
Endlich in der Familie...
Endlich ist er da, Ihr neuer Hund oder Ihre neue Katze. Wir möchten hier einige grundsätzliche Umgehensweisen mit dem neuen Tier schildern, die helfen sollen, dass sich das Tier schnell einlebt und es nicht zu Problemen kommt.
Hunde
Handhabung direkt nach dem Ausladen an einem Transport:
Den Hund ordnungsgemäß und am Besten doppelt sichern (fest sitzendes Halsband - kein Würger oder Stoppwürger, kein Stachelhalsband sowie ein Geschirr und an jedes davon einen Leinenkarabiner !). Halsband und Geschirr schon vorher mit der eigenen Handynummer deutlich beschriften oder mit Anhänger versehen !
Den Hund zu einem ruhigen Löseplatz abseits führen und ihn sehr loben, wenn er sich löst. Dieser Vorgang hilft sehr den Stress abzubauen.
Den Hund zum Wassernapf führen (er bekommt Wasser mit etwas Traubenzucker angeboten, dass nicht zu kalt sein sollte). Manche Hunde trinken allerdings vor Aufregung nicht und brauchen vorher mehr Ruhe.
Ist der Hund sehr ängstlich, lieber wieder ins Auto verladen und erst nach Hause fahren. Bitte auch beim Autotransport dafür sorgen, dass der Hund gut gesichert ist (gegen Unfälle und Weglaufen !). Der Transport in einer Box oder einem Gitterfaltkäfig ist der sicherste Transport. Vorsicht beim Ein- und Ausladen. Der Hund hat hier noch keine Bindungen, kann sich ängstigen, vor Aufregung schnappen, könnte entlaufen und kennt sich noch nicht aus. Wenn er jetzt entläuft, dann sind die Chancen nicht gut ihn einzufangen. Lieber einen ängstlichen Hund mit der Box ins Haus tragen und in einem sicheren Raum (möglichst gefliest) aussteigen lassen. Zwingen Sie den Hund nicht aus der Box zu kommen. Lassen Sie einfach die Box offen stehen. Bei besonders ängstlichen Hunden, die nicht aussteigen möchten, kann es sinnvoll sein, das Oberteil der Box abzumontieren. Niemals den Hund gegen seinen Willen aus der Box zerren ! Sie werden dies zwar gelegentlich bei uns sehen, aber wir kennen die Hunde und wissen, bei welchem Tier wir diese Methode anwenden können. Der Hund sollte die ersten Tage auch im Haus ein gut sitzendes Halsband oder Geschirr tragen, weil man ihn so besser festhalten kann, wenn er sich an gefährliche Stellen (z. B. die Haustürnähe begibt).
Futter
Wir wissen oft nicht, womit der Hund zuvor gefüttert wurde. Jeder Futterwechsel bedeutet aber - je nach Hund mehr oder weniger - Stress für den Magen. Und Stress haben die Tiere schon genug durch den Orts- u. Personenwechsel oder den Transport. Daher sollte der Hund schonend gefüttert werden und dann langsam umgestellt werden. Gerade die Hunde, die mit einem Spanientransport kommen, sind äußerst wechselnde Futtersorten gewohnt, denn im Tierheim werden wechselnde Futterspenden gefüttert. Bei PROA bekommen die Hunde überwiegend Trockenfutter, aber auch Nassfutter. Hunde mit Leishmaniose bekommen Futter mit niedrigem Proteingehalt (unter 20 %) oder im Tierheim sogar Nierendiätfutter. Geeignet sind zum Beispiel: Multifit von Fressnapf, gemischt mit Markus Mühle evt. auch mit Rinti-Greenmix, Sano-Croq von Happy Dog, Reddy-Dosenfutter, Hills k/d (aber nur, wenn wir explizit darauf hinweisen).
