
Hilfe für Tiere in Not - kostenlose Futterausgabestellen und Tiertafeln

Futterausgabestelle der IG Tierschutz Mittel-Hessen - hier wird gut gearbeitet
Jeder Mensch kann in Not geraten, ob verschuldet oder unverschuldet. Ein großes Problem sind dann seine Tiere, die er vielleicht hat und nicht abgeben möchte. Plötzlich ist kein Geld mehr da für die armen Viecher, weil der Tierhalter selbst nicht genug Geld hat, um sich zu versorgen. In solchen Fällen helfen beratend die Tierschutzvereine des jeweiligen Ortes, wo man wohnt. Ausstattung und Futter für die Tiere kann man unter Umständen bei den mehr und mehr aufkommenden Tafeln für die Tiere bekommen. Dort werden in der Regel auch Hunde- und Katzenkörbe, Leinen, Halsbänder, Bürsten, Hundemäntel und Tierzubehör angeboten.
Leider arbeiten jedoch nicht alle Tafeln für Tiere nach sinnvollen Maßgaben. So sollte man stets an solchen Ausgabestellen die Haltbarkeitsdaten der Waren prüfen. Zum Beispiel Ölsaaten für Vögel zersetzen sich zu Giftstoffen, wenn sie zu sehr überlagert sind. Katzenfutter ist hoch eiweißhaltig. Auch diese Eiweiße zersetzen sich zu Giftstoffen, wenn sie zu sehr überlagert sind. Bereits offene Futtersäcke müssen einer besonderen Kontrolle unterliegen, damit das Futter nicht muffig oder schimmelig wird. Die Folge wären kranke Tiere und hohe Tierarztkosten, die die Halter dann oftmals nicht zahlen können. Dies ist keine Hilfe für die Tiere, sondern Tierquälerei und völlig unverantwortlich. Doch leider haben auch nicht alle Futterausgabestellen geeignete Lagerräume, die trocken und kühl genug sind, um Futter sachgerecht zu lagern.

Beim Futter muss auf die Haltbarkeit geachtet werden

Die IG Tierschutz Mittel-Hessen hat kühle und trockene Lagerräume, die gut sortiert sind. Das ist gerade bei den Futterausgaben sehr wichtig, denn diese bekommen oft Sachspenden, die kurz vor dem Haltbarkeitsverfallsdatum liegen. Giftstoffe können entstehen, wenn Tierfutter überlagert ist.
Tafeln für Tiere werden leider oftmals von Menschen unterhalten, die keine geprüfte Sachkenntnis von Tieren haben. So wird dort immer mal wieder völlig gegen die Interessen der Tiere beraten.
Sinn der Futterausgabestellen sollte es sein, dass hier in erster Linie Menschen Hilfe für ihre Tiere finden, die VOR der Notlage angeschafft wurden, damit diese in den Familien verbleiben können. Das ist eine sinnvolle Maßnahme, denn die Tierschutzvereine sind längst nicht mehr in der Lage alle in Not geratenden Tiere aufzunehmen. Es sollten nicht Menschen ohne Geld animiert werden Tiere anzuschaffen. Solche Menschen können Pflegestellen für Tiere von seriösen und finanziell sicher gestellten Tierschutzvereinen werden und so ihre Pflegekenntnisse in den Dienst der Tiere stellen. Dann übernehmen die Vereine die Kosten für die Tiere und man stellt nur seine Pflegekenntnisse und Liebe den benachteiligten Tieren zur Verfügung. Völlig falsch jedoch ist es leider, wenn man sich ohne Geld Tiere anschafft und dann nicht für deren Unterhalt und Tierarztkosten aufkommen kann. Die meisten Tierärzte lassen sich zwar notgedrungen auf Ratenzahlungen ein, aber einige verweigern völlig die Behandlung der Tiere, wenn abzusehen ist, dass kein Geld da ist, um die Rechnung zu bezahlen. Zudem ist die finanzielle Notlage meist dadurch entstanden, dass keine Arbeit vorhanden war. Ist man jedoch zeitlich an Tierpflege gebunden, so steht man nicht uneingeschränkt dem Arbeitsamt zur Verfügung, welches jeder Zeit den arbeitslosen Tierhalter in einer Vollzeitmaßnahme unterbringen kann. So haben wir in letzter Zeit mehr und mehr Hilferufe von arbeitslosen Hundehaltern bekommen, die sich in der Arbeitslosigkeit einen Hund angeschafft haben, der dann nicht alleine bleiben konnte, weil der Halter plötzlich in eine Vollzeitmaßnahme gesteckt wurde.
Sinn einer Futterausgabestelle kann es auch nicht sein, dass sich Menschen mehr Tiere ANSCHAFFEN als sie finanziell unter ihrer Verantwortung halten können. Leider haben wir schon Futterausgabestellen erlebt, die maßgeblich an Animal Hoarding beteiligt waren, da auch solche psychisch kranken Menschen unterstützt wurden noch mehr Tiere zu halten. Dies geschah zwar manchmal aus Unkenntnis, macht aber für die Tiere keinen Sinn.
Futter alleine oder ein wenig Zubehör sind auch nicht alles, was Tiere benötigen. Gerade bei Katzen und Katern ist eine Kastration bei Geschlechtsreife ein absolutes MUSS ! Auch diese Kosten müssen bedacht werden. Die nötige Sachkenntnis ist zudem erforderlich, wenn man vermehrungsfreudige Nagetiere aufnimmt. Es ist nicht einfach die kleinen Tierchen nach Geschlechtern zu trennen und oftmals haben beratende Ausgabestellen nicht das Fachwissen über Geschlechtertrennung und Fortpflanzungsfähigkeit der Tierchen. Futter alleine reicht eben nicht, wenn die Tiere sich unkontrolliert vermehren und niemand den Nachwuchs haben will.
Futterausgabestellen geben oftmals auch Tierzubehör ab. Leider bekommen diese Ausgabestellen aber meistens Sachspenden, die gar nicht zum Einsatz kommen sollten. So haben wir schon Stachelhalsbänder (gesetzlich verboten) und Würgehalsbänder ohne Stopp (tierschutzwidrig) sowie Erziehungsgeschirre (tierschutzwidrig) und anderen Blödsinn in solchen Ausgabestellen gefunden. Damit wird den Tieren nicht geholfen, sondern sie werden noch mehr Leid ausgesetzt.

