht mal wieder trainieren. Tiere, deren abgestorbenes Fell regelmäßig ausgebürstet ist, haaren weniger und diese Haare bleiben dann der Krabbeldecke von Baby schon mal fern. Außerdem genießen die Tiere die Bürstaktionen und kommen so auch zu ihren regelmäßigen Zuwendungen. Bedingung ist natürlich, dass man keine Marterwerkzeuge als Bürsten verwendet. Bei langhaarigen Hunden kann - je nach Jahreszeit - ja auch vorher noch mal eine Schur eingeplant werden, damit sie nicht so haaren, wenn das Baby da ist.

Yorkiehündin Pepsi mit Beatle-Frisur.
Pepsi jetzt mit Bubikopf und das Fell ist stark gekürzt. Den Hund zu scheren oder zu trimmen, kann für eine junge Mama auch Pflegeerleichterung sein, wenn sie alle Hände mit dem Baby voll zu tun hat.
Da die Zeit mit Baby - gerade im ersten Jahr - oftmals extrem eingeschränkt ist, sollte man überlegen, ob man nicht bereits vorher Nachbarn oder Freunde mit einbezieht und um Unterstützung bittet, damit der Hund nicht zu kurz kommt, wenn das Baby laufend die eigene Aufmerksamkeit fordert. Vielleicht gibt es jemand in der Nachbarschaft, der sich für eine Weile bereit erklärt Wuffie mit auszuführen, wenn die eigenen Hunde ausgeführt werden? Wuffie hätte dann ggf. noch gleich Kumpels mit denen er toben könnte und käme sicherlich gelassener nach Hause.

Collie-Schäfermix Winnie und Rauhaarpodenco Trus raufen hier ausgelassen im Schnee. Vielleicht nimmt auch Ihr Nachbar mal Ihren Hund mit zu einem Spielspaziergang und Sie können in der Zeit mit dem Baby schmusen oder einfach mal ausruhen. Nachbarn mit Kindern werden verstehen, dass Ihnen manchmal alles ein wenig zu viel wird und werden gerne helfen.
Überprüfen sollten Sie auch alle Wege, die Sie bisher mit Wuffie machten. Wie ist die Bodenbeschaffenheit dort? Sind die Wege steil? All dies wird mit dem Kinderwagen zur Last. Bedenken sollte man dies auch vor der Anschaffung des Kinderwagens. Manche Räder und manche Bauarten eignen sich nur für bestimmten Untergrund. Der Kinderwagen kann dann gleich entsprechend geplant werden. Es mag sich auch lohnen nach einem neuen Spaziergebiet Ausschau zu halten, denn auch die Attraktivität fürs Kind sollte bedacht werden. Gibt es Spielgelegenheiten am Weg? Bedenken Sie auch, dass Hunde auf Spielplätze nicht mit dürfen. Auch kann es sinnvoll sein ein Tragetuch anzuschaffen für das Baby. Dann sollte man gleich die großen Tücher kaufen, die wesentlich mehr Möglichkeiten bieten. Babytragen vor dem Bauch oder auf dem Rücken sind in der Regel etwas unpraktischer, bieten weniger Möglichkeiten das Baby unterzubringen und reichen auch meist nur für kleine Baby aus. In Babytragen ist meist nur sitzende Position möglich, in Tragen baumeln Ihnen relativ rasch die Beinchen vom größer werdenden Kleinkind gegen Knie oder Beine. Einige Exemplare lassen sich auch schlecht anlegen und mit "Baby befüllen", wenn man alleine ist. Ein Babytragetuch hingegen bietet zahlreiche Möglichkeiten das Baby zu platzieren - vor dem Bauch, auf dem Rücken, sitzend oder liegend, passt jedem Verwandten und lässt sich auch alleine anziehen und Baby reinpacken. Zudem kann es gleich als Wickelunterlage dienen, wenn man unterwegs ein sauberes Plätzchen benötigt und man kann sich damit auch ein größeres Kleinkind, was zwar schon läuft, aber müd und quengelig ist, mal eben auf die Hüfte binden und hat dabei die Hände frei für die Leine oder Einkäufe.

