Hauterscheinungen - Allergien ?

Nicht alles was juckt ist eine Allergie

Aus gegebenem Anlass möchten wir über Hauterscheinungen und Allergien schreiben. Zunächst sei dabei erwähnt, dass nicht jede Hauterscheinung jucken muss und nicht alles was juckt gleich eine Hauterkrankung sein muss. Wenn ein Tier sich häufiger kratzt, kann dies auch eine Stresserscheinung, eine Verlegenheitsgeste oder vieles mehr sein und so zum Beispiel auch vorkommen, wenn ein neues Tier ins Rudel integriert wird. So haben wir bei langhaarigen Rasse schon erlebt, dass sie sich kratzen, weil sie die Haare störten. Dies kam u. a. dann vor, wenn den Haltern der Rassestandard der bedeckten Augen einiger Rassen wichtiger war als die freie Sicht des Tieres (z. B. Malteser, Bobtail pp.). Auch altes Winterfell, was nicht regelmäßig ausgebürstet wird, kann Juckreiz verursachen. Regelmäßige Fellpflege ist eine ganz wichtige Angelegenheit, denn oft werden dabei Verletzungen, Hauterscheinungen, Knoten, Parasiten erst entdeckt - gerade bei langhaarigen Hunden.

Immer den Tierarzt hinzuziehen - Selbstbehandlung kann schlimme Folgen haben

Manche Hunde weisen mit Kratzen auch darauf hin, dass sich ein Parasit eingenistet hat. Alte Verletzungen können verkrustet sein und die Kruste kann spannen und zwicken. Nachschauen lohnt sich also in jedem Fall, denn eine per Kralle abgerissene Zecke ist nicht schön und kann sich leicht entzünden. Allerdings kratzen oder beknabbern sich manche Hunde auch wenn sie Schmerzen haben und eine so genannte Übersprungshandlung wegen des Schmerzes zeigen. Die Hunde knabbern dann nicht immer an der Stelle, wo das Schmerzzentrum sitzt, sondern auch an ganz anderen Stellen. In Betracht kommen auch Hauterscheinungen durch hormonelle Probleme. Die vielen verschiedenen Ursachen kann ein Laie alleine nicht abschätzen. Daher führen Sie bitte Ihren Hund im Zweifelsfalle dem Tierarzt vor.

Juckreiz und schlaflose Nächte

In den warmen Jahreszeiten kommt es bei immer mehr Hunden zu Hauterscheinungen, die oft vorschnell als Allergien bezeichnet werden. Hausmittelchen und Erfahrungen werden von den entnervten Hundehaltern weiträumig in Foren verteilt und weitergegeben. Wir weisen darauf hin, dass auch wir keine Tierärzte sind und NUR in deren Hand gehört die Diagnostik !!! Aus jahrelanger Erfahrung im Tierschutz mit vielen Tieren können wir nur eindringlich davor warnen selbst Diagnosen zu treffen und zu Eigenbehandlungen von diesen unangenehmen, für Hund und Halter entnervenden Hauterscheinungen, die oftmals mit immensem Juckreiz einhergehen, zu greifen. Dies wären lediglich Symptombehandlungen und sie sind oft so unpassend und falsch, dass sie mehr Schaden anrichten als die eigentliche Ursache ! Wenn Ihr Hund sich die ganze Nacht kratzt führt dies zu Schlafmangel bei Ihnen. Schlafmangel macht Sie reizbar und Ihre Stimmung überträgt sich auf den sowieso entnervten Hund. Versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Legen Sie sich selbst hin, wenn Ihr Hund schläft, wenn Sie können. In manchen Fällen hilft es das Schlafzimmer kühl zu halten. Wärme kann den Juckreiz verstärken. Teilen Sie dem Tierarzt mit, wenn Sie nicht schlafen können, weil Ihr Tier sich juckt. Er kann es nicht riechen, wohl aber Ihrem Hund zusätzliche Symptombehandlungen verordnen, die den Juckreiz lindern.

