Osterhilfstransport 2006

Es begann damit, dass ich Eva & Co. ausrichtete, dass sie T-Shirts und kurze Hosen einpacken sollten, wenn Sie zu PROA fahren würden. Hatte doch Carlos gerade mitgeteilt, dass nach der Kältewelle eine Hitzewelle Madrid überrollt habe. Eva gehorchte brav, schrieb mir aber dann in den Bergen Spaniens eine enttäuschte SMS, dass sie nicht genug warme Pullies mit hätten - es sei so eisebitterkalt in den Bergen und von dem guten Wetter sei nichts zu sehen. Nur Regen und teilweise Eisregen. Das fing ja schon gut an. Ich versuchte den schwarzen Peter an Carlos abzugeben. "Doch, das stimmt, nun, heute regnet es und ist kalt, aber für morgen haben sie schon wieder Urlaubswetter angekündigt", sagte Carlos auf meinen Anruf. In Urlaubstimmung waren unsere Wuppertaler Helfer aber ganz und gar erst mal nicht. Schließlich ist es nicht besonders erholsam mit einem riesigen Wohnwagen im Schlepp mit max. Tempo 80 km/h über die Straßen zu kriechen und tagelang unterwegs zu sein.

Eva, Jürgen, Jackie sowie unsere Vierpfoter Gina und Nobby waren also auf dem Weg nach Madrid. Im Gepäck jede Menge Patenpakete, Säcke mit Decken, Hundefutter und anderen Hilfsgütern. Sie wollten alles runterbringen, was in die letzten Transporte nicht rein gepasst hatte. Vollgestopft fuhren Sie mit einem Sammelsurium aus Insektenvertilgerlampen und Medikamenten in unser Partnertierheim.

Als sie sich nach Tagen endlich in der Nähe des Tierheims befanden, war es nicht ganz einfach hinzufinden. Ich hatte versprochen, dass sie die Aufschrift "PROA" in pink von weit her lesen würden - was ich nicht wusste ist, dass die Spanier endlich Zeit gefunden hatten die Aufschrift zu übermalen. Eine lieb gemeinte Idee war es von unseren deutschen Handwerkern gewesen, als sie auf die Seitenwand des Haupthauses dick in pinker Farbe "PROA" schrieben. Sie dachten an deutsche Verhältnisse, dachten, es sei wichtig, dass man ein Tierheim gut findet, weil dann Interessenten für die Tiere und freiwillige Helfern in Strömen kommen würden...

Leider hatten Klaus & Co. sich dabei verrechnet. Das Einzige was geschah, war, dass jetzt noch mehr Leute das Tierheim fanden um ihre ausgesetzten Hunde ans Tor zu binden !!! Blitzschnell verdreifachte sich die Zahl der ausgesetzten Tiere am Tor und die Aufschrift war nicht mehr tragbar. Jetzt hatten die Spanier also die Aufschrift übermalt und Eva & Co. mussten etwas länger suchen um das Tierheim zu finden. Nur ein frisch gestrichener weißer Fleck erinnerte an den Platz, wo einst der Name des Tierheims stand.

Die Zufahrtstraße zu PROA erwies sich als absolut ungeeignet für so einen großen und schweren Wohnwagen. So blieb unseren Helfern nichts anderes übrig, als den Wohnwagen an der Hauptzufahrtstraße zu parken und erstmal um Unterstützung bei PROA zu bitten. Zu tief waren die Schlaglöcher um den voll geladenen Wohnwagen bis dort hinzuziehen. Vorsichtig waren sie geworden, die Wuppertaler, nachdem sie sich am Vortag schon auf einem spanischen Campingplatz im Matsch festgefahren hatten und den Wohnwagen nur mit qualmender Kupplung wieder aus dem Dreck bekamen.

Am Tierheim angekommen kam es, wie es denn immer so ist: Weder Belén noch Carlos waren da. Eva rief an und erzählte, dass am Tierheim kein Mensch sei. Das konnte nicht sein, denn niemals lassen die Spanier das Tierheim ohne Aufsicht. Waren doch in der Vergangenheit, als PROA noch keinen Wachmann hatte, Tiere im Tierheim abgeschlachtet worden, wenn die Spanier nach Hause fuhren. Als ich Eva dies erklärte, hatte Jackie auch schon den Wachmann entdeckt, der sich wohl gerade im hinteren Teil des Tierheims aufhielt. "Carlos, Belén, non ! Und ein Schwall von spanischen Vokabeln flogen Eva & Co. entgegen." Ich gab telefonische Anweisung für Zeichensprache und Eva erfuhr, dass Belén gerade in der Tierklinik sei und Carlos noch auf der Arbeit. So begannen unsere müden Fahrer mit dem Umladen. Alle Hilfsgüter wurden vom Wohnwagen umgeladen in das Zugfahrzeug, der Wohnwagen abgehängt und Fuhre für Fuhre wurde zum Tierheim gefahren.

