Nagerhäuser

Leider werden wenige artgerechte Nagerhäuser angeboten.

Sie sollten aus unbehandelten Holz sein, was auch mal benagt werden kann. Je nach Nageeifer der Tierart sollten sie nicht genagelt oder getackert sein, sondern besser verzahnt mit Holzverbindung oder mit unschädlichem Leim zusammengebaut. Minimale Anforderung bei nagenden Kleintieren ist jedoch, dass zumindest die Metallverbindungen nicht scharfkantig vorstehen und so weit von den Ecken entfernt sind, damit man das Haus rechtzeitig austauschen kann BEVOR die Nagezähne an die Schrauben oder Nägel kommen und das Tier diese verschlucken könnte. Plastikhäuser sind wegen des schädlichen Plastikfraßes (scharfkantig und oft giftig - Tiere verbluten innerlich oder bekommen lebensgefährliche Darmverschlüsse) und wegen des Feuchtigkeitsstaus und der Bakterienbildung darin, ungeeignet.

Die Häuser sollten ausreichend groß sein, dass die Tiere sich bequem strecken und wenden können und wenn es gesellige Tiere sind, sollte die entsprechende Anzahl von Tieren in das Haus passen.

Viele Tiere - wie Hamster oder Wüstenrennmäuse - mögen keine Fenster. Eine Tür ! ist ihnen lieber - insbesondere, wenn die Tiere dämmerungsaktiv sind und tagsüber keinen Lichteinfall wünschen. Mit einem "Vordach" aus Baumrinde oder Kork oder einer Weidenbrücke lässt sich ein "behüteter Eingang" schaffen, der den Tieren mehr Sicherheit bietet.

Eckhäuser sind in den meisten Fällen ungeeignet, weil kaum ein Nager Eckhäuser von der Form mag oder die Tiere es vorziehen in Ecken zu scharren oder hinein zu urinieren - für ein Schlafhaus nicht gerade vorteilhaft.

Manche Tierarten, wie z. B. Meerschweinchen, sollten mehrere Ein- und Ausgänge haben, wenn sie gemeinsam gehalten werden (was wir hoffen, denn nur das ist artgerecht), damit die unterlegenen Tiere im Falle von Rangordnungskämpfen flüchten können. Deshalb sollten auch Eingänge immer groß genug sein, dass die Tiere bequem durch die Türen passen und notfalls auch mal zu zweit. Gerade bei Meerschweinchen kann aber sehr gut auf Häuser verzichtet werden, wenn man Etagen einzieht, die den Tieren drunter Schutz bieten. Man sollte den Tieren immer die Möglichkeit geben sich zurückzuziehen und sich dabei sicher zu fühlen - die Tiere brauchen also gegebenenfalls von vorne einen Sichtschutz.

Unbehandelte Holzspielkisten aus dem Baumarkt lassen sich mit einer Lochsäge oder Stichsäge mit wunschgemäßen Eingängen versehen und stellen umgestülpt prima Häuser dar, die obendrein viel billiger als gekaufte Holzhäuser sind. Auch hier auf die sichere Verarbeitung und auf Schadstoffarmut achten.


 
Bitte verwenden Sie für Nager keinerlei Kunststoffzubehör und keine Plastikhäuser. Auch Röhrensysteme sollten nicht aus Plastik sein. In Plastik (erst recht mit Boden) staut sich die Feuchtigkeit der Atemluft / Ausscheidungen und dies führt zu Bakterienbildung und Krankheiten. Gerade für Halbwüsten und Wüstenbewohner ist Feuchtigkeit in der Behausung absolut gesundheitsschädlich. Röhrensysteme aus Plastik - selbst mit Belüftung - lassen diese Feuchtigkeit nicht vollständig heraus. Will man Röhren als Verbinder für mehrere Käfige oder Terrarien benutzen, sollte man darauf achten, dass diese kurz sind, damit die Belüftung gewahrt ist und sie nach der Reinigung gut trocknen. Eine gute Alternative sind Tonröhren, die atmungsaktiv sind und sicherer. Es gibt sie im Baumarkt (für Flaschenlagerung) und Zoohandel.