Nicht nur Symptome behandeln - auch die Ursache suchen

Zunächst ist es bei JEDER Erkrankung sinnvoll die URSACHE zu suchen und nicht nur die Symptome zu behandeln. Jeder, der etwas auf homöopathische Behandlung hält, weiß dies zu gut. Eine wirklich sinnvolle Behandlung kann nur dann durchgeführt werden, wenn die Ursache beseitigt wird. Leider ist es nicht immer möglich die Ursachen für eine Erkrankung zu finden, weil sie oft in weiter Vergangenheit liegen, aber dies sollte keinen gescheiten Tierhalter davon abhalten erst zu versuchen die Ursache zu ermitteln. Ist die Ursache beseitigt, erledigen sich die Symptome meist rasch von alleine - oft reicht es sogar, wenn der Tierarzt lediglich das tiereigene Immunsystem unterstützt oder kurzfristig mit z. B. Diäten bestimmte Körpervorgänge regelt und ausgleicht.

Mit einfachen und preiswerten Mitteln können Sie unterstützend helfen

Wird die Ursache nicht gesucht und nur die Symptome behandelt, verschwindet zwar evt. das eine oder andere Symptom, dafür treten aber oft neue, schwerwiegendere auf. Überlassen Sie also bitte einem versierten Tierarzt die Diagnostik und Behandlung ! Er wird Ihnen auch sagen, welche Hausmittel, pflanzliche Mittel oder homöopathische Mittel sie wirklich gefahrlos einsetzen können um dem Tier rasch zu helfen. So kann es sinnvoll sein mit Calendulateesud zu tupfen oder mit Calendula-Essenz in verdünnter Form dem Tier Hilfe zu leisten. Elastisch kann man die Haut mit Mandelöl halten, was ebenfalls heilende Wirkung hat. Aber auch hier muss abgewogen werden. Auch pflanzliche und homöopathische Mittel müssen richtig eingesetzt werden und gehören in die Hand von Fachleuten - entgegen der Aussage mancher Ärzte, die diese Mittel leider für wirkungslos halten und daher bedenkenlos empfehlen, damit der Kunde ruhig ist.

Warum meinen Sie, hat Ihr Tierarzt jahrelang studiert und Erfahrungen in der Praxis gesammelt ?

Gerade in den warmen Jahreszeiten, aber auch im Winter kommen verschiedenartige Parasiten vor. Bevor man Hauterscheinungen symptomatisch behandelt, MUSS festgestellt werden, ob solche vorhanden sind und in diesen Fällen müssen zunächst die Parasiten bekämpft werden. Der Tierarzt kann auf viele verschiedene Weisen unterschiedliche Parasiten feststellen und diese gezielt nach ihrer Art bekämpfen. Gerade wenn schon Hauterscheinungen vorhanden sind, ist es gefährlich selbst einfach Parasitenmittel anzuwenden, da diese die entzündliche, angegriffene Haut noch mehr reizen können. Der Einsatz solcher Mittel ist also tierärztlich abzuwägen. Der Tierarzt berücksichtigt dabei den Gesamtzustand des Tieres, die Rasse, das Alter, das Körpergewicht und evt. Vorerkrankungen des Tieres - das kann der Laie nicht. Es ist erstaunlich, dass manche Tierhalter meinen, wenn sie ein paar Jahre mehrere Tiere gehalten haben, könnten sie damit ein jahrelanges Veterinärstudium und die Praxiserfahrung eines versierten Veterinärs wettmachen.

