Zwerghamstergeschichte

„ Gestatten – Söckchen mein Name ! „

- Ein Zwerghamster wird geboren -

 

Nett und gemütlich habe ich es hier. Es ist dunkel, warm und Hunger habe ich auch nicht. Um mich herum wuselt es ganz doll. Aber was ist das ? Ein unbekannter Strudel reisst mich weg. Oh, Gott ! Jetzt wird es auch noch kalt ! Jemand rupft an meinem Bauch herum! Das finde ich aber doof! Ob ich schon quietschen kann ? Ich versuche es einfach mal. Also volle Lautstärke und ein bisschen zappeln kann auch nicht schaden. Wehre Dich kleiner Zwerghamster ! Sowas machen die mit mir NICHT !

Endlich Ruhe ! Aber verdammt kalt ist es hier ! Gott sei Dank, da kommt jemand mit Handtuch. Schöne Massage. So ist es besser ! Was mag denn hier los sein ?

 „ Hallo, kleiner Hamster, ich bin deine Mami und du bist gerade geboren worden. Herzlich Willkommen auf dieser Welt. Ich werde immer auf dich aufpassen und mich um dich kümmern. Alles klar mit dir ? Ich werde dich jetzt noch ein bisschen abrubbeln und trockenlecken und dann musst du erstmal ein wenig Geduld haben, denn Deine Geschwister müssen auch mal langsam aus meinem Bauch raus. “

So, geboren worden bin ich also. Und das Gewimmel um mich herum waren dann sicher meine Geschwister in Mamis Bauch. Und die werden jetzt auch geboren. Das muss ich mir ansehen. Aber verflixt, ich bin ja noch blind. Gut, also dann die kleinen Ohren gespitzt und das Näschen in die Luft. Vielleicht bekomme ich so noch etwas mit. „Flutsch“, da scheint das nächste Geschwisterchen zu kommen. Ob sich das auch so gegen das dämlich Gezupfe am Bauch wehrt ? Ich höre kein Quietschen und von Gezappel spüre ich auch nichts. Dafür schmatzt die Mama? Muss sie mal fragen, was das bedeutet.

„ Mami, ich hätte da eine Frage: Ist jetzt noch ein Geschwisterchen gekommen ? “

„ Nein, mein Schatz ! Dein Geschwisterchen hat sich nicht bewegt, gezappelt oder gequietscht als  ich die Nabelschnur, die uns verbunden hat, aufgefressen habe. Das heißt, es war nicht gesund oder tot und deshalb habe ich es gefressen. “ „ Und warum tust Du das? Kinder fressen! Ist das nicht brutal ?“ „ Nein, mein Kleiner, das muss sein. Wenn sich die Kleinen schon gegen so ein bisschen Gezupfe am Bauch nicht wehren können, dann überleben sie sowieso nicht. Tote Kinder im Nest machen uns aber alle krank und so fresse ich sie lieber auf. Das ist auch gesund, denn dann habe ich mehr Eiweiß für eure Milch im Körper und sie wird besonders lecker und gut.“ „ Mami, was ist Milch ? “ „ Das erkläre ich Euch gleich, lass mich erstmal deine Geschwisterchen zur Welt bringen, dann hast du später jemanden zum Spielen !“

Ich warte also ungeduldig. Ich höre Mami stöhnen und lecken und schließlich wuseln alle meine 7 Geschwisterchen um mich herum. Es ist verdammt eng hier. Mit 8 Geschwistern wäre es hier bestimmt sowieso zu eng geworden !

„ Du Mami, hier ist es aber verdammt eng und meine Geschwister treten mir laufend auf den Kopf. Konntest du denn keinen größeren Platz für die Geburt aussuchen ? “ „ Ach, das hätte ich sehr gerne getan, aber ich musste ja einen sicheren Platz für Euch finden und das ist nicht einfach. Diesen Platz hier nennt man NEST und es war der beste Platz, den ich in meinem kleinen Käfig finden konnte.“

 Also ein Nest ist anscheinend dieses weiche, warme Etwas um uns herum. Soviel habe ich kapiert. Aber was ist ein Käfig ?

