
Das Kirmespony
Das große Leid der Kirmespferde
Ein ehemaliges Kirmespony möchte erzählen, wie es die Zeit bei einem profitgierigen Besitzer eines Kirmesbetriebes verbracht hat:
Ich heiße Mona. Ich bin ein 15-jähriges Shetlandpony und habe elf Jahre meines Lebens meinen Besitzern, die einen kleinen Kirmesbetrieb führten, Tag für Tag gedient. Dienen bedeutete für mich und meine drei Artgenossen in der Saison stundenlanges Laufen im Kreis ohne Verschnaufpausen, ständiges Gebimmel, laute Musik und Kirmesgetöse, und nicht zuletzt wurden wir auch nicht immer freundlich von den Kindern behandelt. Mitgefühl und Zuwendung waren in dieser Zeit Fremdwörter für uns. Wenn wir unsere Arbeit getan hatten, wurden wir in unseren engen Transportwagen angebunden. Selten durften wir uns auf einem Stück Wiese austoben oder ausruhen.
Das war unser Leben, bis eines Tages unser Besitzer starb und der Betrieb von seiner Frau und seinem Sohn weitergeführt wurde. Das war die Zeit, in der es uns noch schlechter gehen sollte. Der Betrieb lief nicht mehr so gut und wurde schließlich ganz aufgegeben. Das bedeutete, dass das Geld fehlte und wir, wie sollte es auch anders sein, vernachlässigt wurden. Wir wurden nicht mehr regelmäßig gefüttert, nicht mehr geputzt, und der Hufschmied und die ärztliche Versorgung bleiben auch aus. Kurz gesagt: Wir wurden wie ein alter Besen in einer Kammer abgestellt.
Doch irgendwie sollte es doch noch nicht das Ende sein. Eine junge Frau, die Mitleid mit uns hatte, stellte uns Wiese und Ställe zur Verfügung. Wir sollten dann alle verkauft werden. Nach kurzer Zeit wurde ich als Beistellpferd zu einem 26jährigen Pony gekauft, zwei meiner Freunde durften bei der Frau bleiben, die uns gerettet hatte, und der Andere bekam auch ein schönes, neues Zuhause.
Jetzt bin ich schon vier Jahre auf diesem Privathof und habe schon viele neue Freunde bekommen, weil sich dieser Hof zusammen mit dem Bundesverband um hilfsbedürftige Ponys und Pferde kümmert. Mit viel Mühe und Geduld geht es mir jetzt sehr gut, und ich habe wieder richtig Spaß am Leben bekommen. Auf meine Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Angst vor Blitzen, flackernden Lichtern oder Misstrauen gegenüber fremden Menschen und Kindern wurde Rücksicht genommen, und ich wurde behutsam in eine heile Pferdewelt eingegliedert.
Doch ich denke immer an meine Artgenossen, die immer noch auf dem Kirmensplatz mit Glöckchen am Halfter, lauter Musik, für Pferdeohren unerträglichem Lärm ihre Runden drehen müssen und zu einem Leben ohne Liebe und Zuneigung in nicht artgerechter Haltung verurteilt sind.
Von Silke Mathia Quelle: tierschutz 2/99
Bitte, liebe Eltern, unterstützt die Qual der Kirmespferde nicht und erklärt es Euren Kindern.
Wenn niemand mehr auf der Kirmes reitet, ist diese Tierquälerei gescheitert ! size="4">Wenn niemand mehr auf der Kirmes reitet, ist diese Tierquälerei gescheitert !