Hier darf die rot-weiße Katze mal unter Aufsicht mit Baby schmusen - so werden beide Freunde. Macht Kätzchen nun einen zufriedenen Milchtritt gegen das Baby, kann das Baby verletzt werden - daher Kinder und Tiere IMMER unter Aufsicht !!!
Bei den Anschaffungen für das Baby sollte auch ein feinmaschiges Netz, welches das ganze Kinderbettchen vor fliegenden Haaren schützt, mit eingeplant werden. Es dient dann im Sommer gleich als Mückenschutz und sperrt die rasch mal durchgefitschte Katze aus dem Kinderbett aus. Dazu muss der Netzschutz aber auch einen Gummizug besitzen, den man bis an die Bettfüße spannen kann. Ein ähnliches Netz sollte man auch für den Kinderwagen anschaffen. Türgitter am Kinderzimmer oder Schlafzimmer, sperren gleichzeitig den Hund aus, wenn er mal stört und lassen ihn trotzdem beobachten, was im Zimmer geschieht. Die Katze sieht diese natürlich nicht als Hindernis an. Damit es weniger beschwerlich ist, sollten Türgitter eine verriegelbare Schwenktür besitzen.
Im Küchenbereich kann es sinnvoll sein einige Einhand-bedienbare- große Behältnisse aufzustellen. So haben wir schon Mütter gesehen, die die Babyflaschen oder Sauger in einer Brotbox mit Klappdeckel aufbewahrten, wo man rasch mal etwas aus dem Eingriffsbereich von Miez sicher stellen konnte. Auch ein Teller mit Breiresten lässt sich vor großen Hunden so rasch mal wegstellen, während das Baby auf dem anderen Arm getragen wird. Passt in die Küche kein Laufstall und Mama will gefahrlos kochen, was sicher auch Hund und Katz interessant finden, so kann ein klappbares Netzreisebett einen sicheren Platz für das Baby bieten. Bitte denken Sie daran - egal wie lieb Hund und Katze sind - Kleinkinder oder Babys und Tiere NIEMALS unbeaufsicht lassen !!! Es kommt zwischen den Parteien zu schnell zu Missverständnissen in der Kommunikation!!! Auch ist es wichtig die Tiere zu schützen, die ggf. Ruhe haben möchten. Die Tiere müssen eine Möglichkeit des Rückzugs vor Kindertrubel haben.

Der Galgomix schläft hier selig im Hundekorb. Beide Kinder sitzen mit im selben engen Hundekorb. Dies geht nur, wenn alle gelernt haben rücksichtsvoll miteinander umzugehen und sich zu vertrauen. Dazu müssen Hund und Kinder lernen Grenzen des Anderen zu akzeptieren. Bei solch einer Situation kommt es rasch mal zu einem Schnapper, wenn z. B. die Kinder versehentlich dem Hund auf Pfote oder Schwanz treten oder der Hund einfach schlafen möchte - daher Kinder und Tiere IMMER unter Aufsicht zusammen lassen - zu rasch kommt es zu Missverständnissen. Auch wenn dieses Foto recht nett anzusehen ist, so haben doch Kinder im Hundekorb NICHTS zu suchen. Schon oft kam es dadurch zu Bissen. Der Hundekorb ist Rückzugsgebiet des Hundes. Dort sollte er Ruhe haben!
Wiegen sind zwar für eine kurze Zeit nett anzusehen, sollten aber feststellbar sein, falls Wuffel mal eben die Pfoten drauf stellt und nachschaut, was Baby so macht. Ein Bett ist wesentlich kippsicherer und bietet auch eher die Garantie, dass Baby nicht gleich am Rand liegt, wo Wuffel es abschlabbern kann.
Weiche Babyfrottee oder Fleeceartikel sind zwar nett anzusehen, aber sie ziehen Tierhaare magisch an. Mit Polyesterwatte gefüllte Baumwolldecken wärmen ebenfalls, Haare lassen sich darauf aber leichter entfernten und werden nicht so angezogen. Laufställe sind zwar bei vielen Eltern verpönt, weil sie meinen, dass sie ihre Babys nicht hinter Gitter bringen wollen, aber wenn sie den Hund davon abhalten das Baby abzuschlabbern, kann man schon einmal beruhigter kurz aus dem Raum gehen und weiß das Baby an einem sicheren Platz. Der Aufenthalt im Laufstall sollte aber frühzeitig mit dem Baby geübt werden, sonst werden Sie es kaum dorthin absetzen können. Der Laufstall sollte dann natürlich auch entsprechend kindgerecht ausgestattet werden und attraktiv vom Baby empfunden werden. Je nach Hund und Verhalten kann es sinnvoller sein einen engmaschigen Netzlaufstall zu nehmen, wo der Hund nicht die Schnauze und das Baby nicht die Händchen durchstrecken kann. Babys können verdammt fest zupacken und welcher Hund wird schon im Vorbeigehen gerne am Fell gezogen und welche Mutter findet es schon besonders hygienisch, wenn Wuffie mal eben seine Zunge über Babys Händchen gleiten lässt, die Baby anschließend in den Mund steckt.