„ Mami, was ist ein Käfig ? “ „ Ja, mein Sohn, ein Käfig ist der Platz indem wir leben. Die riesigen Zweibeiner haben uns hier eingesperrt und geben uns was wir brauchen - jedenfalls meistens. Die Riesen sind Zweibeiner, die uns Futter bringen, Wasser auffüllen und manchmal unseren ganzen Käfig mit neuem Geruch versehen und alles durcheinander schmeißen, was wir vorher eingerichtet haben. „

„ Das klingt aber böse. Ich glaube, ich mag die Zweibeiner nicht. “ „ Ach, ja, sie können schon lästig sein, aber ohne sie würden wir verhungern. Auf jeden Fall solltest du dich erstmal von Ihnen fern halten, denn sie können verdammt grob sein und du bist doch noch so klein. Also schrei hier nicht so rum, sonst hören die Zweibeiner, dass ich euch bekommen habe und dann wollen sie euch sehen und anfassen und das ist für euch noch viel zu gefährlich. Bleibt im Nest und seid schön leise, dann passiert euch erstmal nichts. “

„ Also, diese Zweibeiner klingen sehr gefährlich. Da bin ich wohl lieber leise und beschnuppere mal meine Geschwister. “ „ Genau, darum wollte ich euch sowieso bitten. Ihr müsst euch unbedingt den Geruch unseres Nestes und den unserer Familie gut merken und wenn ihr mal etwas anderes riecht, dann sagt mir schnell Bescheid. Das könnte dann nämlich ein Feind sein und Feinde muss ich weg- oder tot beißen. “ „ Warum beißt du dann nicht einfach die Zweibeiner tot, wenn die doch so gefährlich sind ? “ „ Zweibeiner sind zu groß um sie tot zu beißen. Bei großen Feinden laufen wir blitzschnell weg oder werfen uns hin und stellen uns tot. Manchmal haben wir dann Glück und sie lassen uns in Ruhe. Und ich sagte dir ja schon, die Zweibeiner bringen uns Futter und das brauchen wir zum Überleben. Deshalb schon sollten wir sie nur im Notfall beißen, z. B. wenn sie uns weh tun. Und apropos Futter. Jetzt werde ich euch das mit der Milch mal erklären: Also passt alle gut auf !

Fühlt mal wo ich besonders warm bin, dass ist mein Bauch. Dort riecht ihr auch schon einen feinen, süßen Geruch. An meinem Bauch findet ihr viele kleine Zitzen, die stehen etwas vor. Versucht sie mit eurem Mäulchen zu finden und saugt euch gut daran fest. Nun kloppt euch doch nicht ! Es ist für jeden eine Zitze da. Sucht einfach weiter, wenn ihr an eine besetzte Zitze kommt. Ihr findet dann noch andere. So, hat jetzt jeder eine Zitze gefunden. Gut ! Dann jetzt alle feste saugen. Aus den Zitzen kommt dann die Milch und die macht euch groß und stark.“

„ Oh, toll, Mami, das schmeckt super ! Aber warum kommt so wenig davon ? Ich habe immer noch Hunger ! “

„ Ja, mein Sohn, das tut mir leid, aber die Zweibeiner haben mit der Zeit die Lust an mir verloren und versorgen mich nicht mehr sehr gut. Seit Tagen habe ich kein frisches Wasser bekommen und das alte Wasser enthält Bakterien. Die sind für euch zu gefährlich, deshalb trinke ich nicht mehr als unbedingt nötig und das Futter ist langweilig und nicht besonders vitaminreich. Frisches, grünes Saftfutter gibt es schon lange nicht mehr und Mehlwürmer oder Magerquark habe ich ewig nicht bekommen. Euer totes Geschwisterchen wird mir ein bisschen helfen wieder Eiweiß im Körper zu haben und morgen ist vielleicht mehr Milch da. In meinem geheimen Versteck unter der Streu habe ich auch noch ein Stückchen Salatgurke gebunkert. Werde mal sehen, ob es noch genießbar ist. Aber ich kann nichts versprechen. Denn wenn es geschimmelt ist, dann lasse ich das besser, denn Schimmel ist für euch und mich äußerst gefährlich. Eigentlich hätten die Zweibeiner es längst wegschaffen müssen, aber in letzter Zeit machen sie den Käfig nur selten sauber. Ich glaube manchmal, dass sie mich ganz vergessen haben. Kopf hoch, mein Sohn, ich werde gleich ein paar Körner fressen gehen und da werde ich vielleicht etwas finden, was mehr Milch macht.“

 Aha, gutes Futter braucht die Mami also, wenn sie Babys hat und frisches Wasser. Und dann noch Eiweiß in Form von Mehlwürmern und Magerquark, damit die Milch gut wird und ausreicht. Na,. hoffentlich bringen die Zweibeiner bald was, mir knurrt der Magen. Dann wäre es vielleicht doch nicht so schlecht, wenn wir ein bisschen lauter sind und quietschen und piepsen. Vielleicht hören uns dann die Zweibeiner und bringen gutes Futter für die Mami ? Ich probiere es mal.

