die-in-love Hunde in Familien

Vida war ein Restposten in unserem spanischen Partnertierheim. Seit Jahren saß sie bereits dort und war als "Inventar" mit dem Tierheim übernommen worden, wie viele andere Hunde auch. Als alte Schäfermixhündin hatte sie weder in Spanien, noch in Deutschland eine Vermittlungschance.

Alt und krank war sie mit den Jahren geworden, aber sie behielt all die Zeit ihr liebes, verträgliches Wesen und freute sich über jede Streicheleinheit, die die überarbeiteten Pfleger ihr zukommen ließen.

In einem der hinteren Gehege als "komplikationsloser Hund" untergebracht kam sie dabei immer viel zu kurz. Sie wurde depressiver und depressiver - Tierheimkoller ! Dazu stellte sich ein weiteres Problem ein. Die Hündin, die immer gerne gespielt hatte, hatte sich die Zähnchen mit Steinchenspielen abgeschmirgelt. Paten, die regelmäßig gutes, beißfestes Spielzeug für die gelangweilten Hunde schickten, gab es damals noch nicht bei PROA, so schleppten und kauten viele Hunde aus Langeweile Steine. Mehr und mehr kaute Vida auf der "Felge" - ein echtes Problem im spanischen Tierheim. In den heißen Monaten kann wegen der Fliegen und der Verderblichkeit bei Hitze nur sehr selten Feuchtfutter gefüttert werden. Vida wurde uns als Notfall gemeldet, weil man Angst hatte, dass sie bald nicht mehr genug fressen könnte bei der Trockenfutterfütterung.

Mit diesem Bild baten wir im Internet um Paten, die Feuchtfutter schickten und suchten verzweifelt nach einem die-in-love Platz für Vida.

Inzwischen kam Arthrose hinzu. Die Kälte im Winter war mit den Arthroseknochen für Vida nicht mehr zu ertragen im  Außengehege. Sie durfte kurzfristig auf eine Pflegestelle in Spanien umsiedeln und verstand die Welt nicht mehr als sie im Sommer wieder zurück ins Tierheim musste.

Der gebrochene, liebe Blick von Vida verursachte der zweiten Vorsitzenden von Riesen in Not e.V. Bauchschmerzen. Sie schickte Feuchtfutter für Vida und erkundigte sich nach allen Krankheitssymtomen. Wir konnten ihr keinen Mut machen, was Vidas Lebenserwartung betraf. Knochen und Innenorgane wiesen Vorschäden durch das lange Tierheimleben auf. Der Familienrat tagte bei Corinna und sie entschlossen sich - trotz allem - Vida zu adoptieren.

Ein Weilchen musste die fast zahnlose Vida noch im Tierheim ausharren, dann durfte sie mit dem nächsten Transport umziehen ins neue Heim. Das Fell war so verfilzt, dass Vida komplett geschoren werden musste. Eine Diät stand an, denn durch die mangelnde Bewegung im Tierheim musste Vida abspecken und erst einmal durch regelmäßige Spaziergänge Muskeln aufbauen.

Corinnas Familie versorgte Vida bestens, sie nahm ab, baute Muskeln auf, Medikamente halfen bei ihren chronischen Erkrankungen. Vida ist ein geliebtes Familienmitglied geworden und besucht uns heute zu allen unseren Hilfstransporten um zu helfen. Wir hoffen, dass Vida noch zu vielen Transporten helfen kommen wird.

Vidas Familie hat nie bereut, die alte, liebe Hündin adoptiert zu haben. Sie macht ihrer Familie auch heute noch viel Freude und hat sogar einmal einen Preis als Mixhündin bei einem Tierheimwettbewerb gewonnen. Da war die Familie besonders stolz auf ihr altes Mädchen.

Eindeutig sieht man hier, wie unsere "die-in-love-Hunde" gequält werden auf den Pflegestelle. Das Bett ist doch wohl viel zu klein für Vida - oder ?

Wir hoffen, dass noch mehr Tierschutzfamilien sich erbarmen und ein altes, nicht vermittelbares oder sogar krankes Tier adoptieren.