Plastikfraß ist absolut lebensgefährdend für Nagetiere. Die scharfkantigen Plastikschnipsel können die Organe beschädigen und zu inneren Blutungen führen. Auch tödliche Darmverschlüsse sind möglich. Sie würden davon nicht einmal etwas mitbekommen und die Tiere würden jämmerlich innerlich verbluten.

Achten Sie bitte darauf, dass Tierhäuser für Nager nur mit unschädlichem Leim geleimt sind und nicht genagelt oder getackert. Schrauben und Nägel sind nicht ideal, aber wenn, dann sollten sie so weit von den Eckstellen, die gerne benagt werden, entfernt liegen, dass die  Tiere diese  Teile nicht verschlucken können und Sie rechtzeitig bei der täglichen Kontrolle Beschädigungen in der Nähe der Schrauben, Nägel erkennen und die Häuser austauschen können, bevor die Tiere in  Gefahr geraten. Gerade bei "Schnellnagern", wie Mongolischen Wüstenrennmäusen, sollte man unbedingt auf Nägel und Schrauben verzichten.

Achten Sie bitte darauf, dass die Tiere bequem Platz in den Häusern finden und sich auch ausstrecken können. Erkundigen Sie sich vorher, wieviel Eingänge die Häuser für die jeweilige Tierart haben sollten. Leider sind viele Tierhäuser im Angebot, die überhaupt nicht den Bedürfnissen der Tiere entsprechen, sondern nur der Optik für den Betrachter. So möchten viele Tiere nur einen Eingang und KEIN Fenster, andere Tiere benötigen unbedingt einen "Notausgang", durch den sie bei Beißereien flüchten können. Einige Tiere bevorzugen dunkle Hölzer um sich sicher zu fühlen. Unbehandeltes Fichtenholz ist für die meisten Tierarten unbedenklich. Wer Häuser mit mehr Haltbarkeit wünscht (z. B. für Wüstenrennmäuse), der greift lieber auf schichtverleimte Hölzer zurück. Jede Tierart hat andere Bedürfnisse - nehmen Sie bitte Rücksicht darauf und halten Sie die Tiere so artgerecht wie möglich. Sie vermeiden damit Krankheiten und Verhaltensstörungen - wie z. B. beißen. Dazu gehört auch, dass die Tiere genug Platz und Bewegungsmöglichkeiten haben. Gerade bei kleinen Tieren sind die Möglichkeiten der Heilung durch einen Tierarzt sehr eingeschränkt, teuer und aufwändig. Vermeiden Sie daher Krankheiten durch artgerechte Unterbringung und Fütterung der Tiere. Einige Tiere (manche Zwerghamsterarten) ziehen gerne mit ihrem "Bettzeug" um oder "lüften" das Nest. Diese Tierarten benötigen mehrere Häuser, damit dies möglich ist.

Zwischenetagen können leicht aus Holz eingezogen werden. Um sie vor Verschmutzungen zu schützen, empfiehlt sich ein Rand, damit saugfähiges Streu auf die Etagen gegeben werden kann, das regelmäßig ausgetauscht wird.

In der Regel sind Häuser ohne Boden hygienischer, da viele Tiere die Häuser mit feuchten Ausscheidungen markieren und das Holz dann quellen kann. Besteht der Boden aus der Einstroh, ist dies hygienischer.

Nehmen Sie lieber einfache, schlichte, preiswertere Häuser und tauschen diese aus Hygienegründen gelegentlich aus als teure, optisch aufwändig gestaltete Häuser. Die Häuser lassen sich optisch aufwerten durch - je nach Tierart - zum Beispiel Korkeichenrinden, Weidenhölzer oder Terrarienmoos.

Einige Tierarten ziehen Korkeichenrinden als Verstecke Häusern vor. Gerade in Terrarien ist oft die Belüftung (je nach Höhen/Größenverhältnis) nicht besonders gut und die Tiere ziehen dann offenere Behausungen oder schützende Podeste vor. Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Tiere bequem durch die Ein- u. Ausgänge passen und auch genug Platz im Häuschen finden, falls sie Nachwuchs erwarten oder mehrere Tiere zusammen schlafen.

Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V.