„ Pieps, pieps, quietsch !!! “

 

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- Anton heißt jetzt Antonia -

 

„ Sag mal, Thomas, hat da nicht eben was im Hamsterkäfig gequietscht ? Und wie der wieder aussieht und

stinkt !!! Den machen wir gleich mal sauber ! Hast Du dem Hamster überhaupt schon Futter gegeben. Ich bringe Dir gleich mal etwas Grünfutter aus dem Garten. Da habe ich frischen Löwenzahn gesehen. Guck du doch mal ins Häuschen derweil, warum der Hamster so quietscht. “

 „ Mutti, Mutti, der Hamster ist gar kein Anton, sondern eine Antonia ! Er hat Babys bekommen. Eins, zwei, drei, vier, fünf .... nun purzelt doch nicht so durch die Gegend, ich kann ja gar nicht zählen. Mutti, komm doch mal, da sind ganz viele, unter Anton liegen auch noch welche ! Igitt, sind die hässlich, ganz nackig und ohne Fell und die Augen sind noch zu. Die sind ja durchsichtig und haben weiße und schwarze Flecken im Bauch !“

„ Um Gottes Willen, die in der Tierhandlung haben doch gesagt, es sei ein Männchen ! Dabei ist es ein trächtiges Weibchen ! Hoffentlich kommen nicht noch mehr. Eins sage ich dir gleich, die behalten wir auf keinen Fall ! Und wie das stinkt. Aber jetzt können wir den Käfig nicht sauber machen. Sonst werfen wir die Babys nachher versehentlich weg. Wir werden mal die Streu außenrum wegwerfen und füll endlich Heu und Stroh nach, das hast du bestimmt seit einer Woche nicht gemacht. Ich rufe erstmal Papa im Büro an und frage, was wir tun sollen. Und wechsle mal das Wasser. Die Nippeltränke ist ja schon ganz grün innendrin. Das sind Algen. Spül das mal mit der Flaschenbürste und nimm reichlich Spülmittel dazu. Sonst kriegen wir die nie sauber. Ich ruf auch gleich mal in der Zoohandlung an und beschwere mich ! Ein Männchen ! Haben die gesagt ! Unverschämt ! Denen werde ich was husten. So, Thomas, jetzt setze ich mal das Haus vorsichtig auf das Nest und du holst Heu und Stroh und Futter ! Und dann rufe ich Papa und die Zoohandlung an.“

Na, bitte, war doch gut, dass ich nicht auf Mama gehört habe. Jetzt gibt es Heu, Stroh, Wasser und Futter und dann bekommt die Mama wieder Milch. Gut, dass ich gepiepst habe.

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„ Also, Thomas, lass das mal mit der Tränke. Wir kaufen eine neue Tränke. Ich habe mit Papa und der Zoohandlung telefoniert. Papa ist stinksauer, weil Du ja damals einfach mit mir den Hamster gekauft hast und der Papa nichts davon wusste. Er sagt, die Jungen können wir ja abgeben oder besser wir geben die Mutter mit den Jungen ab und Du behältst eines der Babys. Und jetzt zieh dich an und komm, wir fahren erstmal zur Zoohandlung und kaufen eine neue Tränke und lassen uns von der Frau dort alles erklären. Sie hatte am Telefon keine Zeit, weil sie kassieren musste, aber sie hat gesagt, wir könnten ja vorbeikommen, sie würde uns dann alles erklären. Die Mutter braucht nämlich jetzt auch Vitamintropfen und Eiweißfutter um die Jungen großzuziehen und die Tränke soll in den Müll. Scharfer Reiniger ist giftig für Zwerghamster!

