
Das geriatrische Profil und das große Blutbild
Immer wieder sind wir bass erstaunt, wenn uns Tierhalter um Rat fragen, deren Tiere erkrankt sind und wo der Tierarzt nicht weiter kommt herauszufinden, was das Tier hat, dass so selten ein großes Blutbild vorliegt. Das große Blutbild ist das A und O einer gescheiten Diagnosestellung und ergänzt sinnvoll die anderen Maßnahmen, die der Tierarzt bei Erkrankungen treffen sollte. Es ist IHR TIER und Sie sollten darauf bestehen - es bringt Sicherheit für Ihr Tier - insbesondere wenn der Tierarzt eh mit seinem Latein am Ende ist bei der Diagnosestellung. Ein geriatrisches Profil enthält u. a. auf jeden Fall sämtliche Nieren- und Leberwerte, die gerade beim älteren Hund oder der älteren Katze wichtig sind, denn diese Organe können im Alter einer größeren Belastung unterliegen. Oftmals kann man dann mit diätischen Maßnahmen über das Futter sehr große Besserungen erreichen und dies ist billiger als hinterher hohe Tierarztkosten zu haben.
Bei jedem Hund, jeder Katze sollte gelegentlich - mindestens wenn ungeklärte Symptome sich zeigen oder bei unklarer Diagnoselage - ein großes Blutbild angefertigt werden. Doch um sich ein umfassendes Bild machen zu können, wäre es optimal, wenn der Tierarzt ein großes Blutbild im gesunden Zustand zum Vergleich vorliegen hat. Sollte also einmal ein rundum-Gesundheitscheck - wie zum Beispiel bei der jährlichen Impfung - bei Ihrem erwachsenen Hund, Ihrer erwachsenen Katze anstehen, dann kann es sinnvoll sein, einmal ein Blutbild im gesunden Zustand machen zu lassen, welches man aufbewahrt oder die "moderne" Tierarztpraxis auch abspeichert in ihrem PC, um es als Vergleichsvorlage da zu haben, wenn der Hund erkrankt.
Mindestens jedoch sollte bei älteren (ab 6 - 8 Jahre beim Hund, ab 8 bei der Katze) und chronisch kranken Tieren (hier ist auch an die Mittelmeererkrankungen wie Leishmaniose, Ehrlichiose... zu denken) regelmäßig ein so genanntes "geriatrisches Profil", ein großes Blutprofilbild mit allen Leber- und Nierenwerten pp., angefertigt werden. Über den Abstand dieser Blutuntersuchungen sollten Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen. Er kann zwischen vierteljährlich, halbjährlich und jährlich variieren - je nach Gesundheitszustand und Lebenserwartung Ihres Tieres.
Sinnvoll ist es, dieses Profil immer beim gleichen Tierarzt oder im gleichen Labor erstellen zu lassen, damit es leichter ist Vergleiche zu ziehen. Eigentlich kann diese Untersuchung jeder Tierarzt in seiner Praxis machen. Doch einige Tierärzte ziehen es vor genaue Maßeinheiten vorliegen zu haben, die nicht jedes Gerät bietet. In Notsituationen, wo es Ihrem Tier richtig dreckig geht, sollten Sie jedoch darauf bestehen, dass sich der Tierarzt rasch einen Eindruck, von z. B. Nieren- und Leberwerten, verschafft und da spielen Maßeinheiten nicht die große Rolle. Abweichungen von den Normwerten, nach oben oder nach unten, zeigt auch jedes Praxislaborgerät an und in der Regel ist dies obendrein billiger als im Labor.
Lassen Sie sich das Blutprofil ausdrucken und nehmen Sie es mit nach Hause. Dann liegt es auch Ihnen bei z. B. einem Wohnortwechsel oder Tierarztwechsel, bei einem Besuch einer Tierklinik im Notfall vor. So haben Sie auch die Möglichkeit weitere Fachleute (Tierärzte!!!) zu befragen, ohne die Untersuchung gleich kostspielig und zeitaufwändig wiederholen zu müssen, wenn sie gerade erst gemacht wurde. Sollten Sie ein Blutprofil auf Thermopapier bekommen, kopieren Sie es. Thermopapier verblasst rasch und ist nach kurzer Zeit schon nicht mehr lesbar.
Sollte Ihr Tier bereits Vorbehandlungen vom Tierarzt erhalten haben, lassen Sie sich genau vom Tierarzt aufschreiben, welche Medikamente, Injektionen pp. Ihr Tier erhalten hat und bewahren Sie diese Informationen auf. Lassen Sie sich die vorläufige Diagnose Ihres Tierarztes aufschreiben, damit Sie sie ggf. zur Hand haben, wenn allergische Reaktionen nach der Behandlung auftreten oder Sie einen weiteren Tierarzt oder Spezialisten konsultieren möchten, um die Diagnose zu prüfen. Es ist möglich, dass Ihr Tierarzt dies in Form eines Arztbriefes für z. B. die Überweisung zum Spezialisten tut. Für einen solchen Brief können ggf. Gebühren entstehen.
Unseren Pflegestellen liegen weitere Informationen dazu im "gesperrten Bereich" vor.
Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.