SCHÖNER WOHNEN für Meerschweinchen

Die Zeit des Frühjahrsputzes ist vorbei. Viele Tierhalter haben in diesem Zusammenhang ihre eigenen Wohnungen neu gestaltet oder renoviert. Wir möchten nun Anregungen geben, z. B. auch mal den Meerschweinchen ein neues, tolles Zuhause einzurichten. Es macht uns sehr betroffen, dass so viele Meerschweinchen noch immer in kleinen Käfigen dahinvegetieren, weil man im "sogenannten Zoofachhandel" den Käufern eingeredet hat, dass diese ausreichen, nur weil dort immer noch zu wenige artgerechte Behausungen im Angebot sind. Bitte bedenken Sie immer, dass der "sogenannte Zoofachhandel" vom Verkauf lebt und daher nicht objektiv beraten kann! Dort werden Ihnen keine Gehege der Konkurrenz oder Eigenbauten empfohlen, sondern die Produkte an denen man Geld verdient. Doch wenn immer mehr Tierhalter in diesen Geschäften nach artgerechten Gehegen fragen, dann stellt der Handel sich um, denn er will ja verdienen. So entwickelt sich auch die Zubehör im Fachhandel weiter auf Kundenwunsch.

Viele Tierhalter wissen gar nicht, was ihnen entgeht, wenn sie ihre Meerschweinchen in engen Käfigen halten. Denn Meerschweinchen mit genügend Platz sind munterer und viel unterhaltsamer als Meerschweinchen, die keinen Platz für "Aktionen" haben. Das Sozialverhalten lässt sich viel besser beobachten. Die Meerschweinchen werden kommunikativer und agiler. Gleichzeitig werden sie fit und Fußerkrankungen und Übergewicht wird vorgebeugt. Es lassen sich bei artgerechter Haltung und Ernährung Tierarztkosten sparen und die Lebenserwartung steigt deutlich an.

Tierhilfe Licht im Dunkeln e.V. möchte mit den neuen Serien SCHÖNER WOHNEN die Lebenssituation einiger Haustiere verbessern. Am Besten lässt sich dies mit Fotos zeigen. Doch nicht immer stehen uns zur passenden Zeit die passenden Bilder zur Verfügung. Wir freuen uns daher auch sehr über Ihre Fotos, die Sie uns zur Verfügung stellen.

Alle reden vom Wetter - wir nicht. Daher beginnt unsere Serie "Schöner Wohnen für Meerschweinchen" mit Innenaufnahmen.

Diese Bande macht gerade einen Ausflug in die Berge. Hoch oben auf dem Gipfel finden sich frische Haselnusszweige für ein ausgiebiges Picknick, was gleichzeitig die Gesundheit und den Zahnabrieb fördert. Das Gebirge besteht aus Korkeichenrinden und regt die Meeries an zu klettern. Sie müssen sich strecken und so Muskeln betätigen, die in enger Käfighaltung verkümmern. Korkeichen und Weidenbrücken bieten den Füßchen ausreichenden Halt nicht abzurutschen und sind so niedrig, dass junge Meerschweinchen sogar draufhüpfen können. Darunter finden die Meeries die artgerechte "Deckung" vor imaniginären Fressfeinden wie Greifvögeln, aber auch ungeduldigen Kinderhänden.

Die Gehege legen wir aus mit gut waschbaren alten Bettbezügen, die regelmäßig ausgewechselt werden und kleine Pipies festhalten. Wer keine Fliesen hat, kann ein Stück PVC Teppich darunter ausbreiten, was es in jedem Teppichgeschäft als Rest zu kaufen gibt. Hier wuchs der Meeriebestand und so wurde die ursprüngliche Volière mit einem Hamsterauslauf erweitert. Auch Welpengitter oder Fertigbauteile eignen sich für solche eine Vergrößerung. Sind gleichzeitig Hunde oder Katzen im Haus, sind die Meeries durch ein Dach zu schützen und Bretter an den Seiten bieten ihnen Sichtschutz, denn wir wollen ja, dass sie sich zeigen und nicht ängstlich in Röhren hocken.