Der Verkäuferin werde ich dann schon klarmachen, dass sie uns die Jungen abnehmen muss. Von wegen Männchen ! Vielleicht bekommen wir sogar Geld für die Babys.“

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„ Aha, dass sind also die Hamsterbabys ! Mein Gott sind die hässlich ! Sabine, was hat denn jetzt die Zoohandlung heute morgen gesagt ? “ „ Also, die waren einfach nur unverschämt ! Die haben gesagt, es täte ihnen leid, dass sie uns ein trächtiges Weibchen als Männchen verkauft hätten. Aber leider hätten sie gerade Junghamster geliefert bekommen und sie könnten uns nur ein Baby nach 3 Wochen abnehmen. Und das würden sie auch nicht bezahlen. Wir dürften uns aber bei Lieferung des Babys eine Packung Hamsterfutter umsonst mitnehmen, als Entschädigung. Du, die verkaufen diese Dsungarischen Zwerghamster dort für 28,50 DM das Stück. und uns bieten sie Hamsterfutter für 3,79 DM als Entschädigung ! Vielleicht kann Thomas die Babys ja in der Schule verkaufen. So eine Nebeneinnahme wäre doch gar nicht verkehrt. Wenn das gut klappt, dann behalten wir einfach die Mutter und ein Männchen und züchten. So kann Thomas dann sein Taschengeld aufbessern. Was hältst Du davon ? “

„ Ne, das klappt nicht. Ich hatte auch mal als Kind einen Goldhamster und der hatte Junge. Da sind wir wochenlang überall bettelnd rumgerannt und die Leute wollten die Jungen nicht mal geschenkt. Der eine hatte Katzen, der andere Hunde, der Dritte konnte nicht mit kleinen Tieren und der Vierte hatte eine Tierhaarallergie. Das klappt nie so, wie du dir das vorstellst. Und dann dieser Gestank hier im Zimmer ! Die Viecher kommen weg !“

„ Ja, aber an dem Gestank kann man nichts machen, sagt die Frau aus der Zoohandlung. Sie sagt, die nächsten 2 Wochen dürfen wir das Nest nicht anrühren. Erst wenn alle Jungen das Nest verlassen haben, dann dürften wir den Käfig reinigen. Da werden wir mit dem Gestank wohl leben müssen. Ich brauche übrigens Haushaltsgeld. Ich musste in der Zoohandlung viel Geld ausgeben um alles für die Babys zu kaufen. Sie brauchen Kolbenhirse, wenn sie anfangen selbst zu fressen und die Mutter braucht gutes Futter, Heu und Stroh, eine neue Tränke musste her, weil DEIN Sohn die alte zu selten gewaschen hat, Hamsterwatte für das Nest habe ich gekauft, dann noch Hundekuchen, weil die Hamster jetzt Eiweiß brauchen und ich keine Mehlwürmer verfüttern will und all so ein Zeug.“

„ Ich sag, ja, Sabine. Die Viecher müssen weg. Sag mal, kann man die nicht ins Tierheim bringen ? “

„ Ach, ich weiß nicht, ich denke dann werden wir dort was bezahlen müssen für die Abgabe und ich habe jetzt wirklich genug Geld für den Hamster ausgegeben. “

„ Was solls. Stelle ich denen die Hamster einfach nachts in einem Karton vor die Tür. Die werden die schon finden und dann haben die Tiere es ja gut ! “

„ Aber wenn Dich jemand sieht und dein Autokennzeichen notiert. Das ist, glaube ich, strafbar – Tierquälerei – oder so ! “

„ Blödsinn, ich lass mich schon nicht erwischen. War früher als „ Indianer “ in Anschleichen ganz groß ! Behalten wir die Viecher halt noch eine Woche und dann weg damit.“

„ Für morgen hat Thomas auch seine 4 Kumpels eingeladen. Die wollen die Jungen ansehen, vielleicht nimmt ja einer davon ein Baby.“

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- Böse Zweibeiner -

„ Mami, Mami, hilf mir. Die Zweibeiner haben mich gefangen und quetschen an mir rum ! “

„ Halte durch , mein Sohn, ich muss deine Geschwister bewachen und die Kinder in die Finger beißen, damit sie nicht noch mehr erwischen !“

Puh, das war knapp, habe fast keine Luft mehr bekommen. Endlich haben sich mich zurück ins Nest getan. Mal sehen wie es Mami und meinen Geschwistern geht. Und dieser Lärm ! Warum müssen die Kinder nur so schreien. Man kann sie doch auch so laut und deutlich hören. Sind die denn alle taub ? Und jetzt noch diese dröhnende Musik. Ich bekomme Magenschmerzen von der lauten Musik ! Jetzt kommt auch noch so ein widerlicher Geruch aus den anderen Zimmern der Zweibeiner. Ich ersticke ! Was ist das nur ?