Die Hilfsgüter wurden umgepackt auf Schubkarren und dann - nach und nach - verstaut im Tierheim.

Trotz Konstanzes großer Aufräumaktion wurde schnell klar, dass PROA wieder Lagerungsprobleme bekam. Durch die wenigen Hilfstransporte stapelten sich an allen möglichen und unmöglichen Plätzen die Hilfsgüter.

Und schon kamen ja die nächsten Hilfsgüter mit Eva & Co. an, die auch noch untergebracht werden mussten. Patenpaket um Patenpaket wurden ins Tierheim geschleppt.

Jetzt erst tragen Belén und Carlos ein und konnten den Besuchern endlich das Tierheim vorführen. Gina und Nobby, die artig im Auto gewartet hatten, durften nun auch aussteigen und die Umgebung von PROA erkunden. Zusätzlich wurde zum Spaziergang gleich Holly mitgenommen, die ja auf dem Rückweg mitfahren durfte. Sie konnte jetzt Gina und Nobby kennen lernen und freute sich sehr über den Besuch und den anschließenden Spaziergang.

Holly durfte gleich beweisen, wie artig sie sich im Auto und im Wohnwagen benehmen konnte und enttäuschte niemanden. Autofahren fand Holly sowieso immer schon toll und regelmäßige Spaziergänge erst recht. Die vorsorglich mitgenommene Box wurde dann auch nur benötigt, weil Holly schon noch lieber vorne auf dem Schoß gesessen hätte ;-)) und versuchte nach vorne zu klettern.

Gleich am nächsten Tag mussten Eva & Co. weiterarbeiten. Eva hatte - als sie von der Hitzewelle und den Wärmeproblemen der PROA-Hunde am Telefon hörte, vorsorglich ihre Schermaschine eingepackt und da Pardillo nach dem schlammigen Winter total verfilzt war, ersparte sie PROA die Arbeit und nahm sich Pardillo "unters Messer". Aber selbst die Profimaschine von Aesculap verzweifelte an der Wolle des portugiesischen Wasserhundes und so musste Eva mühselig von Hand die dicksten Fellplacken entfernen, bevor die Maschine zum Einsatz kam.

Ganz artig legte oder setzte sich Pardillo in Positur als Eva ellenlang an ihm schnippelte.

Mustergültig artig hielt er auch still als die brummende Maschine zum Einsatz kam und Locke um Locke fiel.

Immer schlanker wurde Pardillo und immer eleganter. Und immer krummer wurde Evas Kreuz. Sie hat sicherlich ihren geliebten Trimmtisch vermisst.

Und da Wasserratte Pardillo weiß, was sich gehört, nahm er anschließend gleich freiwillig ein Bad im Gehegewassernapf. Er fühlte sich sichtlich wohl so frisch geschoren.

Um mehrere Pfunde erleichtert mutierte Pardillo zum jungen Hund und spielte ausgelassen mit Lidie Jackie Ball.

Jetzt waren alle Aufträge erledigt und der Urlaub konnte beginnen...

Gott sei Dank hielt das - von Carlos angekündigte gute Wetter Einzug und auf dem Rückweg in Frankreich hatten Eva & Co. dann nicht nur frühsommerliche Temperaturen, sondern fanden auch einen netten Campingplatz an der Atlantikküste, wo man sich ein bisschen erholen konnte. Hier waren dann auch die Hunde gerne gesehene Gäste, während unsere Helfer ob ihrer eigenen mitgebrachten Hunde in Spanien überall nur "NO Per wo man sich ein bisschen erholen konnte. Hier waren dann auch die Hunde gerne gesehene Gäste, während unsere Helfer ob ihrer eigenen mitgebrachten Hunde in Spanien überall nur "NO Perros" - keine Hunde - hörten oder giftige Blicke ihnen folgten, wenn artig die drei Wuffies mitdackelten.

Ein liebes DANKESCHÖN an alle Helfer, die diese Tour ermöglicht hatten und ganz besonders liebe Grüße an unsere fleißigen Wollmars !

Den Tieren von PROA wünschen wir "eine schöne Bescherung" mit all den Patenpaketen...