Hinter einfachen Hauterscheinungen können schwerwiegende innere Erkrankungen stecken

Es ist verdammt gefährlich zu meinen, dass Hauterscheinungen in diesen Jahreszeiten lediglich von Milben verursacht werden oder Allergien seien. Genauso können schwerwiegende Erkrankungen Hauterscheinungen auslösen. So können sie begleitend zu Nieren-, Leber- und anderen Erkrankungen auftauchen, die es gilt schnell zu entdecken. Ein gewissenhafter Tierarzt wird daher den Gesamtzustand des Tieres begutachten und ggf. verschiedene Tests machen. Dies ist keine Geldschinderei, sondern oftmals erforderlich um ernste Erkrankungen auszuschließen. Wenn Sie Bedenken haben, dass Ihr Tierarzt richtig handelt, fragen sie ihm doch Löcher in den Bauch ! Dazu ist er da. Sollten seine Handlungen Hand und Fuß haben, dann sollte er in der Lage sein Ihnen erklären zu können, warum er was macht. Schließlich bezahlen Sie die Leistungen, die er erbringt. Ein guter Tierarzt beantwortet Ihnen jede - noch so dumm klingende - Frage, denn es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

Was eine Allergie ist und was andere Ursachen hat, kann nur der Tierarzt feststellen - nicht der Laie.

Durch Knabbern können auch Verfärbungen des Felles und dunkle Flecken auf der Haut auftreten.

Eigenbehandlungen - ohne Rücksprache mit dem Tierarzt können schlimme Folgen haben.

Beknabberte Stellen und mit den Krallen zerkratzte Stellen entzünden sich leicht durch eingebrachte Bakterien.

Vorsicht mit dem Einsatz von Cortison

Selbstverständlich können Hauterscheinungen auch von Flöhen oder einer Herbstgrasmilbe ausgelöst werden, aber genauso häufig kommen andere Ursachen in Betracht. Leider gibt es auch einige Tierärzte, die sehr rasch symptomatische Behandlungen machen wollen und bei Hauterscheinungen cortisonhaltige Präparate einsetzen wollen. Auch gibt es Tierärzte, die jede Hauterscheinung gleich als Allergie bezeichnen und nicht weiter forschen - denn in jeder Berufssparte gibt es auch schwarze Schafe. Seien sie mit dem Einsatz von Cortison nicht voreilig. Die letztendliche Zustimmung zu einer Behandlung liegt bei Ihnen - dem Tierhalter. Was ist so schlimm daran eine zweite fachliche Meinung einzuholen, wenn Ihnen Ihr Tierarzt voreilig erscheint oder nicht erklären kann, was er da tut ?

Im Zweifelsfalle eine weitere Meinung einholen oder einen Fachtierarzt aufsuchen

Ruhig noch einen zweiten Tierarzt aufsuchen, wenn Ihnen Zweifel kommen. Nicht jeder Tierarzt kann alles wissen. Im tierärztlichen Bereich gibt es ebenso Spezialisten wie in der Humanmedizin. Bei vielen Erkrankungen lohnt es sich nach einem versierten Spezialisten zu fragen und diesen ergänzend aufzusuchen. Entsprechende Fachtierärzte sollte Ihr Tierarzt nennen können, Sie können diese aber auch in Tierkliniken oder bei der Tierärztekammer für Ihr Gebiet erfragen. Auch im Tierbereich gibt es Allergietests. Wird eine Allergie vermutet, so sollte ein solcher Test in Betracht gezogen werden, denn WISSEN ist immer besser als RATEN. Wir haben in der Praxis schon Cortisonnebenwirkungen gesehen, die schlimmer waren als die ursprüngliche Symptomatik. Auch Tierärzte können Fehler machen und kein Tierarzt kann alles auf der Welt richtig einschätzen. Wir z. B. haben ein gesundes Misstrauen gegenüber Tierärzten, die auf alles immer gleich eine Antwort haben (die sie dann aber sehr mager begründen), aber Verständnis für Tierärzte, die sagen, dass sie mit ihrem Fachwissen am Ende sind und einen Kollegen empfehlen. Es spricht für den Tierarzt, wenn er sein Fachwissen richtig einzuschätzen weiß.