„ Mami, was ist das für ein furchtbarer Geruch ? ..... Mami, Mami, warum frisst du denn meine Schwester ? War die auch tot ? “

„ Ach, verflixt, habe ich aus Versehen getan, ich war so aufgeregt, weil die Kinder euch angefasst haben und deine Schwester roch so nach Zweibeinern und ich war soooooo wütend auf Thomas und seine Freunde. In der Verwirrung habe ich jetzt deine Schwester gefressen. Wie furchtbar ! Ich war so im Stress, dass ich es nicht gemerkt habe ! Mein Gott, bin ich froh, dass du mich gewarnt hast. Sonst hätte ich nachher noch mehr von euch gefressen. Verzeiht mir ! So kann das halt gehen, wenn die Zweibeiner uns so großen Stress machen, wenn wir Kinder haben. Dafür werde ich jetzt zu euch besonders lieb sein. Halt ! Hiergeblieben ! Muss ich euch erst wieder ins Maul nehmen um euch ins Nest zu tragen. Bleibt zusammen ! Man weiß ja nie, was noch passiert !“

„ Also, Sabine, Thomas ist auf Klassenfahrt. Der merkt das gar nicht. Ich packe jetzt das Viehzeug in eine Kiste und bringe die zum Tierheim. Der Gestank hier ist ja nicht mehr feierlich!

Wenn Thomas von der Klassenfahrt kommt und die Hamster vermisst, dann kriegt er halt ´ne Kinokarte geschenkt als Ablenkung oder wir kaufen einen Hund. Wollte ich als Junge eh immer schon haben ! Am besten so einen Schäferhund, der kann dann auch die Familie beschützen, wenn ich nicht da bin. Kann so ein Hamster ja nicht.“

„ Wenn du meinst, hier ist ein Karton. Meinst du nicht, die erfrieren draußen ?“

„Quatsch, sollen die vom Tierheim mal früh aufstehen und vor ihre Tür gucken. Kannst ja die dusselige Hamsterwatte da reinpacken, dann ist es wärmer!“

„ Ne, die habe ich weggeschmissen. Eins von den Jungen hatte sich darin erwürgt und ein anderes hat sich ein Bein abgeschnürt. Das ist ein Scheißzeug ! Die in der Zoohandlung wissen halt auch nicht alles, aber sie verkaufen alles, was Geld einbringt, ob gut für die Tiere oder nicht !“

„ Ich fahre dann jetzt ! “

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„ Mami, was ist das für ein Erdbeben ? Alles wackelt, mir wird schlecht ! “

„ Keine Ahnung ! Schluck´s runter. Der große Zweibeiner bringt uns irgendwohin. Und die Kiste in der wir stecken, wackelt. Haltet durch. Ihr seid doch schon groß, bald 3 Wochen alt. Bald seid ihr erwachsen. Es wird schon werden und ich bin ja bei euch, das ist die Hauptsache !“

„ Mami, mir ist so kalt ! Wo sind wir ? “

„ Keine Ahnung, mein Sohn, scheint eine Pappkiste zu sein und außenrum ist es saukalt ! Kommt unter meinen Bauch, ich versuche euch warm zu halten. Es hat keine Sinn sich durch die Kiste zu knabbern, wenn es so kalt draußen ist. Da würdet ihr nur erfrieren. Trinkt ein bisschen Milch. Vielleicht hilft uns ja jemand.“

„ Aber Mami, die Milch wird knapp. Es ist kaum was in den Zitzen. “

„ Ja, ich weiß, aber wenn die Zweibeiner uns hier ohne Wasser hinstellen, dann bekomme ich nicht genug Flüssigkeit um Milch zu machen. Hoffentlich kommt bald jemand und hilft uns ! Einer deiner Brüder ist leider erfroren. Ich kann einfach so viele Babys nicht unter mich packen.“

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- Gibt es auch gute Zweibeiner ? -

 

„ Ja, was steht denn da für ein Karton ? Mach mal auf !“

„ Nein, lieber erst reinholen. Wer weiß, vielleicht ist da ein Vogel drin, es raschelt so komisch darin.“

