Todesfalle Kippfenster

"Warum wiederholt Ihr ständig diese Warnungen?", werden wir manchmal gefragt. Das können wir sagen!

Weil man sie nicht oft genug wiederholen kann!

Mindestens einmal im Monat wird ein solcher Fall an uns herangetragen. Im Frühjahr und Sommer können wir uns vor Anrufen nicht retten, wo Katzen in Kippfenstern eingeklemmt werden, von Balkonen fallen oder vom Dach stürzen. Da sollte man meinen, dass man schon froh sein kann, wenn es zu kalt wird, um Fenster offen stehen zu lassen, doch es nimmt kein Ende. Im Winter werden die sonst komplett offen stehenden Fenster für die Freigänger nämlich auf KIPP gestellt und die armen Tiere dürfen sich dort durchquetschen, damit es im Haus wärmer bleibt. Katzenklappen lassen sich "ja angeblich so schwer installieren", "der Vermieter hat es verboten", "man kann sie nicht in Doppelglasfenster einpassen" und "nicht in Feuerschutzkellermetalltüren" und was uns sonst alles an Ausreden geboten wird. Glauben Sie uns, es gibt Lösungen. WIR haben Katzenklappen schon überall installieren können! Außerdem gibt es auch noch die besonders tierschutzfreundliche Lösung, wenn man all diese Mühen nicht auf sich nehmen will - nämlich keine Katzen zu halten als Freigänger und die Fenster und Türen zu schließen! Och! Es kann nämlich auch tierfreundlich sein, kein Tier zu halten, wenn man keine optimalen Bedingungen bieten kann!

 

Meist sind die Halter der verunfallten Tiere noch nicht einmal in der Lage ihr Tier selbst zum Tierarzt zu fahren ("kein eigenes Auto", "Mann ist gerade mit dem Auto weg", "ich fahre nicht gerne mit der Katze im Auto, weil ich keinen Katzenkennel besitze (???????????????????????)", "ich weiß nicht, wo der nächste Tierarzt ist"... wir könnten das Horrorkabinett an solchen Sätzen endlos fortsetzen, was wir schon gehört haben...) oder haben kein Geld für den Tierarzt (Hartz 4 oder kleine Renten).  Seltsamer Weise haben all diese Menschen einen eigenen PC, auf dem sie dann unsere Internetseite gefunden haben, um um Hilfe zu bitten oder um Bezahlung des Tierarztes. Nun lässt sich sicherlich nicht jeder ältere PC, den man noch aus besseren Zeiten hatte, veräußern, um die Tierarztrechnung zu bezahlen, doch erstaunlicher Weise sehen wir, wenn wir die Tiere abholen und zum Tierarzt bringen, dann auch nagelneue PCs und super moderne Monitore in den Wohnungen. Doch Geld für ein Taxi zum Tierarzt ist nicht da. Auf dem Tisch liegen zwar die obligatorischen, teuren Zigaretten, doch Ratenzahlung beim Tierarzt oder eine gescheite Fenster-, Balkon- oder Dachsicherung für die Katze ist zu teuer. Die Kastration der Tiere war es denn auch, so dass die um Fortpflanzung bemühten Tiere mit noch größerer Begeisterung die Wohnung auf jedem Wege verlassen möchten, wenn sie draußen die Paarungsrufe vernehmen oder rollige Katzen riechen.

So hoffen wir, dass wenigstens unsere Warnungen hin und wieder gelesen werden oder sich ´rum sprechen und einige Katzenhalter umdenken, denen ihr Tier wirklich am Herzen liegt und veröffentlichen nun noch einmal den aktuellen Tasso-Newsletter, der dankenswerter Weise auch auf das Problem hinweist. Geholfen ist aber auch damit, dass SIE, liebe Leser, jeden Katzenhalter darauf ansprechen, wo Sie Katzen auf dem Balkon herumspringen sehen, auf dem Dach turnen sehen oder offene, ungesicherte Kippfenster stoßen, hinter denen Katzen sich aufhalten! Denn Tierschutz geht uns alle an, nicht nur die Tierschützer! Bitte, es sind Lebewesen von denen wir hier reden.