Meerschweinchen sind Fluchttiere und leben in ihrer Heimat in Felsnischen. Sie brauchen daher Rückzugsorte, wo sie sich verstecken können. Im Sommer lieben die Meerschweinchen Tonröhren, die Kühlung bringen. Wer große Meerschweinchengruppen hält, benötigt natürlich mehr Unterschlüpfe, damit die Meeries sich bei Stunk auch mal aus dem Weg gehen können, denn auch die sehr sozialen Meerschweinchen haben mal bessere und mal schlechtere Laune. Alleine die Größe und Struktur des Geheges, sowie die Unterschlüpfe sind entscheidend dafür, dass Meerschweinchen sich vertragen. Sie sind sehr gesellige Tiere und dürfen nicht alleine gehalten werden. Je größer die Gruppe, um so mehr gibt es zu sehen, aber das Platzverhältnis muss stimmen. Häufig bekommen wir im Tierschutz Meerschweinchen abgegeben, die sich angeblich nicht mehr vertragen. Nach Kastration der Böckchen und dem Umsetzen in meeriegerecht strukturierte Gehege, vertragen sich bei uns alle Meeries, auch die Böckchengruppen.

Streit gibt es in der Regel um Ressourcen, wie Geschlechtspartner, Unterschlüpfe, Futter oder Wasser. Unsere Unterschlüpfe haben daher immer mehrere Ausgänge, wo man bei Streit auch schnell flüchten kann. Meerschweinchen sind von Hause aus keine aggressiven Tiere. Wenn sie streiten läuft dies in artgerechten Gehegen unblutig und kaum merkbar ab. In Häusern mit nur einem Eingang, kann ein rangniederes Meerschweinchen nicht flüchten, wenn ein ranghöheres das Haus für sich haben will. Doch als Unterschlupf reichen den Meeries auch offene Podeste, die dann gleichzeitig die Einrichtung mehrerer Etagen möglich machen und Fluchtwege nach allen Seiten bieten. Auch Hängematten lassen sich gut daran aufhängen. Mit Etagen, wie in diesem Gehege, vergrößert man das Platzangebot und macht es für die Meeries spannender. Je spannender eine Umgebung für Meerschweinchen ist, um so mehr kaspern sie herum und bringen uns zum Lachen. Ein Fernseher ist dann zur Unterhaltung nicht mehr erforderlich. Ein Heu gefüllter Kuschelsack wird dann zum Trampolin oder zum Kuschelnest. Kork- und Weidenröhren, die mit Heu befüllt sind, sorgen dafür, dass die Meeries ihr Futter "erarbeiten" müssen und gut beschäftigt sind, denn auch in der Natur müssen sie ihr Futter suchen und bewegen sich dabei. Das beugt Fußerkrankungen und Übergewicht vor.

Höhere Etagen bekommen geschlossene Rampen mit Holztritten, damit die Meeriefüßchen auch im raschen Wettlauf immer Halt finden und nicht rutschen. Übergewicht, falsche Ernährung und mangelnde Pflege verursachen rasch Ballenerkrankungen an den kleinen Füßchen. So ein Fitnessparcour verleitet zu Bewegung und sorgt für Muskelaufbau.

Näpfe sollten eine große Bodenfläche haben und schwer sein, damit die Meeries sie nicht kippen oder mit den Zähnen packen können. Rasch schlagen sie sich an falschen Näpfen die Schneidezähnchen ab und schon ist ein Tierarztbesuch fällig.

Hier wurden Haselnusszweige von ungespritzten Bäumen auf ein Podest und Brücken gelegt. Die Meeries müssen sich schon strecken, um so ans Futter zu gelangen. Ein Heuspeicher sorgt hier für Beschäftigung. Das Heu muss hier erarbeitet werden. Gleichzeitig ist das Heu so vor Verschmutzungen besser geschützt.

In gut strukturierten Meeriegehegen finden sich tausend Möglichkeiten Futter an verschiedenen Plätzen zu verteilen. So sind Kämpfe um die Ressource Futter nicht erforderlich und auch scheuere Meerschweinchen finden immer eine Stelle, wo sie gemütlich und unbehelligt fressen können. Gleichzeitig regt die Verteilung des Futters im Gehege zur Wanderschaft an, denn die Bewegung ist wichtig und gesund für die Tierchen.