 „ Oh, schau mal, da hat einer eine Zwerghamstermami mit Jungen ausgesetzt. Die sind ja schon ganz durchgefroren ! Nimm Du mal die Babys in die Hand und „ tau “ sie auf. Ich nehme die Mutter. Sie dürfen jetzt nur vorsichtig aufgewärmt werden, sonst macht das der Kreislauf nicht mit. Und dann holen wir einen Zwerghamsterkäfig und machen ihn fertig. Also, wir brauchen einen Käfig mit 5 – 6 mm Gitterabstand, sonst kommen die Kleinen da durch, am Besten wir nehmen einen unserer Mäusekäfige. Und dann Streu, Heu, Stroh, einen  Vogelnistkasten und Nagerfutter aus dem großen Eimer. Dann noch Haferflocken und Kolbenhirse für die Jungen und eine Tränke. Sehen aus wie 3 – 4 Wochen alt. Die werden jetzt bald geschlechtsreif. Die muss mein Bruder übermorgen nach Geschlechtern trennen, sonst haben wir bald nochmal Junge. Jetzt soll die Mama sie erstmal wärmen. Für den Nistkasten brauchen wir noch etwas ungefärbtes Toilettenpapier in Stückchen gerissen. Das wärmt und ist weicher als Heu und Stroh.“

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 „ Mami, jetzt ist es schön warm und gemütlich ! Gut, dass die Frau vom Tierheim uns gefunden hat. Ihr Sohn und sie haben uns gut versorgt. Jetzt haben wir wieder einen großen Käfig und alles was wir brauchen.“

„ Ja, und ich habe wieder Milch für euch und Futter für uns. Ihr solltet jetzt auch nicht mehr soviel Milch trinken, sonst muss ich euch wegbeißen. Ihr seid jetzt alt genug um mehr und mehr Körner zu fressen. Strengt gefälligst eure Zähne an.“

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„ Mami, Mami, da ist ein Zweibeiner, der uns im Genick fasst und an uns rumfummelt ! Was sollen wir tun ?“

„ Quiecken und beißen, was das Zeug hält ! Weiß auch nicht was der will ! „

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„ Mami ? Mami ? Wo bist Du ? “

„ He, ich bin es, dein Bruder, nicht Mami, ich habe keine Zitzen, also lass meinen Bauch in Ruhe !“

„ Wo ist denn die Mami ? “

„ Ich höre sie im Nebenkäfig. Die haben uns wohl aussortiert. Hier sind nur unsere Brüder. Die Mädchen haben es gut, die sind bei Mami !“

„ Mami ? Hörst Du uns ? Warum hat man uns getrennt ? “

„ Keine Ahnung, mein Sohn, der Zweibeiner hat was von „ Geschlechtertrennung „ gefaselt. Anscheinend haben sie mir alle Söhne weggenommen ! Ihr müsst jetzt tapfer sein und alles selber machen. Erstmal müsst ihr den Käfig erkunden und Verstecke gegen Gefahr suchen. Dann müsst ihr euer Revier mit eurem Duft markieren und nach einem sicheren Nest Ausschau halten. Sucht aus Spänen, Heu, Stroh und was ihr sonst so findet ein warmes, weiches Nest zusammen und tragt es in das sicherste Versteck.

Wird´s dort gefährlich, dann sucht ein neues Versteck und zieht um. Vergesst nicht tüchtig Körner für den Notfall in euren Backentaschen zu sammeln und in alle Verstecke zu tragen. Wühlt euch in die Einstreu, wenn es gefährlich wird. Buddelt Geheimgänge für den Notfall. Sucht die Nippeltränke, damit ihr immer genug Wasser trinken könnt, falls zu selten Grünfutter kommt. Und verteidigt eurer Revier gegen alle Feinde. Im Notfall, wenn beißen keinen Sinn macht, dann flüchtet oder stellt euch tot. Erinnert euch an alles, was ich euch beigebracht habe ! Es ist jetzt wichtig fürs Überleben. Seid tapfer und Vorsicht mit den Zweibeinern! Es gibt halt Gute und Böse darunter ! Ihr seid jetzt alt genug und könnt alleine klar kommen. Ihr braucht mich nicht mehr.“

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„ Verdammt, die Zweibeiner haben mich gefangen. Sie stecken mich in eine kleine Kiste. Was wollen die von mir ? Brüderchen, hilf mir !“

„ Also, Julia, hast du ein Hämsterchen gefunden ? Dann fahren wir jetzt nach Hause. Halte die Transportkiste schön fest und wackele nicht so, sonst wird dem Hamster ganz schlecht und er fliegt hin und her. Du hast zwar Streu, Heu und Stroh in der Kiste, aber deine Bewegungen sind stärker als das der Hamster sie ausgleichen könnte. Wenigstens ist er durch Heu, Stroh und Streu gut gepolstert. Wickel die Jacke um die Transportkiste. Dann wird dem Hamster nicht zu kalt. „

