
Stress bei Katzen - artgerechte Katzenhaltung
Alle Tierschutzvereine haben mit einer Überzahl an Katzen zu kämpfen. Es kommen täglich mehr Katzen rein, die ausgesetzt wurden, die draußen geboren wurden oder die abgegeben werden von ihren Besitzern, als der Tierschutz bewältigen kann. Gefragt wären hier politische Lösungen, wie sie z. B. die Stadt Paderborn angeordnet hat. Dort dürfen nun endlich unkastrierte Katzen nicht mehr in den Freigang. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Bußgelder. Der Tierschutz würde sich wünschen, dass dies auch in allen anderen Städten eingeführt würde, denn nur so wäre das Katzenelend auf lange Sicht ansatzweise in den Griff zu bekommen.

Katzen und Kater sollten kastriert werden - das Katzenelend ist riesengroß!!!
Durch die hohen Besatz an Katzen in allen Tierheimen oder tierheimähnlichen Einrichtungen gibt es nicht mehr genug Platz, um die Tiere halbwegs artgerecht zu halten. Denn so ein hoher Besatz bedeutet Stress für die Tiere und führt zu Problemen. Vernünftige Tierschützer versuchen diesen Stress so knapp wie möglich zu halten, damit die Tiere nicht während des Tierheimaufenthalts entsetzlich leiden. Da aber auch die Vermittlungszahlen immer weiter zurück gehen und viele Menschen meinen nur Katzenbabys adoptieren zu müssen, werden die Tierheime immer voller.
Mit diesem Artikel möchten wir helfen, dass vielleicht SIE Ihre Katzen nicht abgeben oder, sondern versuchen Probleme zu lösen und so Ihre Katzen behalten können.
Der Tierschutz ist genötigt den Einzeljäger Katze in Gruppen zu halten. Dies sind nicht mal "natürlich" gewachsene Gruppen, wie Katze, Kater und die eigenen Jungen, nein, hier kommen die unterschiedlichsten Katzencharaktere zusammen und es gibt viele Antipathien unter den Katzen. Trotzdem sieht man in Tierheimen und tierheimähnlichen Einrichtungen selten schwere Auseinandersetzungen zwischen den Tieren. Doch vergleichen Sie doch einmal wie Ihre Wohnung katzenmäßig ausgestattet ist und wie ein Katzenhaus eines Tierheims aussieht. Hier hat man sich auf die Bedürfnisse der Katzen eingestellt und dies kann man auch in einer Wohnung.
Was verursacht Stress bei Katzen ?
Stress kommt bei allen Tieren auf, wenn sie nicht artgerecht gehalten werden. Daher muss man sich zunächst mit den Bedürfnissen seiner Katze auseinandersetzen, wenn man den Stresspegel niedrig halten möchte. Dies ist schon von daher anzustreben, weil Stress die Gefahr zu erkranken heftig erhöht. Die Bedürfnisse einer Katze sind nicht so groß, als dass man ihnen nicht in den meisten Fällen auch in der Wohnung das Leben stressfreier gestalten könnte. Zunächst ist dazu ein großes Revier erforderlich.
Revier
Freilebende Katzen haben unterschiedlich große Reviere, je nachdem, ob sie kastriert oder unkastriert sind, ob es sich um Katze oder Kater handelt. Eines aber haben alle gemeinsam: Das Revier eines Freigängers ist um ein vielfaches größer als in einer Wohnung. In vielen Wohngebieten ist es jedoch nicht mehr möglich Katzen laufen zu lassen, weil die Gefahren, die draußen drohen zu groß sind. Sei es weil eine stark befahrene Straße in der Nähe ist, sei es weil zu viele Katzen im Revier wohnen, die sich gegenseitig vertreiben oder verletzen, sei es weil die Nachbarn Katzen nicht mögen und es dadurch zu Spannungen kommt und viele noch viel schrecklichere Gründe, die wir hier gar nicht aufzählen möchten, die den Tod der Katzen häufig zur Folge haben. Katzen bewegen sich in ihren Revieren. Sie untersuchen jeden Schlupfwinkel, in den sie sich bei Gefahr zurückziehen können, sie balancieren über schmale Dinge, turnen, klettern, wetzen sich die Krallen, suchen Futter und Wasser, reiben sich an unterschiedlichem Material, um ihre Geruchsmarken zu hinterlassen.
Eine Katze in der Wohnung hat ein festgesetztes Revier und daher verringert es den Stress ungemein, wenn man dieses Revier künstlich vergrößert. Bei den kletterfreudigen und balancestarken Katzen ist es nicht so schwer das Revier zu vergrößern, um ihnen mehr Platz zu schaffen. Schaffen Sie Plätze auf Regalen und Schränken. Die meisten Katzen halten sich gerne auf erhöhten Plätzen auf.