Unsere Meerschweinchen werden artgerecht und getreidefrei ernährt. So bleiben sie gesund und ernähren sich so wie in der Natur, zu 80 % von gutem Heu oder Gras, Kräutern und Blättern. Der Stopfmagen der Meerschweinchen muss ständig gefüllt werden, damit die Verdauung funktioniert. Große Raufuttermengen sorgen für regelmäßigen Zahnabrieb - auch der Backenzähne -, einen gesunden Magen-Darmtrakt und ersparen Tierarztbesuche. Wasser bieten wir nach neuesten Erkenntnissen ebenfalls in schweren kippsicheren Näpfen an. Sie sind besser zu reinigen und verhindern Bakterienansiedlungen. Die Tiere trinken auch lieber daraus und mehr. Nippeltränken sorgen zudem oft für eine falsche Trinkhaltung. Wer viel trockenes Zeug frisst muss anständig trinken können und genug Flüssigkeit zuführen, um gesund zu bleiben. Insbesondere im Winter, wo überwiegend Heu und weniger Saftfutter und kein Gras zur Verfügung steht, ist es wichtig, dass den Tieren immer sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, doch auch im Sommer ist es wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt aufrecht zu erhalten. Es darf daher natürlich auch im Freigehege im Sommer nie fehlen und sollte dort an schattigen Plätzen stehen, damit es nicht zu heiß wird.

Auch mit wenig handwerklichen Geschick lassen sich Meerschweinchenunterkünfte basteln. Dieses Haus hier, ist eine Weichholzspielkiste aus unbehandeltem Holz. Es gibt sie preiswert im Baumarkt. Mit Hilfe einer Lochsäge, einer Säge und etwas Schmirgelpapier zum Glätten der Kanten, kann so fast jeder sich ein preiswertes Haus selber bauen, welches zwei bis drei Ausgänge als Fluchtweg hat und die der Handel leider noch zu wenig anbietet. Für handwerklich völlig ungeschickte Meeriehalter oder Meeriehalter, die noch kein ausreichendes Werkzeug besitzen oder zu wenig Zeit zum Basteln haben, gibt es aber auch unfallfreie Unterschlüpfe fertig zu kaufen, z. B. bei der Meeriekiste, die dieses Podest gebaut hat. Der Betreiber der Meeriekiste ist selbst Tierschützer und Meeriehalter und sorgt für unfallfreie Zubehör und Gehegebauteile.

Löwenzahn bereichert hier zusätzlich den Speiseplan für die Tierchen, die Vitamin C nicht speichern können und daher in ausreichender Menge erhalten müssen. Gemüse wird in den Näpfen angeboten. Wohlriechende ungiftige Kräuter helfen nicht nur das eine oder andere Wehwehchen zu kurieren, sondern sind auch eine Freude für die Näschen der kleinen Naschkatzen. Das hält die Sinne wach und sorgt für Beschäftigung.

In größeren Meerie-Gruppen sollte Futter stets in mehreren Näpfen und unterschiedlichen Orten im Gehege angeboten werden. Kommt es zu Ressourcen-Streit, werden so alle noch satt und nicht nur verfressene Tiere. Auch scheuere Neuzugänge kommen so zum Zuge und werden mit allen Vitaminen versorgt.

Janis Joplin zeigt uns hier deutlich wie gefährlich leichte, nicht kippsichere Näpfe werden können. Sie stellt beide Füßchen auf den Rand. Ein zu kleiner, leichter Napf könnte so leicht gegen die Schneidezähne schlagen, wenn er kippt und diese beschädigen.

Dieses Haus wird bei Fressnapf angeboten. Es hat zwei Ausgänge und kann auch gleich als Aufstiegshilfe für obere Etagen genutzt werden. Wir haben die Einrichtung ergänzt durch ein handelsübliches Borkenhaus, dem wir einen zusätzlichen Ausgang verpasst haben, selbstgebaute Unterstände und Podeste. Aber auch ein umgedrehter großer Brotkorb wird gerne als Gebirge genutzt und erkundet. Eine Erdbeere und Staudensellerie regen zum Schnuppern an und werden von manchen Meeries gerne genommen. Doch bei allem Nahrungsangebot darf zu keiner Zeit das Heu fehlen. Lediglich Gemüse zu füttern wäre nicht rohfaserreich genug, so sollte es stets nur den Speiseplan ergänzen. Legt man das Heu auf Brücken oder Podeste bleibt es längere Zeit unverschmutzt, doch sollte den Meeries auch ein wenig Heu zum Spielen am Boden zur Verfügung stehen, denn gerne wuseln sie im Heu.

