Konstanze & Co. wieder mal im Einsatz an der Front

Die Flüge waren bereits gebucht, Konstanze, Ilona und Yvonne saßen bereits auf gepackten Koffern. Zum Arbeitseinsatz nach Madrid sollte es wieder gehen. Diesmal wollten die Damen die leer gewordene Katzenquarantäne umbauen zum Gästehelferzimmer.

Da kam die grauenvolle Nachricht: Das PROA-Tierheim war evakuiert worden. Ein gewalttätiger Wachmann sitzt im Tierheim und bedroht das Leben von Mensch und Tier - ein Sturm hatte gewütet und vieles im Tierheim zerstört. Der Wachmann war gekündigt worden, weil er immer unverschämtere Forderungen stellte und seine Arbeit nicht mehr erledigte. Die Kündigung nahm er nicht hin, wollte nicht aus dem Tierheim verschwinden. Er bedrohte Beléns und Carlos Leben und bedrohte ebenso sämtlich Mitarbeiter des PROA-Teams, die sich auf ihre Seite schlagen würden. Zugleich hatte ein Sturm schwere Schäden angerichtet bei PROA. Hütten waren durch die Luft gewirbelt worden, Dächer der Unterstände abgerissen. Windschutzplatten flogen weg. Es war nicht mehr sichergestellt, dass die Tiere versorgt wurden, der Aufenthalt von Belén, Carlos und den Mitarbeitern war im Tierheim zu gefährlich. Da die Tiere sich nicht selbst versorgen können, wurde juristischer Beistand gesucht. Leider mahlen die Mühlen der Justiz aber nicht schnell genug, dass Wassergaben, Fütterung, Medikamentenverteilung oder nötige Reparaturarbeiten stattfinden konnten. Es blieb Belén und Carlos nur ein Notruf an den Madrider Dachverband der Tierheime, dem die PROA angehört. Menschen und Tiere mussten evakuiert werden. Die Gemeinde schickte mehrere LKWs, die Polizei gewährte Polizeischutz und binnen weniger Stunden waren alle Tiere aus dem Tierheim evakuiert und die Mitarbeiter in Sicherheit. Doch zu welchem Preis ? Was ging in den Tieren vor ? Wie verkrafteten die Angsttiere die Umsetzung in andere Tierheime ? Ein immenser Arbeitsaufwand war zu bewältigen um alleine die scheuen Katzen einzeln aus den Gehegen zu fangen. Und all dies, weil ein durchgeknallter Macho meint, dass er Tier und Menschen bedrohen könnte !!!

Die Tiere wurden verteilt auf 7 Tierheime, bzw. Tierpensionen, die eigentlich keinen Platz hatten, aber trotzdem halfen. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken bei diesen Tierschützern, die selbst alle ihr Päckchen zu tragen haben. Belén und Carlos flogen hin und her zwischen Anwalt, Gericht, Polizei und den Tierheimen um sich zu vergewissern, dass es den Tieren gut geht und alle weiteren notwendigen Schritte zu unternehmen. Die Flüge der Helfer rückten immer näher und noch war nicht klar, wo wir sie unterbringen konnten, ohne sie in Gefahr zu wissen. Es war klar, ihre Hilfe wurde dringend benötigt, wenn nicht im Tierheim, dann überall dort, wo die Tiere waren. Parallel organisierten wir von hier Flüge für Tiere, die untergebracht werden konnten, Pflegestellen für weitere Tiere, buchten Flüge und packten Fluggepäck, organisierten unsere Jahreshauptversammlung und versuchten eine Bleibe für die Helfer zu finden. Dies gestaltete sich mehr als schwierig. Bis zur letzten Minute war keine befriedigende Unterkunft aufzutreiben. Beléns Schwester Ana sprang ein und war bereit ihre kleine Wohnung nicht nur mit ihren Hunden und Katzen, sondern auch noch mit den ausfliegenden Tieren und den drei Helfern zu teilen. Rettung in letzter Minute, brauchten wir doch dringend auch die Möglichkeit, dass die Helfer 4 Tiere mit nach Hause bringen konnten. Tag und Nacht wurde organisiert, geplant, gearbeitet.