„ Mama, meinst du, dass dem Hamster sein neuer Käfig gefällt. Ich habe ihn so eingerichtet, wie es in meinem Hamsterbuch steht: Streu, Heu, Stroh, Nippeltränke mit Wasser, Zwerghamsterfuttermischung auf die Einstreu verteilt, einen Hundenapf mit Chincillabadesand zum Baden, ein ausreichend großes Schlafhaus aus Holz, Nistmaterial aus geschredderten Tempotüchern, einen gelochten Holzast zum Durchkriechen und zur Fellpflege und ein weiteres Schlafhaus als Versteck und Vorratskammer für seine Körnersammlung. Und wenn er sich auf dem Käfigboden eingerichtet hat, dann kann er an den Querstreben hochklettern und die obere Etage erkunden. Dann bekommt er die Holzzwischenetagen in den Käfig und kann dort turnen, sich putzen und Kolbenhirse knabbern. Auf die Zwischenetagen bekommt er dann auch seinen Blumentopfuntersetzer mit dem Grünfutter täglich. Dann hat er auf dem Boden Platz um in der hohen Einstreu zu buddeln und manchmal gebe ich ihm Obstbaumzweige zum Knabbern. Ich glaube, ich nenne ihn Feivel Socks oder Söckchen, weil er weiße Fellsöckchen hat.“

„ Julia, Du hast den Käfig wunderschön und richtig eingerichtet. Der Hamster wird sich dort wohlfühlen. Der Käfig ist groß, mit genug Bodenfläche, abwechslungsreich und bietet alles, was das Hamsterherz begehrt. Nur denke dran, lass ihn erstmal in Ruhe, der Transport ist furchtbarer Stress für das Tierchen. Du siehst, er hat sich vor lauter Angst in die Einstreu eingebuddelt. Nur durch den Kunststoffboden der Kiste sieht man ein bisschen graues Fell zwischen den Spänen. Das tun die Hamster, wenn sie Angst haben.“

„ Ich weiß, habe ich doch alles in dem Hamsterpflegebuch vorher gelesen. Wenn wir nach Hause kommen dann buddel ich ihn vorsichtig aus und halte ihm eine leere Klopapierrolle vor die Nase. Er nutzt sie als Versteck und ich halte die Enden vorsichtig zu. Dann setze ich ihn vorsichtig mit der Rolle vor seinem zukünftigen Schlafhaus ab und er wird vermutlich nach einer Zeit herauskrabbeln und sich im Schlafhaus einrichten. Deshalb habe ich auch etwas Nistmaterial hereingetan. Ich bewege mich langsam und spreche nicht laut und lasse ihn erstmal in Ruhe. Wenn er den Schock des Transports verdaut hat, dann beobachte ich ihn die ersten paar Tage nur, bevor ich ihn mit Leckerbissen an meine Hand gewöhne, damit er weiß, dass die Hand etwas Gutes bedeutet. Und erst wenn er handzahm ist, dann lasse ich ihn bei uns im Bad oder im Flur mal laufen, damit er Abwechslung hat.“

„ Das hast du dir alles prima gemerkt. Der Hamster wird schnell merken, dass du seine Freundin bist und du wirst ihn prima versorgen. Du hast Respekt vor Tieren und gehst vorsichtig mit ihnen um. Ich habe ja gesehen wie vorsichtig Du den Zwerghamster deiner Freundin auf der Hand hieltest. Du hast auch mit der zweiten Hand ein Dach über seinem Kopf gebildet, damit er nicht von der Hand fällt oder springt. Vielleicht wirst Du später mal Tierärztin, wo du so gut mit Tieren umgehen kannst.“

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- Jetzt wird alles gut ! -

 

Na, da habe ich ja nochmal Glück in meinem Hamsterleben gehabt. Julia ist wirklich echt super. Wir sind gute Freunde geworden.