Sofort nach dem Eintreffen, gerade eines Spanien-Hundes, der einen LKW-Transport oder einen Flug hinter sich hat, ist der Magen absolut leer, denn die Hunde erhalten KEIN Futter vor der Reise oder während der Reise. Dies ist keine Quälerei, sondern dient der Sicherheit der Hunde, damit unterwegs nicht Übelkeit, Völlegefühl, Magendrehungen oder Darmverschlüsse vorkommen. Die Reise ist Stress genug, da braucht der Magen keine zusätzliche Belastung und die eingesperrten Hunde können sich ja auch unterwegs nur bedingt erleichtern und verspüren so keinen unangenehmen Druck durch volle Blase oder vollen Darm. Dies schadet den Hunden keineswegs in dieser Ausnahmesituation.
Für frisch eingetroffene Hunde gilt unbedingt: In mehreren, kleinen Portionen, wie einen Welpen, füttern. Wir empfehlen Rinti-Sensibel Huhn mit Reis oder Lamm mit Reis. Dies ist ein gut verträgliches Dosenfutter von guter Qualität, was auch bei Durchfall gefüttert werden kann. Dieses Futter hat eine längere Verweildauer im Magen / Darm und daher kann das Häufchen auf sich warten lassen. Bitte füttern Sie KEINE Leckerchen, keine Kauartikel und nichts vom menschlichen Tisch ! So was ist für die erste Woche absolut Tabu ! Als Leckerchen nehmen die Hunde genauso gerne das normale Trockenfutter und es ist gesünder und weniger belastend.
Es kann sein, dass der Hund in seltenen Fällen kein Dosenfutter frisst, weil er es nicht kennt. In diesen Fällen kann Trockenfutter in winzigen Portionen gereicht werden.
Bitte füttern Sie den neuen Hund in einem separaten Raum, getrennt von den bereits vorhandenen Hunden. Viele Tierheimhunde sind extrem futterneidisch, manche sind ängstlich und trauen sich nicht. Wird der Hund alleine bei geschlossener Tür gefüttert, findet er eher zur Ruhe. Lassen Sie das Futter ca. 10 Minuten stehen und entfernen Sie sich vom Napf. Lassen Sie den Hund dabei ganz in Ruhe. Nach 10 Minuten nehmen Sie das Futter weg, wenn der Hund nicht dran gegangen ist. Niemals bleibt das Futter den ganzen Tag stehen, auch nicht bei einem Hund, der eingelebt ist.
Füttern Sie Ihre Hunde grundsätzlich in mindestens zwei Portionen am Tag. Füttern Sie nach dem Spaziergang oder dem Spiel mit anderen Hunden und nicht davor - Gefahr von Magendrehung. Benutzen Sie keine erhöhten Näpfe, sondern füttern sie aus dem Napf am Boden. Nur in Einzelfällen - und da bekommen Sie separate Hinweise von uns - wird aus erhöhten Näpfen gefüttert. Bei einem erhöhten Napf schlingen viele Hunde zu schnell und das begünstigt Magendrehung.
Wasser
Direkt nach einem langen Transport geben Sie dem Hund ein bisschen Traubenzucker ins Trinkwasser (losen Traubenzucker, in der Apotheke oder Drogerie erhältlich). Insbesondere nach Transporten im Sommer, bringt das die Mäuse schnell wieder auf die Pfoten. Das Wasser sollte nicht kalt sein, sondern Zimmertemperatur haben um den Magen nicht zu reizen.
Wundern Sie sich bitte nicht, wenn der Hund die ersten Tage viel trinkt. Es kann sein, dass er nur sein Flüssigkeitsdefizit vom Transport ausgleicht. Geben Sie dem Hund kein Wasser, wenn er gerade getobt hat oder sehr erhitzt ist. Dann bestenfalls ein kleines Schlückchen und den Hund erst zur Ruhe kommen lassen. Er könnte durch den Stress und die Aufregung zuviel trinken. Auch zuviel Wasser kann bei Stress eine Magendrehung auslösen.
Leckerchen
Als Leckerchen geben sie das normale Trockenfutter. Alle anderen Leckerchen sind tabu ! Durchfallgefahr !