Kommen Meerschweinchen recht scheu in unsere Obhut, wird das Gehege sehr reichhaltig mit Unterschlüpfen bestückt, bis die Meeries sich sicher fühlen und die Einrichtungen nach und nach entnommen werden, damit mehr Platz für schnelle Rennen vorhanden ist. Dieses trächtige Tier war anfangs sehr handscheu. Es lernte sich sicher zu fühlen, weil es überall "Deckung" fand.

Für Zeiten, wo das Gemüse knapp wird, gibt es auch getreidefreie Trockenfuttermischungen im Handel. Die Kaninchenwerkstatt und Cavialand bieten reichhaltige Auswahl an Futtermischungen, so dass es nie langweilig wird. Gerade mit Kräutergaben kann der Gesundheitszustand krank eintreffender Meerschweinchen positiv alleine über die Fütterung beeinflusst werden. Abwechslungsreiche und gesunde, vorsichtige Fütterung verhindert die gefährlichen Blähungen bei Meerschweinchen, die sonst rasch aufkommen. Nager-Info informiert über eine richtige Ernährung. Auf diesen Fotos genießt unsere trächtige Meerie Wilma Karotten, getreidefreie Futtertrockenmischung, Schwarzwaldheu und knabbert gerade an einem Blattspinat. Auch hier wurde das Gehege - hier ein Holzbau - mit Welpengittern und Brettern erweitert für den kommenden Nachwuchs. Da Wilma noch sehr scheu war, haben wir geschlossene Bretter außen angestellt, die ihr mehr Sicherheit geben. Um auf die Bedürfnisse der jeweiligen Meeries und Halter einzugehen, bietet die Meerie-Kiste verschiedene Gehegeteile an - geschlossene und welche mit Sichtfenstern.

Leicht zu reinigen, gerade für Quarantäne-Neuzugänge sind die Kunststoffkanalrohrstücke, die leicht ausgewaschen und desinfiziert werden können. Bevorzugt werden Rohre mit drei Ausgängen, die in alle Richtungen Fluchtwege offen lassen.

 

Flache raue Steine vor Heu auf Podesten oder Körben gelegt, regen zum Klettern an, helfen aber auch die Meeriekrallen kurz zu halten. Auch unglasierte Tonröhren können als "Nagelfeile" dienen. Ein sicher liegender großer, unglasierter Tonblumentopf mit Heu lädt zum Erkunden ein und bietet ebenfalls "Nagelfeilen-Effekt".

Im Frühjahr und Sommer ist die Ernährung von Meerschweinchen preiswerter, wenn draußen vieles wächst, was gesammelt werden kann. Jedoch sollte Futter natürlich nur auf unbelasteten Wiesen gesammelt werden und bei manchen Pflanzen muss darauf geachtet werden, ob sie ähnlich aussehende, giftige Verwandte haben. Frisches Gras bereichert hier den Speiseplan und wurde mit Löwenzahn aufgepeppt. Ein wenig Klee dürfen Meeries auch mal naschen, aber bitte nur wenig. Der hohe Kalziumgehalt fördert leider Harngrießentstehung und sorgt für Unwohlsein und hohe Tierarztrechnungen.

Im Frühjahr müssen die Meeries langsam auf die viele Frischkost umgestellt werden, damit der Magen-Darm-Trakt sich umstellen kann. Bevor also Grasberge ins Gehege wandern, bitte erst langsam wieder an mehr Saftfutter gewöhnen. Füttert man Gemüse, welches Blähungen begünstigt, wird bei der nächsten Mahlzeit etwas Entblähendes wie Pfefferminz oder Fenchel gefüttert. Mit Umsicht lassen sich Kosten für Medikamente gegen Blähungen vermeiden. Nager-Info und Cavialand informieren Sie über die Wirkungsweisen und Verträglichkeit von Kräutern und Futterarten.

Leben unter "Palmen" (bzw. Haselnusszweigen) ist nicht nur eine dekorative Wohnlage, sondern auch eine naturähnliche Umgebung und holt bei schlechtem Wetter den Garten ins Haus. Im Heu sehen Sie hier Blütenzusätze als Leckerbissen.

