Eine Kämpferin für die Tiere

Wenn Irene Schellenbeck nach Spanien fliegt, dann wundern sich die Kontrolleure am Flughafen beim Durchleuchten der zwiebelartig getragenen, zahlreichen Kleidungsstücke. Denn wer trägt schon etliche Kilo Hundespezialfutter und Dosen mit Katzenvitamintabletten am Körper, wenn er in den Süden fliegt ? Wer schleppt außer einer Zahnbürste im Handgepäck zwei Teichheizungen und Welpenmilchpulver mit sich herum ? Statt Gürtel trägt die Tierschützerin Hundeleinen und Halsbändern um die Jeans, statt Citygarderobe und Laufschuhen für die Großstadtbesichtigung hat sie bei ihrer Reise Windhundmäntel, faltbare Katzenhöhlen, Gummischieber und Fleecedecken im Koffer. Das hier keine Touristin unterwegs ist, erkennt der Beobachter auch daran, dass statt Reiseführer Baumaterial- und Veterinärbedarfkatalog aus der Tasche schauen.

Die Tierschützerin ist unterwegs zum Tierheim PROA, südwestlich von Madrid, wo frierende Straßentiere sehnsüchtig auf Hilfsgüter warten. Ohne die Teichheizungen müssten die Tiere jämmerlich verdursten, denn die Zisternen des Tierheims sind zugefroren und die Mitarbeiter müssen stündlich das Wasser in Näpfen u. Zisternen mit dem Beil aufschlagen. Tennisbälle im Gepäck sollen da Abhilfe schaffen. Schwimmend verhindern sie die schnelle Eisneubildung im Wassernapf.

Viele Hunde haben sich am Eis bereits die Zungen verletzt. Zitternd warten elegante Windhunde in unbeheizten Zwingern auf Hundemäntel aus Deutschland, Katzen freuen sich auf die kuscheligen Katzenhöhlen. Irene Schellenbeck versucht mit dem Verein Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V. etwas das elende Leben der Straßentiere zu erhellen. Seit sie das Frontkämpfer-Team der spanischen Tierschützer von PROA kennen lernte, setzt sie sich nicht nur für deutsche, geschundene Tiere ein, sondern bemüht sich auch um Not leidende Tiere in Europa. In ihrer Freizeit versucht sie durch Internetpräsenz auf das Elend der Tiere aufmerksam zu machen und nicht nur ausgesetzten und entsorgten Tieren ein neues Zuhause zu suchen, sondern auch Tierheime aufzubauen, Kastrationsstationen einzurichten und Spendensammlungen zu organisieren. Die 47 - jährige, tierliebe Frau ist bereits seit über 30 Jahren aktiv im Tierschutz tätig, hat die Tierliebe schon mit der Muttermilch mitbekommen und lernte eifrig von ihrer Mutter, wie man sich für Natur und Umweltschutz engagieren kann.

Während Mutter Marianne Kröten von gefährlichen Straßen sammelte, Orchideen auf Wildwiesen frei schnitt und Interesse an Pflanzen- u. Vogelwelt zeigte, engagierte sich Irene Schellenbeck schon früh in Tierheimen, Tierschutzvereinen und Reitställen eher für das Wohl von Pferden, Hunden und Katzen. Die Tierliebe übertrug sie dabei gleich auf Tochter Julia, die sich ebenfalls im Tierschutz engagiert, schon als Schülerin andere Schüler im richtigen Umgang mit Haustieren schulte und sich Fachwissen über Hamster und Wüstenrennmäuse aneignete.

Nachdem Tochter Julia flügge wurde und eigene Wege ging, füllte die jahrelang allein erziehende Mutter die entstandene Lücke mit der Gründung des Tierschutzvereins Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V. und kümmert sich mit ihrem Team um Not leidende Tiere in Deutschland und Europa. Ein hohes Anliegen ist ihr dabei, dass Tierschutzvereine weltweit zusammenarbeiten und das mehr Menschen aktiv Tieren helfen. Gerne gibt man in ihrem Verein dazu Hilfestellung, denn Frau Schellenbeck ist der festen Überzeugung, dass mehr Menschen helfen würden, wenn sie wüssten, wie sie ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Eignungen einsetzen können. Bei der Auslandsarbeit liegt der Schwerpunkt des Vereins in Hilfe zur Selbsthilfe im jeweiligen Land.

Der Verein freut sich über jede Art von Hilfe um diese Ziele zu verwirklichen. Auskünfte zum Verein Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V. und deren Arbeit finden interessierte Helfer und Spender unter www.tierhilfelid.de . Spenden werden von dem gemeinnützigen, förderungswürdigen Verein gerne entgegengenommen unter Stadtsparkasse Wuppertal (BLZ 33050000) Kto Nr. 263756.