Endlich ein Garten

Als wir letztes Jahr unser Haus bezogen, dachten wir: „Endlich ein Garten, auch wenn er klein ist, Thor wird sich riesig freuen, da er doch so gerne auf der Wiese liegt und sich die Welt anschaut. Wahrscheinlich will er gar nicht mehr ins Haus.“ So war unsere erste Investition ein stabiler 1,60m hoher Zaun, um den Garten für Thor ausbruchsicher zu machen.

 Der Garten war ziemlich verwildert und zugewachsen, da hier zuvor eine alte Dame lebte, die sich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr ausreichend darum kümmern konnte. Trotzdem war ich mir sicher, in nur einem Jahr alles hergerichtet zu haben mit blühenden Blumen und einem schönen grünen Rasen. Weit gefehlt!

Im Winter bei Bodenfrost findet unser Hund den Garten toll. Er liegt zufrieden auf der Wiese, taut mit seinem Bauch das Gras auf und aus seiner Nase kommen kleine Atemwölkchen, so dass er aussieht wie Grisu, der kleine Drache. Außerdem muss er im Winter 2x täglich seine Kontrollgänge zu den Vogelhäuschen erledigen. Wo kämen wir denn hin, wenn Frauchen plötzlich Futter in die Häuschen streuen würde, welches ihm auch schmeckt.

Im Sommer allerdings findet er den Garten eher uninteressant. Selbst wenn es abends abgekühlt hat und wir draußen auf der Terrasse sitzen, liegt er lieber im Wohnzimmer auf seiner weichen Decke.

 

Anders sieht es aus, wenn seine Hundefreundin Luna zu Besuch ist. Dann muss er mit raus und kontrollieren, wo Luna ihre Pfoten hinsetzt. Bereits nach kurzer Zeit beginnen die zwei zu spielen und jagen sich durch den Garten.

Dann werden die Rosenblüten von den Sträuchern gewedelt, die Glockenblumen fliegen und bei den Vollbremsungen im Beet, müssen auch schon mal die frisch gesetzten, kleinen, schwachen Sträucher daran glauben.

Interessant ist es, wenn Frauchen neuen Rasen ausgesät hat (natürlich ohne jeglichen Dünger, um die Hunde nicht zu gefährden). Luna liebt es, die aufgestreute Erde zu fressen (ich sage Klaus und Sabine immer, dass so ein Hund ab und an auch Futter braucht J). Um die Grassamen braucht sich Luna nicht zu kümmern, dass haben bereits die Vögel erledigt.

 

Thor trinkt nur noch aus der Vogeltränke oder aus einem Eimer mit Gießwasser. Sein Wassertopf ist völlig uninteressant. Er verbellt am Zaun alle Hunde, kleine Sträucher, die als Sichtschutz gesetzt wurden, werden einfach niedergetrampelt. Sitzen ja auch blöd da und stören ihn nur bei der Arbeit J! Luna ihrerseits, beschützt den Garten vor Joggern und Radfahrern.

 

Ab und zu bemüht sich Luna dem Garten mit selbst gegrabenen Buddellöchern einen besonderen Charme zu geben (eigentlich müsste ich froh sein, es gibt Gartenarchitekten, die nehmen für so etwas viel Geld!).

Schön ist auch, wenn ich abends die Beete gründlich gewässert habe und Thor danach am Zaun den Chef gibt. Allen Hunden wird klar gemacht, dass nicht nur der Garten, sondern auch die ganze Straße Thors Revier ist. Nach getaner Arbeit trabt er dann zum nächsten Blumenbeet, lässt sich fallen und begräbt unter seinem Bauch auch noch die letzten Tulpen. Sind Bauch und Pfoten genügend eingesaut, wird es Zeit ins Haus zu gehen, damit Herrchen und Frauchen auch die Mühe würdigen. Also verteilt er matschige Hundepfotenabdrücke im ganzen Erdgeschoss um sich dann in den 1. Stock zu begeben. Dort lässt er sich mit nassem und verdreckten Bauch auf dem Teppichboden nieder (er kann doch nicht seine Hundedecke beschmutzen, dass müssen wir doch verstehen)m Teppichboden nieder (er kann doch nicht seine Hundedecke beschmutzen, dass müssen wir doch verstehen).

Da mir die Hunde wichtiger sind als alles andere, putze ich abends den Boden, begutachte die misshandelten Blumen und Sträucher, grummel ein bisschen vor mich hin und denke: „O.k, diese Blumen und Sträucher haben sich als nicht hundetauglich erwiesen, im nächsten Jahr kaufe ich etwas anderes.“

 

Schön, dass wir endlich einen Garten haben! J J

Tina Langen

Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.