Helfer tauchten auf und bügelten unsere Wäsche, versorgten den Haushalt, erledigten Mögliches und Unmögliches, während wir die Flüge auf die Reihe brachten und Kettentransporte quer durch die Bundesrepublik organisierten, damit die Tiere an ihren Bestimmungsort kämen. Ein ganz liebes Dankeschön für diese Unterstützung. Ohne Euch hätte es nicht geklappt. Vermittler wurden angerufen und um Hilfe gebeten die Tiere unterzubringen. Wir danken allen Vermittlern, die sofortige Hilfe zusicherten, damit jeder Flug genutzt werden konnte. Ein liebes Danke auch an die Kettentransporteure, die ihren Terminkalender kurzfristig umschmissen um für unsere Tiere da zu sein. Wir können mit unseren wenigen ehrenamtlichen Mitarbeitern nicht überall gleichzeitig sein und ohne diese Teamwork hätten wir nicht alle diese Flüge bewältigen können.

Konstanze, Ilona und Yvonne ließen sich auch von all diesen misslichen Situationen nicht abhalten zu helfen. "Jetzt brauchen sie unsere Hilfe doch erst recht !", sagten sie und flogen in einen ungewissen Arbeitseinsatz, wohl wissend, dass auch ihre Heimflüge wieder 4 Tieren helfen würden in Pflegefamilien oder das neue Zuhause zu kommen.

Sogleich wurden sie eingespannt, denn es galt Hunde abzuholen, die nach Deutschland fliegen sollten. Man musste sich vergewissern, dass es allen Tieren von PROA in ihren Unterbringungen gut geht und etliche Tiere waren auf Transporte zu bringen. Die sowieso überbelegten Tierheime, die Hilfe geleistet hatten, brauchten Arbeitsunterstützung durch den Zulauf der PROA-Tiere.

Belén und Carlos packten derweil ihre Koffer mit PROA-T-Shirts und PROA-Kalendern und machten sich mit 4 Tieren im Gepäck auf zu unserer Jahreshauptversammlung, um zu berichten und um Hilfe für PROA zu bitten. Die drei Tage brauchten die Beiden auch um EINMAL auszuschlafen ! Ihre Flüge wollten wir nicht verfallen lassen, denn 4 Tiere aus der ungewissen Situation zu retten war es wert. Das weitere PROA-Team leistete derweil fleißig Dienst am Tier und besuchte all die verteilten Tiere mit unseren drei Helferinnen. Ohne die Unterstützung der fleißigen Spanier wären Belén und Carlos aufgeschmissen gewesen. Alleine Marisa bewältigte ein Wahnsinnsarbeitspensum und fuhr viele Kilometer, aber auch andere Helfer setzten all ihre Freizeit ein für die PROA-Tiere.

Konstanze, Yvonne und Ilona holen Yuri von der Kastration ab, bevor er nach Deutschland fliegt

Drei Tiere wurden in den übervollen Transport von Aspa-friends-Germany gepackt, die sofort Hilfe anboten in unserer misslichen Situation. Wir wissen diese Hilfe sehr zu schätzen und danken ganz besonders dafür.

Erstaunt stellte Carlos fest, dass viele seiner Hunde sich in Rudelkombinationen schickten, die ihm vorher undenkbar erschienen. In der Notsituation schienen die Tiere zu denken: "Ok, auch wir müssen unser Bestes geben um die Situation zu überstehen. Machen wir es dem PROA-Team nicht noch durch Beißereien in unseren neuen Unterkünften schwer." Ein Muster an Benimm legten bisher alle Tiere an den Tag - trotz fremder Hundekumpels im Gehege.