Achtung beim vorschnellen Einsatz von Gyrasehemmern

Gerade in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass auch Antibiotika von manchen Tierärzten vorschnell eingesetzt werden. Insbesondere Gyrasehemmer (z. B. Baytril) werden gerne für Kleinigkeiten eingesetzt, obwohl ein anderes Antibiotikum effektiver gewesen wäre. Dies ist sehr schade, denn so können schnell Resistenzen entstehen und braucht der Hund dann wirklich mal einen Gyrasehemmer, ist der Erreger vielleicht bereits resistent gegen den Wirkstoff. Auch hier bleibt dem Laien nur kritisch zu hinterfragen, warum und weshalb der Tierarzt zu Medikamenten greift und warum gerade zu diesem. Im Zweifelsfalle kann auch ein Antibiogramm zeigen, welches Antibiotikum wirklich angezeigt zur Behandlung ist.

Das Herkunftsland des Tieres kann wichtig sein

Stammt Ihr Hund aus dem Ausland - was bei second-hand-Hunden ja oftmals nicht mal bekannt ist (weil der Hund vielleicht ein Fundhund aus dem Tierheim war), sollten Sie besonders vorsichtig mit übereilten, schlecht fundierten Diagnosen sein. Bei ausländischen Hunden kommen noch mehr Ursachen in Betracht, wenn der Hund Hauterscheinungen zeigt. Einige dieser ursächlichen Erkrankungen, wie z. B. Leishmaniose, greifen das Immunsystem des Tieres an. Wird nun Cortison eingesetzt, kann dies die ursächliche Erkrankung erst richtig zum Ausbruch bringen. Auch Sarkroptesräude, Demodexmilben und Pilzerkrankungen sollten nicht ausgeschlossen werden, wenn man nach der Ursache sucht. Pilz- und andere ansteckende Erkrankungen können recht schnell auf die behandelnden Menschen, Kinder oder andere Tiere in der Familie übergreifen und sollten daher rechtzeitig erkannt werden. Achten Sie also auch auf entsprechende Hygienemaßnahmen (Einweghandschuhe pp.), wenn die Ursache für den Juckreiz ihres Hundes nicht klar ist und der Tierarzt nicht drüber geschaut hat.

Sarkroptes, Demodex- u. Herbstgrasmilbe, innere Erkrankungen, Allergien oder hormonelle Störung ? Viele Ursachen kommen für unterschiedlichste Hauterscheinungsbilder in Betracht. Es genügt nicht Bilder zu vergleichen - nur der geübte Tierarzt kann unter Auswertung vieler einzelner Kriterien und Tests feststellen, was Ihr Hund hat ! Dies kann mühsam und langwierig sein, aber es lohnt sich die Ursache festzustellen. Nur die Symptome zu behandeln ist oftmals zu wenig.

Arbeiten Sie im Team mit Ihrem Tierarzt

Daher ist es sehr wichtig, dass der Hundehalter gut mit dem Tierarzt zusammenarbeitet. Teilen Sie dem Tierarzt mit, wenn Ihr Tier aus dem Ausland stammt und wenn Sie die Herkunftsgegend kennen, geben Sie auch diese an. Informieren Sie Ihren Tierarzt, falls Vorerkrankungen bekannt sind und wo der Hund sich aufhält. Geben Sie ausführliche Auskunft wie der Hund ernährt wird - und damit meinen wir nicht nur die täglichen regulären Mahlzeiten, sondern auch die Leckereien, die Sie Ihrem Hund zustecken. Wird eine Allergie vermutet, so sind oft Farb- und Konservierungsstoffe dafür verantwortlich, die man durch Umstellung der Fressgewohnheiten umgehen kann. Geben Sie dem Tierarzt an, ob Ihr Hund gerne badet - z. B. in freien Gewässern. Gerade stehende Gewässer enthalten oft Bakterien und Keime, die zu Hauterscheinungen führen können. Das sind Informationen, die NUR Sie Ihrem Tierarzt geben können. Geben Sie dem Tierarzt an, wann es das erste Mal zu den Hauterscheinungen kam und machen Sie sich Gedanken darüber, wo der Hund sich davor aufgehalten hat. Sind allergische Reaktionen im Spiel, kommen auch frisch gewaschene Hundedecken oder Hundemäntel in Betracht. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, ob Sie vielleicht gerade das Waschmittel gewechselt haben. Wurde ein neuer Weichspüler benutzt (bei Kleinkindern und Tieren sollte man auf Weichspüler in der Wäsche eh verzichten, da sie oftmals Allergieauslöser sind). Ist der Hund mit Putzmitteln in Berührung gekommen oder frisch gegen Parasiten gespotet worden? Gab es Veränderungen in Ihrem Garten (wurde gedüngt oder Insektenvertilgungsmittel gesprüht) ?

