
Viele Tiere leiden sehr an Silvester. Sie haben ein wesentlich feineres Gehör als wir und obendrein verstehen sie den Sinn nicht, der für manche Menschen hinter dieser Knallerei steht. Als Tierfreunde lassen wir unsere Tiere nicht alleine an Silvester, sondern stehen ihnen in diesen schweren Tagen bei. Viele Strategien sind von Tierfreunden entwickelt worden. Manche fahren in Orte, wo wegen brennbaren Reetdächern und vielen Reitställen die Kommunen die Knallerei verbieten. Einige verbringen Silvester in der Schweiz, weil es dort wesentlich ruhiger ist, denn dort wird überwiegend am 1.8., dem dortigen Nationalfeiertag, geknallt und Silvester ist Nebensache. Einige Tierfreunde mieten Blockhütten im tiefsten Wald oder fahren an leere Strände, wo es keine Wintersaison gibt und daher wenig geknallt wird. Andere Tierfreunde holen sich beim Tierarzt Silvesterpillen (Beruhigungsmittel), stellen ihre Tiere ruhig und verbringen Silvester hinter herabgelassenen Rollos mit lauter Musik, damit die Knaller nicht zu hören sind. Gerne veröffentlichen wir auch Ihre Silvesterideen zum Schutze der Tiere. Jedes Tier hat auf andere Art Angst und je mehr Strategien bekannt werden, um so eher können Sie aus dieser Ideensammlung die richtige Strategie für Ihr Tier entwickeln. Wir möchten Ihnen hier noch eine weitere Alternative vorstellen, die besondere Reize birgt:
Die etwas andere Silvesterfeier
Von all unseren Hunden hat unsere jetzt fast 15-jährige Großpudelhündin Kim immer am meisten unter der Silvesterknallerei gelitten und obwohl sie fast blind ist, ist ihr Gehör noch ziemlich gut.
Da Kimi sehr krank ist und wir ziemlich sicher sind, dass Silvester 2007 wohl ihr Letztes sein wird, haben wir uns entschlossen, ihr diesmal die Knallerei zu ersparen. Aber wie stellt man das an? Wo kann man sicher sein, dass an Silvester um 24.00Uhr absolute Stille herrscht? Nach einigen Überlegungen kam uns die Idee: auf der Autobahn in einer einsamen Gegend.
Gesagt, getan. Nachdem wir mit der ganzen Familie unser traditionelles Silvesterfondue genossen hatten und unsere Kinder, inzwischen Teenager, zu Freunden auf eine Silvesterparty gegangen waren, machten mein Mann und ich uns um kurz nach 23.00 Uhr auf den Weg. Alle Hunde wurden ins Auto gebracht und wir fuhren auf die A 1 Richtung Bremen. Es war sehr wenig Verkehr auf der Autobahn. Im Auto war es warm und gemütlich, das Motorengeräusch wirkte beruhigend, im Radio lief leise Musik und alle Hunde schliefen selig. Von außen war kein einziges Geräusch zu hören. In der Ferne sahen wir ab und zu die Lichter von Raketen aufleuchten. Auch um 24.00 Uhr war in weiter Entfernung über den Städten ein grandioses Feuerwerk zu sehen, aber ohne jegliches Geräusch. Außer uns war zu der Zeit kein Auto auf der Autobahn. Ein unglaubliches Gefühl der Stille und Zufriedenheit überkam uns. Für einen kurzen Moment schien in dieser hektischen Welt die Zeit stehen geblieben zu sein. Es war, als ob wir allein auf der Welt wären.
Unsere Hunde haben all das friedlich verschlafen. Als wir um 2.00 Uhr wieder zu Hause ankamen, war alles ruhig und wir gingen mit uns und der Welt zufrieden schlafen.
2007 war das mit Sicherheit für unsere Hunde entspannendste Silvester aller Zeiten und auch für uns ein ganz besonderes Erlebnis.
Eva Daniel-Wollmar
Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V.
Wir möchten Sie noch darauf hinweisen, dass Sie bei dieser Alternative Tankstopps und Toilettengänge rechtzeitig einlegen sollten. An manchen Rastplätzen, insbesondere auf Rastplätzen mit Übernachtungsmöglichkeit oder auf Autohöfen knallen die Kraftfahrer, die Silvester auf der Autobahn verbringen müssen. Lassen Sie also bitte den Hund im Auto nicht alleine zurück, wenn Sie aussteigen müssen und sichern Sie die Tiere gut, wenn Sie mit den Tieren das Auto verlassen müssen. Denn wir wünschen Ihnen weder ein in Panik demoliertes Auto, noch einen entlaufenen Hund auf der Autobahn. Von der emotionalen Belastung für die Hunde ganz zu schweigen.