Camoens & Rusti

Abends ging es dann für die Helfer zurück in Anas überbevölkerte Wohnung, wo nicht nur ihre eigenen Tiere warteten, sondern auch die nächsten "Reisetiere" auf ihre Ausreise warteten und sich etliche Hunde und Katzen tummelten.

Betty ist vorübergehend bei Yolanda untergekommen. Dolly wartete darauf mit Konstanze - nach dem Arbeitseinsatz - nach Deutschland ins neue Zuhause zu fliegen.

Überall halfen die drei Helferinnen so viel es möglich war. Hunde waren zu versorgen...

... und natürlich auch Kätzchen.

PROA-Hilfstrupp März 2007 - Konstanze schreibt...

März 2007 - die Flüge waren gebucht, das Team hoch motiviert und Spenden waren gesammelt. Alles in allem eben gut geplant. Die Mitteilung über die Evakuierung des Tierheimes ließ uns geschockt erstarren. Wo würden wir wohnen, wenn niemand gefahrlos ins Tierheim konnte und wie weiter ? Glücklicherweise fanden wir in Ana eine liebevolle Gastmutter, die uns herzlich aufnahm. Marisa hatte uns jeden Tag im Schlepptau und fuhr mit uns die Tierheime ab, wo die PROA-Hunde untergebracht waren.

PROA-Tiere wurden überall besucht, wo sie untergebracht waren. Die brave Marisa und Ana, Beléns Schwester, nahmen unsere Helferinnen bei ihrem Arbeitsdienst in den Schlepp, denn ohne Auto war man jetzt aufgeschmissen. Überall gab es Arbeit.

 

Beethoven wäre gerne wieder bei seinen gewohnten Pflegern, aber ein Weilchen muss er noch warten.

Negro & Bola

Die größte Anzahl befand sich im Tierheim von Beatrice - Voz Animales - . Wir waren erstaunt, wie Not zusammenschweißt. Da tummelten sich doch tatsächlich alle PROA-Hunde friedlich in der Horde auf dem Hof. Bianco legte nebst Gaspar etwas weniger Scheu an den Tag.

Selbst der bange Bianco freute sich als er Marisa und die Helferinnen sah, die er schon kannte.

Immer lautete die Frage der Tiere: "Wann dürfen wir wieder mit Euch mit ?"

In Nordmadrid besuchten wir Kraftpaket Tower und die Galgos.

In einem anderen Tierheim freuten sich Pablo und Elsa als auch Thalia über den Besuch von Marisa zu einer fröhlichen Spielstunde. Dieses Tierheim beherbergte auch zwei Wildschweinbabys, welche vielleicht die Größe eines Doppelbrötchens hatten. Ich wurde sofort von den Beiden adoptiert, was mir den Namen "Schweinemama" einbrachte.

PROA-Besuch

Durch und durch ging es uns als wir bei PROA am Tor standen. Es war niemand da als Marisa mit uns ins Haupthaus ging. Wir mussten PROA-T-Shirts holen.

Sturmschäden bei PROA

Der Sturm hatte tüchtig gewütet - der Wachmann auch - und überall sah es verwildert aus. Wir hätten dort soviel Arbeit gehabt.

Schulfest

Monica Lehmann, Lehrerin und PROA-Helferin - hatte einen Stand in der Schule organisiert. Eine gute Gelegenheit um den Kindern den Tierschutz nahe zu bringen und aufzuklären. Hund Ali und der alte Freddy hielten die vielen Streicheleinheiten der Kinder tapfer durch. Ein guter Anfang um den Kindern Tiere als Lebewesen zu präsentieren. Es wurden Kalender und T-Shirts verkauft. Schade nur, dass nur große T-Shirts vorhanden waren.

Konstanze Ratschkowski

Copyright Fotos: Yvonne Ingold www.newgraceland.org

Fortsetzung - Arbeitseinsatz 2008