Leinen, Halsbänder - gut sortiert - bei der Ausgabestelle der IG Tierschutz Mittel-Hessen. Hier gibt es keine Stachelhalsbänder, Erziehungsgeschirre oder Würgehalsbänder, wie wir sie anderen Ortes leider schon gesehen haben.
Da eben meist Zubehör an solche Stellen gespendet wird, die andere Leute - aus gutem Recht - nicht mehr benutzen wollen, findet man dort Plastikzubehör für Nager (lebensgefährlich), Spiegel für Vögel (tierschutzwidrig), Plastikvögel als Kameraden für Vögel (tierschutzwidrig), lebensgefährliche Hamsterwatte und extrem zu kleine Käfige, die für die jeweilige Art nicht geeignet sind. Es werden Weidenkörbe für Welpen ausgegeben (gefährlich) oder völlig ungeeignete, gefährliche Laufräder oder Spielzeuge für Tiere, die lediglich zerstört in den Müll gehören. Da werden Salzlecksteine ausgegeben für Tiere, die gar keine haben dürfen oder Kalknagesteine, die für die Tierart völlig ungeeignet sind, da werden viel zu kleine Tierhäuser ausgegeben, in deren Eingängen die Tiere klemmen bleiben, nur weil man froh ist auch diese gespendeten Produkte an den Mann bzw. an das Tier zu bringen. Von solchen Ausgabestellen sollte man sich dringend fernhalten. Sie helfen nicht, sie schaden!

Näpfe, Nagerzubehör, Hundemäntel für den Winter - alles fein sortiert. Bei der IG Tierschutz Mittel-Hessen wird nicht artgerechte Zubehör sofort unbrauchbar gemacht und entsorgt
Seriöse Tierschutzvereine beraten Sie gerne, wo Sie Hilfe für Ihr Tier finden, die echte Hilfe ist.
Durch diesen Artikel sollen um Gottes Willen nicht die Tiertafeln und Futterausgabestellen in Verruf gebracht werden. Im Gegenteil, seriöse Ausgabestellen helfen auch uns bei der Tierschutzarbeit immens und wir wären arm dran, wenn wir sie nicht hätten. Es gibt hervorragend arbeitende Tiertafeln, die auch tierärztliche Betreuung und Kastrationen vermitteln, bei Bedarf Tiere vermitteln, die nicht mehr gehalten werden können und wirklich gute Arbeit verrichten.

Der Beratungsraum der IG Tierschutz-Mittel-Hessen: Hier werden Tierhalter bei einer Tasse Kaffee beraten und viele Informationsbroschüren über Tiere und Tierschutz liegen aus.


Vernünftige Ausgabestellen haben Statuten, die unterbinden, dass durch sie Animal-Hoarding noch unterstützt wird.

Die Aufgaben im Tierschutz sind inzwischen so umfangreich und massiv viel geworden, dass wir froh sind, wenn uns Teilbereiche andere Tierfreunde abnehmen, die dazu qualifiziert sind. Nur geht es einfach nicht, dass ein Lager zum Stapeln von Futter genommen wird, sinnlos überlagertes Futter darin gestapelt wird und sinnlos verschenkt wird an Menschen, die dann noch mehr Tiere anschaffen, weil sie ja das Futter nicht bezahlen müssen.
Es geht nicht, dass sich völlig unqualifizierte Tierliebhaber als Fachleute aufspielen, die Tierhalter beraten und ihnen dann tierschutzwidrige Zubehör oder gefährliches Futter andrehen. Guter Wille alleine ist eben auch für Futterausgabestellen zu wenig. Wir hoffen, dass solche Futterausgabestellen dazu lernen, sich qualifizieren und sich tierärztlich beraten lassen. Denn nur dann erreichen wir das, was alle mit solchen Stellen erreichen wollten - eine Verbesserung für die Tiere. Da aber diese Ausgabestellen keinerlei Kontrollen unterliegen, müssen bis dahin in Not geratene Tierhalter selbst die Qualifikation der Ausgabestelle prüfen und sich notfalls bei seriösen Tierschutzvereinen oder Tierärzten Rat holen, ob die Produkte für IHR TIER geeignet sind, die man dort bekommen hat.