
Die Chinchilla-Story...
Gemütlich, so ein Donnerstagabend auf der Couch. Bis das Telefon klingelte. Der Vater meines damaligen Freundes: „Mir reicht’s. Morgen schicke ich Leute vom Ordnungsamt in die Wohnung meiner Tochter, um die ganzen Tiere da raus zu holen. So geht das nicht weiter. Nehmt Ihr Chu-Chu, bevor er im Tierheim landet?“
Chu-Chu. Er war das Chinchilla, das wir bei einem Besuch bei der Schwester meines Freundes kennen lernten. In der Wohnung, in der sich ebenfalls ein Hund, eine alte Katzendame und eine beachtliche Zahl Kleintiere tummelten.
Was sollten wir tun? Wir entschieden uns für „den Dicken“, wie dann auch sein Spitzname wurde. Ahnung von Chinchillas? Nicht die Spur.
Wir holten ihn am Freitag ab und bekamen von dem Mädel in einem viel zu kleinen Käfig, mit einem Plastik-Futternapf und der Wasserflasche und noch den Tipp, dass er mit Hamsterfutter gefüttert wird; er sei ja schließlich ein Nager.
Die nächsten Tage waren allerdings geprägt von der Internet-Recherche, was Chinchillas eigentlich sind. Falsches Futter führt zu Spätschäden? Chinchilla-Badesand?
Nicht alleine halten? Und natürlich: der Käfig war viel zu klein. Ungefähr, als würde man uns in eine Badewanne einsperren.
Dann wurde umgerüstet: ein größerer Käfig, Chin-Futter, eine knabbersichere Futterschale, eine neue Wasserflasche, Einstreu, Sand und ein großer „Sandkasten“.

Einfach klasse. Allmählich erwachte der kleine Wattebausch aus seiner Apathie.
Wenn er ausbüxte, war es anfangs noch leicht, ihn mit einem Tuch, das man über ihn warf, einzufangen. Später sah es so aus: Chu-Chu bemerkte den Schatten des Tuchs, der über ihn fiel und gab Fersengeld.
Einige Zeit später zogen Chu-Chu und ich um. Auch mein neuer Freund war ganz hingerissen von dem Dicken und - nach Ideen aus dem WorldWideWeb - baute er ihm eine neue Bleibe. Und in diesem „Schloss“ sollte er auch nicht alleine bleiben.
Von einer Frau, die sich um Not-Chins kümmerte, bekam ich Noshu, der fortan der kleine Bruder von unserem Dicken wurde.

Text und Fotos copyright: Rebecca Vogelsang für Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.
(Heute weiß die ehemalige Chin-Halterin Rebecca, dass Pellet-Einstreu nicht gut ist für die empfindlichen Pfötchen der Chins...- bei Aufnahme der Fotos noch nicht)