Urlaub im Luxushotel PROA 2009 ?!

Es war wieder soweit. Konstanze hatte dringend darum gebeten endlich wieder einmal Urlaub im Luxushotel PROA machen zu dürfen. Nein, ehrlich, sie bettelt immer richtig darum und jedes Mal bewundere ich sie dafür. Klar, ich fliege auch gerne mal zu PROA, aber ich bleibe auch nicht so lange wie Konstanze oder Ilona und Yvonne, unsere fleißigen Hardcore-Tierschützer. Ich hatte bereits in der Vergangenheit versucht darauf hinzuweisen, wie dankbar wir den fleißigen Bienchen sein können, denn PROA ist ein Luxushotel der besonderen Art und der "Urlaub" dort längst nichts für Jedermann.

Immer noch nicht haben wir ein anständiges Gästehelferzimmer, obwohl wir schon so lange darum kämpfen, denn immer wieder wird der Raum für Quarantänetiere benötigt. PROA ist zudem eine Dauerbaustelle. Der nicht anständig gefestigte Grund, der Schwankungen im Grundwasser unterworfen ist, die die Erde erbeben lassen und der immense Verschleiß einer Behausung, wo viele Tiere wohnen, ein großer, ungedeckter Bedarf an handwerklich tätigen Menschen und ständiger Geldmangel machen den Aufenthalt für Helfer bei PROA nicht zur all-inclusive-Veranstaltung. Die sanitären Anlagen, vor kurzem restauriert und trotzdem eine Baustelle, sind schon wieder renovierungsbedürftig. Mal gibt es kein Wasser (das Tierheim verfügt eh nur über Wasser aus Zisternen und kein fließendes Wasser aus der Leitung), weil die Zisternen defekt sind, mal fallen die Fliesen wieder von den Wänden, weil der Untergrund sich absenkt, mal bekommen die Wände aus dem gleichen Grund Risse. Dann wieder funktioniert die Wasserspülung nicht und die Helfer müssen ihr Wasser fürs Clo an der Zisterne in Eimern holen. Zudem ist das Tierheim eigentlich nur in den Katzenzimmern gut beheizt und so ist man nächtlicher Kälte und in den Gehegen täglicher Hitze ausgeliefert.

Auch die Küche ist kein Genuss. Zwar wurde auch sie frisch renoviert, aber auch hier fallen die ersten Fliesen wieder von den Wänden. Wenigstens machen hier neue Küchenmöbel das Leben erträglicher als es in der Vergangenheit war. Eine neue Tür wurde außen und innen eingesetzt, so dass der Raum jetzt endlich hell ist und das Loch, was der besoffene frühere Wachmann in die Tür getreten hatte, ist verschwunden. Eine gespendete Mikrowelle aus Deutschland macht es wenigstens möglich, dass die Helfer mal ein Süppchen erwärmen können. Die gespendeten Küchenmöbel, z. Teil aus der Schweiz, machen es möglich, dass die Helfer kleinere Gerichte kochen können. Aber ein Luxushotel kann man das nicht nennen.

Daher ein Hoch auf "hardcore-Tierschützer" wie Konstanze, Yvonne, Ilona und auch Barbara, die trotzdem zu PROA fahren und obendrein kein bisschen meckern über die Zustände, auch wenn sie sich täglich die Kniescheiben zertrümmern, wenn sie versuchen auf dem Clo mal zu sitzen.

Bad und Küche bei PROA

Das Deckenlager - frisch aufgeräumt von den Helfern

Diese Helfer räumen nicht nur das Lager wieder schön auf und stellen für uns den Bestand an Decken, Bettwäsche, Leinen, Halsbänder, Tierboxen und Futter fest. Sie teilen uns auch mit, welche Sachspenden ansonsten hilfreich sein könnten, um die Tierpflege und Arbeit im Tierheim zu erleichtern. So konnten mit Hilfe von Spendern ein Putzwagen für die Quarantäne angeschafft werden, Regale für Decken, ein Haus für Lagerbestand und ein Außenlager für Tierboxen.

