
Wohnungssuche mit Hund
Es ist verrückt. Als wir damals mit Kind eine Wohnung suchten, da bot man uns an mit Hund in verschiedene Wohnungen zu ziehen, aber nicht mit einem Kind. Sucht man aber mit Hund oder gar HundEN eine Wohnung, dann hört man erstaunlicher Weise "mit Kind gerne, aber nicht mit Hund/en". Ja, was denn nun?
Wir möchten hier ein paar Tipps zur Wohnungssuche mit Hund geben:
Zunächst ist es wesentlich einfacher mit einem gut erzogenen Hund eine Wohnung zu finden. Also beginnen Sie rechtzeitig die Erziehung Ihres Hundes aufzufrischen, wenn Sie eine neue Wohnung suchen. Kein Vermieter ist begeistert, wenn ihn der Hund gleich ankläfft, denn dann schließt er daraus rasch, dass der Hund auch sonst viel Krach macht. Sollte Ihr Hund also ein Problem mit Fremden haben, dann ist es höchste Zeit Begegnungen mit Fremden vorher zu lernen.
Ein weiterer Punkt, der Vermieter stören kann, ist Dreck durch den Hund. Also gehen Sie bitte vor einem Kennenlernbesuch mit den Vermieter nicht in die Pampa und lassen Ihren Hund in Mist, Aas, Schafdung oder ähnlichem wälzen. Vor einem solchen wichtigen Termin kann Wuffel auch mal an der Leine gehen.
Hundehaare im Treppenhaus findet kein Vermieter schön und weiß, dass dies auch die anderen Mieter stört. Haben Sie also einen langhaarigen Hund, dann betreiben Sie Kosmetik. Hundefriseure haben das ganze Jahr geöffnet. Verpassen Sie Ihrem Hund eine chice Kurzfellfrisur. Selbst wenn es gerade Winter ist. Um eine Wohnung zu bekommen, kann der Hund auch mal ein paar Wochen lang einen Hundemantel tragen. Sehen Sie zu, dass Ihr Hund einen äußerst gepflegten Eindruck macht. Wunder wirkt das Polieren des Hundes mit einem Olivenöl-Lappen. Glänzendes Fell, saubere, freigeschnittene Augen machen einen gepflegteren Eindruck und dies überträgt sich auf den Mietinteressenten. Natürlich sollte auch Ihr Outfit entsprechend sein, denn nichts geht über den ersten Eindruck.
Reinigen Sie die Pfoten Ihres Hundes mit einem feuchten Tuch gründlich, bevor Sie den Hund dem Vermieter vorstellen. Hinterlässt er gleich Pfotenspuren vor dem Vermieter kann dies schon das AUS bedeuten.
Fraglich ist, ob man direkt sagen sollte, dass man mit Hund einziehen möchte. Da streiten sich die Gemüter. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es von Nachteil sein kann dies sogleich zu sagen. Zu viele Absagen hatte ich schon vorab am Telefon bekommen, wenn ich Vermieter anrief und angab mit zwei Hunden einziehen zu wollen. Im besten Fall folgen dann Fragen wie "ist es denn ein kleiner Hund?" und wenn man dies verneinen muss, bedeutet das meist eine Absage.
Es ist hingegen nichts dagegen einzuwenden erst die eigenen Vorzüge als Mieter zu präsentieren und wenn der Vermieter bereits interessiert ist, die Hundehaltung vorsichtig nachzuschieben. Meine letzten Vermieter waren keine Hundefreunde, im Gegenteil, sie hatten sogar etwas Angst vor Hunden. Erst als wir uns eigentlich grob einig waren und schon - nach Besichtigung der Wohnung - auf der Straße standen, sagte ich, dass es da noch eine Kleinigkeit zu regeln gäbe. Dann holte ich die Hunde aus dem Auto und führte sie ihnen vor. Das gute Benehmen der Hunde, das ruhige und liebe Auftreten, sorgten dann dafür, dass ich einziehen konnte. In jedem Fall sollten Sie aber darauf bestehen, dass die Genehmigung der Hundehaltung im Mietvertrag schriftlich fixiert wird.
Treffen Sie sich mit dem Vermieter zu Hause oder in der neuen Wohnung und haben den Hund / die Hunde dabei, bewährt es sich die Tiere im Auto warten zu lassen und nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Bitte denken Sie auch daran, dass Rüden ggf. in fremder Umgebung das Bedürfnis zum Beinheben entwickeln können und beobachten Sie ihren Rüden scharf, um es ggf. zu verhindern. In jedem Fall sollten die Hunde vorher ausführlich ausgeführt werden und sich lösen können. Wer vorher auf dem Spaziergang seinen Hund mit Bällchenspielen oder sonstigen Tobespielen aufgeheizt hat, sollte dem Hund Gelegenheit geben, sich vorher zu entspannen, damit er nicht so überdreht ist.