Wenn ich einen Sonnenblumenkern möchte, dann gehe ich einfach ans Gitter in der Nähe ihres Schreibtischs, wenn sie Hausaufgaben macht und stelle mich daran hoch. Dann weiß sie, dass ich einen Leckerbissen möchte und gibt mir ein Körnchen, eine Rosine, einen Mehlwurm oder ein Stückchen Trockenfleisch für Hunde. Manchmal gibt es auch eine Erdnuss oder ein Stückchen Walnuss. Ich habe einen großen Käfig, der ordentlich sauber gemacht wird und bekomme Heu und Stroh und Nistmaterial soviel ich möchte. Manchmal bringt Julia mir neue Verstecke aus der Stadt mit. Ich habe jede Menge Verstecke, die Julia mir manchmal austauscht: Eine halbe Kokusnuss, ein Holzhaus, einen Toniglu, gelochte, hohle Äste, die ich beknabbern kann, eine Korkeichenhöhle, auf der ich gerne rumturne, eine schicke Leiter aus Rundhölzern ohne Sprossenabstand für meine kleinen, empfindlichen Füßchen und Rebäste zum Klettern. Julia stört mich nie in meinem Schlafhaus, siebt regelmäßig meinen Sandnapf, damit ich wieder im trockenen Sand mein Fell pflegen kann. Sie zerstört nie mein ganzes Nest und meine kostbaren Körnervorräte, wenn sie den Käfig kontrolliert oder reinigt. Sie guckt jeden Tag, ob ich gesund bin oder etwas brauche, wechselt mein Trinkwasser, füllt Heu und Stroh bei Bedarf nach und gibt mir eine gute, abwechslungsreiche Körnermischung, die sie selbst mixt. Sie hat gesagt, sie will ja auch nicht jeden Tag das Gleiche essen und sorgt stets für ein bisschen Abwechslung im Futter. Sie gibt mir täglich abends frisches Saftfutter und auch da sorgt sie für Abwechslung. Leider gibt sie mir mir große Stücke, damit ich an Ort und Stelle fresse. Sie sagt, ich würde kleine Stücke sonst in meine Vorratskammer bringen und dort würden sie verfaulen und schimmeln. Dabei würde ich auch Saftfutter zu gerne verschleppen. Manchmal schleppe ich ein Chicoréeblatt ins Häuschen, aber Julia ist unerbittlich. Sie kontrolliert meine Häuschen regelmäßig und entfernt Saftfutter immer sofort. Tagsüber, wenn sie in der Schule ist, dann spiele ich ein bisschen und klettere im Käfig, dann mache ich ein ausgiebiges Nickerchen bis sie von der Schule kommt. Wenn sie am Schreibtisch Hausaufgaben macht, bettele ich um ein Körnchen und sie holt Leckerbissen. Dann sieht sie mir ein bisschen beim Turnen und Futtersammeln zu und anschließend mache ich wieder ein Nickerchen. Nie stört mich Julia mit lauter Musik. Wenn sie tanzen will, dann nimmt sie ihren Ghettobluster mit in ein anderes Zimmer und ich kann in Ruhe weiterschlafen. Sie schließt auch immer die Kinderzimmertür, damit ich keinen Nikotingeruch aus dem Wohnzimmer abbekomme. Das macht mich nämlich krank. Sie ist sehr rücksichtsvoll und abends, wenn ich ausgeschlafen bin, dann kommt sie und sieht mir beim Turnen zu. Ich versuche dann viele beeindruckende Kunststückchen um ihr eine Freude zu machen. Ich klettere unter dem Käfigdeckel entlang, halte mich nur mit einer Hand fest dabei. Dabei falle ich manchmal herunter, aber das macht nichts, denn mein Käfig ist nicht zu hoch und Julia tut mir immer viel weiche Einstreu hinein, damit ich mich nicht verletze und prima buddeln kann. Manchmal spielen Julia und ich Verstecken. Sie versteckt einen Leckerbissen in meinem Sandkasten und ich buddele wie wild bis ich ihn finde. Ich lebe gerne bei Julia !

Ich hoffe, das meine Geschwister auch ein schönes Zuhause bekommen haben.

 

- Na, Lust auf Zwerghamster bekommen ? -

 

Wenn Du auch so ein vernüftiger, lieber Zweibeiner wie Julia bist, dann schau doch mal im Tierheim nach, ob dort ein Hamster ist und lass Dich beraten. Vielleicht findest Du dort auch so einen s="MsoNormal" align="center" style="text-align: center"> - Na, Lust auf Zwerghamster bekommen ? -

 

Wenn Du auch so ein vernüftiger, lieber Zweibeiner wie Julia bist, dann schau doch mal im Tierheim nach, ob dort ein Hamster ist und lass Dich beraten. Vielleicht findest Du dort auch so einen guten Freund wie mich ....

Dein Feivel Socks alias Söckchen, seines Zeichen Dsungarischer Zwerghamster aller erster Güte !

 Copyright: Irene Schellenbeck