Jeder Tierarzt kann nur so gut arbeiten, wie ihm der Tierhalter "zuspielt". Oftmals verfügen die Tierärzte über eine Menge Berufserfahrung, aber Ihre persönlichen Lebensumstände kann kein Tierarzt riechen.

Parasitenbehandlungen gehören in die Hand des Veterinärs - nicht in die Hand von Verkäufern in Zoohandlungen

Wenden Sie sich bei Hauterscheinungen Ihres Hundes also bitte an einen erfahrenen Tierarzt - Ihrem Tier zuliebe. Und überlassen Sie Parasitenbekämpfung dem Tierarzt und nicht der Verkäuferin im Zoohandel. Gegen Parasiten muss wirkungsvoll angegangen werden, denn sie ziehen häufig schwere Folgeerkrankungen für Mensch und Tier nach sich. Was nutzt Ihnen ein wenig wirkungsvolles, aber gesundheitsschonendes Parasitenmittel, wenn es die Parasiten nicht abtöten kann ? Die Bestimmung von Parasiten kann nicht am Ladentisch erfolgen - überlassen Sie dies dem Tierarzt.

Ökologisch unbedenkliche Parasitenbekämpfung - Ökotest

Als wir mit einer Tierärztin über ökologisch unbedenkliche Parasitenbekämpfungsmittel sprachen, weil die Zeitung Ökotest gerade einen Test veröffentlicht hatte, wurde diese gleich wütend: "Jetzt greifen wieder viele Tierhalter zu diesen unbedenklichen und unwirksamen Mitteln, weil sie meinen, diese seien gesünder und ihre Tiere leiden dabei unter den Parasiten. Anschließend ist dann das Geschrei groß, wenn die ganze Wohnung voller Parasiten ist und sie noch viel stärkere Gifte anwenden müssen um das Viehzeug wieder loszuwerden." 

Erst nur Flöhe - dann Staupe ?

Bedenken Sie bitte, dass Parasitenbefall andere Parasiten nach sich ziehen können und diese schwerwiegende Erkrankungen. So kann Flohbefall auch Würmer nach sich ziehen und Wurmbefall kann die Impfung in Frage stellen, weil ggf. der Impfschutz nicht greift. So erhalten schwerwiegende Erkrankungen die Möglichkeit Ihr Tier zu befallen (Staupe, Parvovirose...). Wichtig ist es deshalb auch das Tier gegen Parasiten zu schützen und eine Wurmkur spätestens vor der fälligen Jahresimpfe abgeschlossen zu haben.

Wurmkur oder Kotuntersuchung ?

Immer wieder hören wir, dass Tierhalter gegen Wurmkuren wettern. Sie haben gehört, dass man ja auch schonend einfach den Kot untersuchen kann - ohne gleich Medikamente und somit Chemie in das Tier zu stopfen. Dazu ist zu sagen, dass man zwar den Kot untersuchen lassen kann, aber sich nicht alle Parasitenlarven im Kot nachweisen lassen. Das Testergebnis der Kotuntersuchung wäre also evt. negativ, der Hund aber trotzdem verwurmt. Wäre das Testergebnis positiv müssten Sie eh zu einer Wurmkur greifen und was wäre dann gewonnen ? Zumal die Kotuntersuchung auf Parasiten fast genau so viel kostet wie die Wurmkur. Wir empfehlen also - trotz chemischer Belastung - regelmäßige Wurmkuren. Insbesondere, wenn Ihr Tier eine Maus verspeist hat oder Schafskot gefressen hat, ist die Gefahr der Verwurmung relativ groß, denn Mäuse und Schafe sind häufig von Parasiten befallen. Wurmkuren sind heute so beschaffen, dass es kaum Nebenwirkungen gibt, bestenfalls kann der Kot mal kurzfristig flüssiger sein, aber auch dies ist schnell erledigt, wenn der Hund entwurmt ist.