Noch einmal möchten wir darauf hinweisen, dass 95 % aller Katzen, die in einem Kippfenster gehangen haben, noch NACHTRÄGLICH - oft Wochen später - wegen Organschäden, Lähmungen oder Inkontinenz eingeschläfert werden oder versterben. 80 % aller Balkon- und Dachstürze brechen sich den filigranen Unterkiefer oder die Zehen und erleiden grauenvolle Schmerzen über Wochen.

TASSO-Newsletter

Todesfalle Kippfenster
So schützen Sie Ihre Katze

Immer wieder gibt es Katzen, die in einem gekippten Fenster hängenbleiben und sich nicht aus eigener Kraft befreien können. Und immer wieder scheint dieses wichtige Thema bei manchen Katzenbesitzern in Vergessenheit zu geraten. Zwischenfälle mit in Kippfenstern eingeklemmten Katzen kommen inzwischen leider so häufig vor, dass man dafür bereits einen Namen hat: das Kippfenster-Syndrom.


Die von ihren Instinkten gesteuerte Katze wird ein gekipptes Fenster nicht als Hindernis sehen, wenn der Reiz, nach draußen zu gelangen, nur groß genug ist. Wenn sie dann hängen bleibt, bewirken die verzweifelten Befreiungsversuche nur, dass die Situation für das arme Tier immer schlimmer wird. Zu der Panik, die die Katze erlebt, kommen Quetschungen der inneren Organe, im schlimmsten Fall Rückenmarksverletzungen mit irreversiblen Lähmungen der Beine und ein lebensbedrohlicher Schock. Sollte die Katze sogar mit dem Kopf hängen bleiben, droht die Strangulation. Viele Katzen machen sich in einer Notsituation auch nicht bemerkbar, so dass sie oft stundenlang nicht entdeckt werden, während sie qualvolle Schmerzen erleiden oder mit dem Tod ringen.


Daher der dringende Rat an alle Katzenfreunde: Fenster schließen, wenn man die Katze allein zu Hause lässt. Freigänger sollten nur durch eine Katzenklappe ins Freie gelangen können. Manchem hilft ein kleines Hinweisschild als Erinnerung an der Wohnungstür, die Fenster zu schließen. Ist es doch einmal passiert, befreien Sie Ihre Katze ganz vorsichtig aus dem Fenster. Schmerzbedingt könnte sie sich durch Beißen und Kratzen wehren wollen. Bringen Sie das verletzte Tier unbedingt sofort zum Tierarzt und nehmen Sie die Situation nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn Sie keine äußeren Verletzungen sehen, heißt das nicht, dass die Katze nicht behandlungsbedürftig ist. Allein der Schock könnte ein Organversagen auslösen. Lassen Sie die Katze wenn möglich in der vorgefundenen Körperposition und bewegen Sie sie so wenig wie möglich. Decken zur Stabilisierung des Körpers auf dem Weg zum Tierarzt können einer Verschlechterung von Brüchen vorbeugen.

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Herrje, liebe Katzenhalter! Es gibt inzwischen Türklingeln für Katzen, Katzenklappen, die den Chip der Katzen auslesen (sorry, ich vergaß, dass Tierhalter, die ihre Katzen nicht kastrieren und impfen lassen, natürlich auch nicht chippen lassen), Katzenklappen, die auf Funkhalsbänder reagieren, Katzenklappen für extra dicke Türen, Katzenklappen für jede Türdicke, Fenstersicherungen in den wahnsinnigsten Ausführungen, Katzennetze in allen Variationen und es gibt Tierschutzvereine, Zoofachhandlungen, Hersteller und Firmen, die sie gerne beraten, wie man diese bei IHNEN anbringen kann.

Warum zum Teufel noch mal hat also nicht jeder Katzenhalter so etwas???

Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.

 

Katze im Kippfenster

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