Wer gesund ernährt wird, hat auch ein schönes glänzendes Fell, was nicht so sehr zum Vertucken neigt. Doch sollte bei Langhaarmeerschweinchen regelmäßig gebürstet und das Fell gekürzt werden. Bei der großen, wöchentlichen Gesundheitskontrolle gehen unsere Langhaar-Hippies, wie Jimmi Hendrix dann gleich auch zum Friseur.

Bei der großen Gesundheitskontrolle wird das ganze Meerschweinchen durchgecheckt und gewogen, denn plötzlicher Gewichtsverlust kann vor Krankheiten warnen, Gewichtszunahme kann eine Umstellung der Fütterung rechtzeitig anzeigen. Meeries leiden still und so lassen sich Krankheiten durch abtasten, und optischen Befund in Ergänzung mit dem wöchentlichen Wiegen feststellen. Augen, Öhrchen, Krallen, Ballen, Geschlechtsteile... alles wird gecheckt, um schon im Ansatz Probleme zu sehen und z. B. Ballengeschwüren, Penisverklebungen, Zahnproblemen, Gebärmutterausfluss, Pilzen, Parasitenbefall oder Herpes und Lippengrind vorzubeugen. Kleinere Gesundheitskontrollen erfolgen zwischendurch etwas flüchtiger. Bei uns erfolgt der große Gesundheitscheck am Wochenende, wenn etwas mehr Zeit und Ruhe herrschen.

Nach der Gesundheitskontrolle gibt es ein Leckerchen, damit die Tiere auch einen Sinn in der Prozedur sehen. Basilikum eignet sich als "Danke-schön" für gutes Benehmen hervorragend, aber auch eine Erbsenflocke wird gerne genommen. Mit solchen Leckereien in besonderen Augenblicken werden auch neue, scheuere Tiere rasch handzahm und bekommen Vertrauen.

Ab und an einen Teppichwechsel mögen auch Meerschweinchen, mal Heu, mal Stroh, aber immer saugfähigen Untergrund, der das Pipi aus dem Fell hält, mögen sie. In einem ausreichend großen Gehege reicht die wöchentliche Großreinigung. Pipiecken und Lieblingsplätze wechselt man zwischendurch. Eine Qual und gesundheitsschädlich ist Haltung auf Gitterrosten oder in festgepappter Pipi-Koteinstreu! Viele Tiere mit gesundheitlichen Schäden bekommen wir aus solchen Haltungen und brauchen oft Monate sie gesund zu pflegen. Je kleiner das Gehege ist, um so öfter muss man es komplett reinigen. Futterreste werden spätestens am nächsten Tag entsorgt, damit sie nicht schimmeln oder faulen. Sauberes Heu muss stets vorhanden sein.

Eltern sind dabei verantwortlich für die Tiere ihrer Kinder, denn Kinder können die Folgen einer solchen Haltung nicht absehen.

 Stroh hat in unseren Gefilden leider nicht zu jeder Jahreszeit gute Qualität. Oft sieht man kleine graue Pünktchen darauf, die für Schimmel sprechen. Dies sollte man nie nehmen, es führt zu Erkrankungen.

Heu sollte eine deutlich grüne Farbe haben und angenehm duften. Es darf nicht bröseln oder stauben. Dann Finger weg! Dieses Stroh hat eine gute Qualität, wie Crid gerade kontrolliert.

Brave Tierschützer lassen sich von ihrem Schweizer Besuch dann auch keine Blumen mitbringen, sondern schönes, frisches Bergwiesenheu ;-).

Als Untergrund eignet sich saugfähige Bettwäsche oder Sägespäne, die regelmäßig gewechselt werden. Podeste sollten einen Fallschutz an den Seiten aufweisen, damit die Meeries nicht abstürzen, wenn mal geflitzt oder gezankt wird. Rampen sollten immer fest verankert werden, damit sie niemals herunterfallen. Sie werden entweder mit Holzleisten eingehakt am "Geländer" oder verschraubt, wie hier im Bild. Heuraufen dürfen nicht von oben "besteigbar" sein von Podesten oder Brücken aus, denn sonst hüpfen die Meeries hinein und können sich verletzen. Es gibt jedoch auch neue Heuraufen, die Abdeckungen haben oder "Heuspeicher", die nur das Herausziehen des Heus möglich machen. Dies ist noch ein älteres Bild - Nippeltränken benutzen wir inzwischen nicht mehr, weil neueste Erkenntnisse zur Benutzung von Näpfen als Tränken führten.

Fortsetzung