Kenia ist sprunggewaltig - sie springt vom Schreibtisch oder vom PC-Bildschirm auf den Kleiderschrank
Spiderman III macht seinem Namen keine Ehre - er springt lieber vom Kratzbaum aus nur ein kleines Stück, um auf dem Regal zu landen - berücksichtigen Sie die Sportlichkeit Ihrer Katzen
Stellen Sie eine Katzenschlafhöhle auf das Wohnzimmerregal, legen Sie ein Stück Schaffell auf den Kleiderschrank und Sie werden sehen, dass Katzen diese Plätze gerne annehmen. Sind die Schränke oder Regale zu hoch, als das die untrainierte Wohnungskatze herauf springen könnte, schaffen Sie Möglichkeiten, dass die Katze hinaufklettern oder hinaufspringen kann. Stellen Sie einen Kratzbaum in der Nähe auf, räumen sie ein Stück Fensterbrett frei, auch ein niedrigeres Regal in der Nähe oder ein Stück (oben auf dem Schrank) angenagelter Baumwollteppich erleichtern der Katze den Aufstieg und beschäftigen Sie obendrein. So kann man an einem Kleiderschrank seitlich einen preiswerten, dekorativen Baumwollteppich anbringen, der oben auf dem Schrank angeschraubt oder angenagelt wird und der hinunterhängt.
Schaffen Sie Rückzugsmöglichkeiten verschiedener Art. Schaffen Sie Plätze, die die Katze kontrollieren und untersuchen kann und wo sie Ruhe findet. Stellen Sie mehr Katzenhöhlen, Katzenkörbe oder hübsche Schachteln mit hinein geschnittenem Loch auf, in die Sie eine weiche Decke legen. Dies ist gerade im Mehrkatzenhaushalt unbedingt erforderlich, damit für jede Katze das richtige Rückzugsgebiet zur Verfügung steht.
Haben Sie noch irgendwo Platz für ein "Katzenregal" ? Bei Ikea bietet das Ivar-Regal in 50 Tiefe zahlreiche Möglichkeiten auf mehreren Etagen. Seitlich angebrachte Baumwollteppiche oder Eckkratzbretter erleichtern den Aufstieg und in jeder Etage lassen sich zum Futterplatz oder Schlafplätze unterschiedlichster Art platzieren.
Schaffen Sie sich einfallsreiche Kratzbäume an. Je mehr Liegeplätze ein Kratzbaum hat, um so eher wird er von den Samtpfoten auch genutzt. Achten Sie also beim Neukauf eines Kratzbaumes darauf, dass er mehrere Liegeplätze unterschiedlicher Art bietet. Es gibt große Röhrenliegeplätze, Hängematten, Liegebretter, Höhlen. Gerade bei zweistämmigen Kratzbäumen kann man vielleicht selbst noch Hängematten hinzu installieren. Diese sind rasch gebaut aus einem Stück Decke, wenn man vom Schuster Ösen installieren lässt und mit Sisalleinen zwischen den Stämmen gut befestigt. Damit sich eine Hängematte nicht aufrollt und benutzbar ist, kann man an den Seiten der Decke Rundhölzer einnähen, die sie geöffnet halten.

Bedenken Sie bitte auch, dass Katzen in der Natur sich die Plätze suchen können, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Ältere oder ängstliche Katzen werden sich ruhige und sichere Plätze suchen, jüngere, unternehmungslustige Katzen werden sich turbulentere Plätze suchen, wo sie viel zu sehen haben. Und doch haben sie eines gemein. Sie alle sind geräuschempfindlich und hören Mäusepiepsen und Vogelstimmen im Ultraschallbereich. Dies macht sie ggf. in der Wohnung empfindlich für laute Musik, lautes Fernsehen oder Krach von Küchen- oder Haushaltsgeräten. Es sollte also auch Schlafplätze geben an die sich die Katze zurückziehen kann, wenn viel Besuch in der Wohnung ist oder es einmal lauter zugeht.

Der Karton eines Kratzbaumes dient hier als Spielzeug. Aus Kartons und Wellpappe lassen sich herrliche Spielzeuge basteln. Aber auch eine Ikeatüte macht Spaß, sie raschelt und knistert so schön.
Alle Arten von Höhlen interessieren Katzen, aber es tut auch eine leere Reisetasche oder ein Rascheltunnel
Erweitern Sie das Revier Ihrer Katze um Plätze, die bisher nicht da waren. So bieten Fensterbankplätze auch Aussichtsspaß, Hängeliegen am Heizkörper auch Wärme, Liegemulden an der Fensterbank zusätzliche Rer Katze um Plätze, die bisher nicht da waren. So bieten Fensterbankplätze auch Aussichtsspaß, Hängeliegen am Heizkörper auch Wärme, Liegemulden an der Fensterbank zusätzliche Räkelplätze an der Sonne.

Fensterplätze kann man auf viele Arten schaffen - links eine Auflage, die mit Klettband auf die Fensterbank geklebt wird, rechts ein angeschraubtes Fensterbrett aus dem Fachhandel