Das Außenlager für wasserunempfindliche Körbe und Tierboxen

Und wenn die Helfer bei ihren Aufenthalten wieder den ganzen Bestand geprüft und aufgeräumt haben, entsorgen Sie jedes Mal auch defekte Zubehör, die die Spanier niemals wegwerfen würden, weil sie immer daran denken, dass sie früher mal NICHTS hatten. Doch macht es keinen Sinn gefährliche defekte Zubehör aufzubewahren und es ist eine wichtige Aufgabe von unseren Helfern, dass sie auch jedes Mal rigoros abgelaufenes Futter entsorgen, defekte Sachen wegwerfen und ggf. verschimmelte Dinge rigoros auf den Müll werfen. Hier wurde das Außenlager wieder aufgeräumt. Für diese Aufräumarbeiten haben die Spanier meist zu wenig Personal und so verlieren sie in unaufgeräumten Lagern den Überblick was da ist und was benötigt wird. Konstanze, Ilona, Yvonne und diesmal auch Barbara leisten dabei großartige Hilfsdienste und finden noch Zeit um Häufchen der Tiere aufzusammeln, gründlich die Quarantäne zu schrubben und obendrein noch um Tiere zu streicheln, für die Vermittlung zu fotografieren und vieles mehr.

Konstanze & Co. schlafen im Deckenlager

Dabei sind die Helfer so anspruchslos und meckern auch nicht, wenn sie mal wieder im Deckenlager auf dem Boden schlafen müssen. Sie sind sowieso so rechtschaffen totgearbeitet nach ihren Einsätzen, dass sie meinen, dies mache nichts aus, sie könnten eh im Stehen schlafen. Wohlgemerkt, wir sprechen davon, dass die Damen ihren URLAUB bei PROA verbringen!!!

Hundeschmusestunde

Drinks aus dem Tetrapack und der Plastikflasche

Die Mahlzeiten im Luxushotel PROA sind sehr unregelmäßig. Da das Tierheim weit abgelegen von der Zivilisation liegt, ist man auf mitleidige Tierschützer angewiesen, die Essen ins Tierheim bringen. Liebe Mamas kochen zu Hause und versorgen die Helfer so sporadisch, wie sie Zeit finden. Statt Frühstück wird Quarantäne geschrubbt, statt Mittagessen werden Katzenboxen desinfiziert und statt Abendessen werden Medikamente an die Hunde verteilt. Am Wochenende ist es etwas besser, da dann mehr Helfer ins Tierheim kommen, die Lebensmittel mitbringen.

Feudales Mahl aus der Tüte

Selbst wenn Carlos und Belén ins Tierheim kommen, ist die Situation oft nicht besser, denn sie hetzen nach der Arbeit oder von den babysittenden Großeltern gleich ins Tierheim und haben meist selbst nichts gegessen.

Konstanze und Sirius

Im Luxushotel PROA kann man natürlich auch Strandurlaub machen. Sand gibt es jedenfalls mehr als genug. Das merkt man, wenn der Wind mal wieder über das Gelände fegt und den Sand in den Haaren verteilt. Ein Bikini wäre allerdings nicht angezeigt, zu scharf sind die Krallen der liebebedürftigen Hunde, die gerne an einem hochspringen. Hier beschmust Konstanze Sirius.

Welpengetümmel in der Quarantäne

Auch bei Affenhitze oder Eiseskälte meckern unsere Hotelgäste nicht, sondern halten es in der Quarantäne aus, die nicht beheizt ist und wo die Klimaanlage schon lange den Geist aufgegeben hat. Statt frischer Seeluft schnuppern unsere Damen im Urlaub lieber Hundepipi-Ammoniak-Duft und die einzige Sehenswürdigkeit, die sie im Urlaub genießen sind die "Niagara-Fälle", die die Welpen in den winzigen Quarantäneboxen verursachen.

Heimlich still und leise hat Konstanze übrigens nach vielen Jahren ihren Lebensgefährten Michael - auch Hardcorehelfer in Madrid - geheiratet. Sie heißt jetzt Konstanze Wendel. Wir gratulieren und wünschen alles Gute!

Fortsetzung ...