Sind Sie berufstätig und stundenlang außer Haus, empfiehlt es sich den Vermieter auch darauf hinzuweisen, dass der Hund z. B. in einer Hundetagesstätte betreut wird und sich nicht in der Wohnung befindet, wenn Sie arbeiten oder dass ein Hundesitter regelmäßig den Hund für Stunden abholt. Vermieter haben dann weniger Sorge, dass der Hund in Abwesenheit bellt oder jault.
Übrigens empfiehlt es sich bei Problemen mit der Wohnungssuche auch in Tierschutzforen zu inserieren oder die Möglichkeit einer Genossenschaftswohnung in Betracht zu ziehen. Dort sind Hunde meist erlaubt.
Inzwischen gibt es auch eine Internetplattform, die sich mit Immobilien + Hund beschäftigt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
Es empfiehlt sich übrigens vor der Wohnungsbesichtigung die Anschrift einmal im Internet einzugeben und sich auf entsprechenden Seiten eine Luftaufnahme der Anschrift anzusehen. Mit dem Hund müssen Sie jeden Tag mehrfach spazieren gehen. Nicht immer ist der Hund gesund, nicht immer ist das Auto einsatzbereit. So sollte sich in der Nähe der Wohnung unbedingt mindestens ein grünes Stückchen befinden auf dem man seinen Hund rasch ausführen kann. Bei Durchfall oder einer Gehbehinderung des Hundes ist es nicht lustig, wenn man erst ellenweit gehen muss, um ein Stückchen Wiese oder einen Baum zu finden. Bei Ausfall des Autos ist es auch ganz interessant, wenn ein Futtermittelshop sich in erreichbarer Nähe befindet. Allerdings ist natürlich auch eine Futterbestellung per Internet möglich. Diese sollte dann jedoch rechtzeitig geplant werden. Für Berufstätige, die zu Lieferzeiten nicht zu Hause sind, bietet es sich ggf. an, die Lieferung ins Büro zu bestellen. Selbst Gefrierkost (BARF) lässt sich in Styropor- oder Kühlbehältern ein paar Stunden kalt halten. Ist dies alles nicht möglich, ist es von Vorteil einen Rentner-Chopper in der Abstellkammer zu haben, mit dem sich auch schweres Futter ohne Auto besorgen lässt. Diese gibt es inzwischen auch für junge Leute mit pfiffigem Design ;-) und sie sind auch hilfreich, wenn man mal Rückenprobleme hat.

Eine weitere Alternative ist ggf. das Fahrrad mit Einkaufskorb oder Packtaschen, denn Hundefutter ist schwer.
Hat man die Wahl einer Wohnung, so sollte man mit einem geräuschempfindlichen oder ängstlichen Hund nicht unbedingt in die Nähe von Kindergärten oder Schulen ziehen. Erfahrungsgemäß ist dort die Geräuschentwicklung durch Kinder und Jugendliche nicht gering. Insbesondere in der Karnevalszeit oder Silvesterzeit sind die Tiere dort bei jedem Spaziergang ggf. Knallplättchen oder Krachern ausgesetzt. Auch die Wohnnähe zu Sportplätzen kann von Nachteil sein. Bei größerer Geräuschentwicklung dort bedarf es schon einem hart gesottenen Hund, damit er nicht bellt. Bei Spaziergängen begegnet man zudem dort öfter Joggern, die nicht jeder Hund mag und das kann - je nach Erziehungsstand des Hundes - anstrengend werden. Es ist empfehlenswert sich nicht nur die Wohnung, sondern auch die Spaziergehumgebung vorher anzusehen und sich den eigenen Hund dort vorzustellen. Empfehlenswert ist es, zu den stark bevorzugten Zeiten im anliegenden Gassigebiet einmal spazieren zu gehen. Man kann dann einschätzen an welchen Erziehungsproblemen man ggf. noch arbeiten muss im Vorfeld, wie die Hundehalter und Hunde in dem Gebiet sich benehmen und was auf einen bei jedem Spaziergang zukommt.
Sensible oder ängstliche Hunde sollte man ggf. doppelt sichern auf den Spaziergängen in fremder Umgebung.