Einfache Hilfsmittel um dem Tier zu helfen

Unterstützend zur tierärztlichen Behandlung können Sie schon einiges tun. Verhindern Sie, dass Ihr Hund sich kratzt. Dies fördert den Juckreiz und bringt ggf. Bakterien und Keime in die bereits angeschlagene Haut. Es muss nicht immer gleich ein Plastikkragen sein, der den Hund am Kratzen hindert. Gerade Angsthunde leiden extrem darunter und zusätzlicher Stress ist bei keiner Erkrankung gut. Oftmals reicht schon ein Baumwollbody, ein Baumwoll-T-Shirt, Schlauchverband, den man mit Löchern für die Beine versieht, oder Baumwollkindersocken, den man dem Hund über die lädierte Haut zieht. Baumwolle ist hautneutral, kühlt und kann daher schon große Linderung bringen. So kann es auch hilfreich sein ein Baumwollbettlaken aufs Hundebett zu legen. Sind Parasiten oder Pilze beteiligt, lässt sich dies hinterher auch gut waschen um vor Neuinfektion zu schützen.

Baumwollkindersocken hindern den Hund die Pfoten zu beknabbern - allerdings sollten sie mit Leukosilk fixiert werden, sonst sind sie schnell ausgezogen ;-))...

Ein Baumwoll-T-Shirt oder Body decken lädierte Haut gut ab und hindern daran mit Krallen Dreck in Wunden zu bringen...

Der Plastikkragen - was muss beachtet werden

Laufend entwickeln Firmen auch bessere Hilfsmittel um Krankentage besser zu überstehen. Fragen Sie ruhig Ihren Tierarzt nach solchen Hilfsmitteln. Manche dieser Artikel kann man gleich in der Tierarztpraxis bestellen. Statt harter Plastikkragen mit denen der Hund überall vordeppert, gibt es inzwischen auch aufblasbare Halsringe, die je nach Lage der juckenden Stellen genug am Kratzen hindern. Auch Bauchverbände zum Umknoten werden im Veterinärbedarf geführt. Zu den handelsüblichen Plastikkragen sei angemerkt, dass Sie bitte darauf achten müssen, dass der Trinknapf die richtige Größe hat, damit der Hund noch Wasser aufnehmen kann, wenn er mit Plastikkragen versehen ist. Gegebenenfalls hat der Hund wegen der Geräusche auch Angst zu trinken. Bei Regen müssen Sie auf Spaziergängen darauf achten, dass die prassenden Regentropfen auf dem harten Plastik Angst auslösen können. In der Regel kann aber während eines Spazierganges auf den Kragen verzichtet werden, denn da befindet sich der Hund ja unter Aufsicht und Sie können das Kratzen unterbinden indem der Hund halt angeleint und unter Aufsicht bleibt. Außerdem ist der Hund in der Regel auf dem Spaziergang so abgelenkt, dass er nicht an knabbern und kratzen denkt. Je nach Ausladung des Plastikkragens sollten gegebenenfalls Möbel verstellt werden, damit der Hund sich ungehindert bewegen kann. Seine Sicht ist ja eingeschränkt und wer will schon ständig irgendwo hängen bleiben.

Es muss nicht immer ein harter Plastikkragen sein - manchmal reicht ein aufblasbarer Halsring um am Knabbern zu hindern...

Irene Schellenbeck

Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V.

Fotos copyright: www.tierhilfelid.de

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Zecken