Parasiten
Unsere Hunde sind alle entwurmt und haben Parasitenprophylaxe erhalten. Bitte nicht entwurmen, nicht spoten, nicht mit Flohspray besprühen ohne mit uns gesprochen zu haben. Hunde von PROA haben ein Parasitenbad erhalten. Dies macht das Fell etwas klebrig und es riecht seltsam. Unsere Hunde haben keine Flöhen, aber bei den Hunden aus Spanien ist die eine oder andere Zecke möglich. Bitte untersuchen Sie das Tier auf Zecken und entfernen Sie diese mit einem Zeckenhaken. Desinfizieren Sie die Bissstelle mit Calendula-Essenz von Weleda, Betaisadonna oder Mercucrom. Ist der Kopf dringeblieben, dann nehmen Sie Betaisadonna-Salbe, die hat eine ähnliche Wirkung wie Zugsalbe und wird den Kopf rauslösen mit der Zeit. Hier muss die Anwendung wiederholt werden. Unsere Hunde haben keine Milben in den Ohren. Die Ohren bitte in den ersten Tagen nicht reinigen, später vorsichtig und nicht tief mit einem Babyfeuchttuch über dem Finger den Schmutz wegwischen. Ist viel Schmutz zu sehen, dann bitte bei uns rückfragen, wir erklären dann die Vorgehensweise. Es wird dann ein flüssiges Lösemittel benutzt, was den Schmutz löst und der Hund schüttelt ihn dann heraus.
Baden
Der Hund muss die ersten drei Tage nicht gebadet werden, wenn Sie den Geruch ertragen können. Es hat Vorrang, dass der Hund zur Ruhe kommt und nicht, dass er einen Schönheitspreis gewinnt. Zum Baden eignet sich mildes Hundeshampoo (Nerzöl, Welpen) oder Spezialwaschgel für Lammfelle. Achten Sie darauf, dass das Shampoo geruchsneutral ist. Was für uns gut riecht, ist für den Hund oft eklig und je mehr der Hund meint, dass er nun "stinkt" , um so eher wälzt er sich wieder in "neutralisierender" Scheiße, um den Parfumgeruch los zu werden. Das Spezialshampoo für Lammfelle ist stark rückfettend, sehr waschstark, aber schäumt nicht. Es ist geruchsneutral. Wurde der Hund gebadet, so ist er hinterher gründlich abzutrocknen und muss - je nach Saison - danach erneut eine Parasitenprophylaxe erhalten.
Krallenpflege
Zu lange Krallen müssen nicht gleich geschnitten werden. Viele Hunde hatten im Tierheim oder auf dem Abgabeplatz nicht genug Auslauf und konnten sich die Krallen nicht ablaufen. Vorsicht, ein Hund, der das Krallenschneiden nicht kennt, muss erst daran gewöhnt werden mit Motivation und Leckerchen. Es könnte auch sein, dass der Hund vor Panik schnappt, also lieber bei Unsicherheit vorher eine Nylonmaulschlaufe anlegen. Wer es nicht kann, lässt das Krallenschneiden lieber und kommt zu uns, wir helfen dabei. Wer meint, es zu können, achtet bitte darauf, dass er einen stabilen Krallenschneider mit Stoppschutz benutzt. Bitte darauf achten, dass nicht in das Leben der Kralle geschnitten wird. Lieber mehrfach nach ein paar Tagen immer wieder ein Stückchen abkneifen und so "portionsweise" zur richtigen Länge kommen.
Pfotenreinigung
Sollte das Wetter die regelmäßige Pfotenreinigung nach dem Spaziergang erforderlich machen, dann vorsichtig und rücksichtsvoll umgehen. Die Hunde kennen bisher teilweise keine Pfotenreinigung (z. B. Spanienhunde) und könnten knurren oder schnappen aus Angst. Im Zweifel vorher eine Nylonmaulschlaufe anlegen. Geeignet zum Abtrocknen sind "Tonka-Hundehandtücher", die feucht angewandt werden. Sie verhindern, dass man als Hundehalter in Wäsche erstickt und lassen sich leicht auswaschen. Auch Baby-Moltontücher sind geeignet um Pfoten abzutrocken. Sie sind sehr saugfähig und weich und sind sogar kochfest. Auch alte Frottee-Handtücher kann man nehmen.
Schlafplatz
Schlafplatz
Spielzeug
Bürsten