Schon vor einem evt. Umzug ist es sinnvoll sich den nächstgelegenen Tierarzt herauszuschreiben und die Tierklinik, denn Tiere nehmen mit ihren Erkrankungen oder Verletzungen selten Rücksicht auf Umzüge und Eingewöhnphasen. Den Weg zur Tierklinik von der neuen Wohnung sollten Sie einmal in aller Ruhe ausprobieren, damit Sie ihn im Notfall schon kennen. So lernen Sie auch die Parksituation an der neuen Tierklinik kennen. Sind dort keine Parkplätze sichtbar, so fragen sie bitte telefonisch bei Klinik an, wo man im Notfall anfahren kann zum Ausladen des Hundes. Gerade bei großen, schweren Hunden ist es besser dies vor einem Notfall zu wissen, bei dem der Hund vielleicht nicht laufen kann. Während des Umzuges sollten Sie Wuffels Erste Hilfe Tasche auch nicht in Umzugskartons vergraben, sondern griffbereit haben.
Es kann vorkommen, dass ein Hund nach einem Umzug in der fremden Umgebung nicht alleine bleiben mag. Evt. fühlt er sich in der neuen Wohnung noch fremd. Tragen Sie dem bitte Rechnung. Kalkulieren Sie ein paar Tage frei ein und üben schon an diesen Tagen das Alleinsein wieder in kleinsten Schritten. Ist es absolut nicht möglich frei zu nehmen, sollte man ggf. mit dem Tierarzt über eine kurzfristige Beruhigungsmittelverabreichung nachdenken. Wichtig ist es auch den Hund rechtzeitig an die neue Umgebung zu gewöhnen. Schon bevor man den Schlüssel zur Wohnung hat, ist es möglich mit dem Hund in der näheren Umgebung spazieren zu gehen. Nach Schlüsselerhalt kann man den Hund auch schon mit in die neue Wohnung nehmen, wenn man ausmisst oder einzelnen Hausrat in die neue Wohnung schafft. Bei sensiblen Hunden ist es sinnvoll nicht gerade vor dem Umzug auch noch alle Hundedecken mit fremden Waschmittelgeruch zu versehen. Waschen Sie die gewohnte Decke lieber erst nach dem Umzug, wenn der Hund sich eingelebt hat. Er fühlt sich so ggf. eher "zu Hause".
Am Umzugstag selbst ist es für den Hund und Sie selbst entspannter, wenn er bei Freunden gesittet wird, bis die Wohnung einigermaßen eingerichtet ist - und vor allem - seine gewohnten Gegenstände wie Korb, Näpfe pp. bereits an Ort und Stelle stehen und nicht mehr umgeräumt werden müssen. Viele Hunde leben sich auch besser ein, wenn das gewohnte Spielzeug schon in der neuen Wohnung ist. Man sollte es also nicht in den untersten Umzugskarton packen, wo man es nicht wieder findet.
Spaziergänge sollten Sie in der neuen Umgebung zunächst zu Fuß und an der Haustür beginnend und aufhörend machen, damit der Hund die nähere Umgebung kennen lernt. Entläuft er versehentlich einmal, hat er dann eher eine Chance im neuen Zuhause heim zu finden. Es empfiehlt sich stets die Handynummer auf Adressanhänger zu schreiben, denn dann kann man den Hund suchen und ist trotzdem erreichbar für Hinweise, wo er sich befinden könnte. Haben Sie aber auch die Festnetznummer auf dem Adressanhänger, sollten Sie sie ggf. ändern, falls Sie eine neue Nummer bekommen.
Erkundigen Sie sich vorher bei der Stadt nach den dort gültigen Gesetzen und Verordnungen für Hundehalter und nach Hundefreilaufgebieten.
Bevor der Hund sich erschreckt und den Weg Richtung alter Wohnung antritt, sollte man ggf. wieder für eine Weile auf die gute alte Schleppleine zurückgreifen.
Bitte unmittelbar nach dem Umzug auch an die Ummeldungen des Hundes denken:

Tasso oder Haustierregister
Hundesteuer (Gemeinde oder Stadt)
Hundehaftpflicht (Versicherung)
Meldung beim Ordnungsamt (Stadt) bei Hunden, wo dies erforderlich ist (40/20 er Hunde).
Achten Sie ggf. in der neuen Umgebung auf zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, wie Tür abschließen, Hundegitter, Anleinen pp., damit der Hund nicht in einer für ihn fremden Umgebung entläuft.
Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.