Belén sitzt mit Baby Rebeca hinten im Auto. Dahinter sieht man den Laderaum mit den Hundedecken. Die Hunde werden im Auto angebunden, damit sie nicht mal nach vorne in den Kindersitz springen während der Fahrt. Gesichert mit Geschirr können die Hunde so auch nicht nach vorne fliegen, wenn heftig gebremst wird, denn das neue Auto hatte damals noch keine Hundeschutzgitter.
Sollten Sie bisher den Hund auf der Rückbank befördert haben, dann sollten Sie ggf. ihn nun nach hinten packen oder eine Autobox anschaffen. Dies sollte der Hund natürlich vor Ankunft des Babys versüßt bekommen, indem man ein gescheites Boxentraining mit Motivation und Leckerchen macht. Auf der Rückbank würde er ggf. das Baby abschlabbern, während Sie sich auf den Verkehr konzentrieren müssten.
Baby Rebeca fährt gut gesichert im Kindersitz Auto.
Sollten Sie Freigängerkatzen haben, lohnt es sich ggf. zu bedenken, welchen Ein- und Ausgang diese verwenden. Mit Baby kommt Zugluft nicht so gut im Zimmer. Vielleicht lässt sich dies umgestalten? Dann sollte Miez den neuen Weg rechtzeitig lernen. Bei einer ggf. späteren Anschaffung eines Sandkastens für das Kleinkind, sollte gleich eine Abdeckung eingeplant werden, die fest schließt - sonst denkt Miez oder Nachbarmiez nachher das wäre ein neues Superclo.
Wir möchten noch darauf hinweisen, dass diese vorbereitenden Maßnahmen natürlich für jeden Aufenthaltsort des Babys oder Kleinkindes zutreffen. Es lohnt sich also auch mal den Haushalt der Großeltern oder der Babysitter rechtzeitig unter die Lupe zu nehmen.
Sollte versierten Müttern noch etwas einfallen, was wir jetzt vergessen haben, weil unsere Kinder schon inzwischen alle erwachsen sind und wir die Hälfte vergessen haben inzwischen, dann freuen wir uns, wenn Sie diesen Artikel ergänzen. Schicken Sie doch bitte Ihre Anregungen an
Sie helfen damit anderen Müttern und Vätern.
In diesem Zusammenhang sollten Sie auch rechtzeitig vor Babys Ankunft die Tiere noch einmal entwurmen und den Impfschutz überprüfen. Eine Entwurmung sollte in der Kleinkindzeit vorsorglich regelmäßig durchgeführt werden, denn schnell hat der Hund mal das Brötchen aus der Hand des Kindes gemopst oder die Vanilleeisfinger des Kindes abgeschlabbert.

Eine tiefe und gelungene Kind-Hund-Beziehung haben Labradormixhündin Rubia und ihr kleines Frauchen. Das Mädchen köpft ein Ei und Rubia schaut zwar gierig auf den Leckerbissen und legt den Kopf über Klein-Frauchens Schulter und diese legt das Köpfchen auf Rubias Kopf, doch schnappt Rubia nicht unkontrolliert zu, sondern wartet bis ihr der Leckerbissen zugeteilt wird. Kinder unterschätzen in solchen Situationen manchmal die Gier der Hunde und schon wird in die Finger geschnappt - ein typisches Missverständnis zwischen Kind und Hund - daher bitte Kinder und Hunde IMMER unter Aufsicht zusammen lassen.
Noch empfehlen möchten wir verschiedene Bücher, die dazu geeignet sind, Eltern und Kinder auf die neue Situation einzustellen. Schon ab dem Kleinkindalter gibt es Bücher, die die Kinder den richtigen Umgang mit Hunden nahe bringen sollen. Blue Dog ist sogar mit pädagogischem Hintergrundwissen für Eltern untermauert. Vorsorglich weisen wir auch auf verschiedene Katzenbücher hin, die helfen leichter mit Katzen in Krisensituationen umzugehen. Die Bücher finden Sie unter den weiterführenden Links.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihren Tieren und Kindern!
Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.
Fotos - copyright: C. Rojas, Tierhilfe Licht im Dunkeln, U. Rasquin, R. Bamert, Rubias kleines Frauchen (Entschuldigung, aber Hundenamen kann ich mir immer besser merken ;-))
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