Hilfstour April 2010

Da ich diese Tour vom ersten bis zum letzten Stopp begleitet habe, sollte man meinen, dass es diesmal von allen Stopps Fotos gäbe. Es tut mir leid, dem ist nicht so. Es gab viel Aufregung und wenig Helfer und wir hatten alle Hände voll zu tun. Zum Fotografieren hatten weder Carlos noch ich Zeit.

Eine Menge Aufregung gab es schon im Vorfeld, da Carlos sich mal eben in ein falsches Land verfahren hatte. Das schafft auch nur Carlos. Er konnte in Spanien in letzter Sekunde noch zwei Mitfahrer anwerben. Eine Fahrerin ist noch relativ unerfahren ist und noch nicht allzu lange den Führerschein hat und die nächste Aufregung gab es dann, weil die zweite Beifahrer sich als Katzenallergikerin herausstellte, die auf der Fahrt einen Allergieschub bekam. Obendrein benahm sich noch ein Hund auf der Tour nicht normal, so dass alles ziemlich aufregend verlief. Carlos fuhr den überwiegenden Teil der Tour selber, so dass mehrere zusätzliche Pausen eingeplant werden mussten.

Unsere Helfer an allen Stopps waren voll auf Draht, so dass wir auch gleich ein Antihistamin für die Allergikerin an den Stopp gebracht bekamen. Danke, dass Ihr alle wieder so bedingungslos "funktioniert" habt. Ohne Euch würde ich mal wieder sagen: "Das war meine letzte Tour - ich werde zu alt für diesen Stress!" , aber diese Aussage von mir kennt Ihr ja schon zur Genüge und hört sie seit 5 Jahren ;-).

Die arme Tina musste als meine Vertreterin gleich zeigen, was sie kann, da ich bereits zwei Tage vorher am 1. Stopp wartete und dort versuchte Urlaub zu machen. Nun, das ist nicht so ganz gelungen, aber ein wenig ausspannen konnte ich trotzdem. Tina schlug sich wacker und hat - glaube ich - jetzt so eine ungefähre Vorstellung, was sie erwarten würde, wenn ich denn mal im Urlaub auch nicht telefonisch erreichbar wäre, was ja jetzt noch der Fall war.

Am ersten Stopp drehte sich natürlich erst einmal alles um die Hündin, die einen schlappen Eindruck machte und irgendwie nicht in Ordnung war. Wir waren froh, dass man sie hier sofort aufnahm und sich kompetent um sie kümmerte und tierärztlich versorgte. Leider stellte sich nach einer Woche und etlichen Untersuchungen heraus, dass sie einen unentdeckten Tumor hatte und sie musste eingeschläfert werden, noch bevor alle Untersuchungsergebnisse vorlagen. Die Sorge um die Hündin hat uns natürlich alle auf dem Transport sehr belastet. Sie war so eine liebe Maus und wir hätten ihr gerne eine neue Zukunft ermöglicht. Ein ganz liebes Dankeschön an alle, die sich so rührend um die Maus gekümmert haben und uns unterstützt haben. Wir wussten die Maus bei Euch in den allerbesten Händen und dafür sind wir sehr, sehr dankbar!

Die Tour ging weiter bis zum nächsten Stopp, wo dann erst einmal die Allergikerin Minerva versorgt werden konnte. Das alles brachte jedoch weitere Planungsprobleme mit sich, denn mit Katzenallergie konnte Minerva unmöglich - wie üblich - bei mir übernachten, denn dort residiert ja Molly, die Pflegekatze. Als Karthäuser-Angora-Mix fliegen Ihre Haare leider in meiner Wohnung zur Genüge herum. Also mussten wir noch rasch eine Hotelunterkunft für die Mädels buchen und jemand organisieren, der die Mädels dort hin bringt. Molly wurde rasch von Nicole weggesperrt und war zutiefst beleidigt, während wir noch unterwegs waren, und die Wohnung wurde gründlich gelüftet und so konnte Minerva wenigstens noch bei mir Abendessen ohne zu ersticken, bevor Nicole sie ins Hotel fuhr. Am nächsten Morgen mussten wir dann die Mädels, in Ermangelung von Helfern per Taxi wieder zu mir holen, damit umgeladen werden konnte. Durch eine Baustelle vorm Haus war auch das keine einfache Aktion, denn der LKW hatte Mühe rückwärts heraus zu fahren.

So kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man sich mit 7 Jahren-PROA-Transporterfahrung beruhigt bei jedem Luxushotel als Top-Hotelkraft für die Betreuung von Touristen mit den unterschiedlichsten Problemen bewerben könnte, denn es gab schon vieles, was wir mal eben unterwegs organisiert bekommen haben, wenn Pannen passierten. Reservereifen waren zu organisieren, Ersatzbrillen für Beifahrer zu beschaffen, Regenjacken und Kopfschmerztabletten für Fahrer, Pannen waren zu beheben, Blinkerbirnen auszuwechseln, sogar ein entlaufener Hund musste mal eingefangen werden und und und.... Wir haben bisher noch alles in den Griff bekommen und dies ist sicherlich unserer hervorragender Truppe an Helfern zu verdanken. Es gibt eben nichts, was es nicht gibt auf Hilfstransporten.

Jetzt wollt Ihr aber endlich Fotos sehen und daher starten wir mit dem einzigen Tag, wo wir Fotos haben - dem Tag nach dem Transport. Wir trafen uns bei unserer Hauptsammelstelle und nach und nach trafen alle Sammelstellen ein und brachten die gesammelten Patenpakete und Sachspenden.

Die Sammelstellen trafen ein und brachten die Hilfsgüter. Monatelang hatten sie Hilfsgüter gesammelt und verpackt, die nun zum Einsatz kommen sollten. Die Tiere in Spanien sind auf diese Hilfsgüter angewiesen und warten dringend darauf.

Mit den Sammelstellen trafen auch der LKW und mehr und mehr Hunde ein.

Für Lunita war es der erste Transport, den sie auf diese Art und Weise kennen lernte. Vor noch gar nicht so langer Zeit ist sie selbst mit solch einem Transport aus Spanien nach Deutschland gekommen. Wie man sieht, hat sie sich gut eingelebt. Lunita sucht immer noch nach dem passenden neuen Zuhause.

Maria war das erste Mal als Beifahrerin dabei und war rechtschaffen müde von der Tour. Schnell merkte sie, dass es Deutschland kälter ist als Spanien.

Zunächst musste der LKW komplett ausgeladen werden. Die Leiter reiste von Wuppertal zum Sammelplatz und wurde von Koblenz übernommen. Die gespendete Hochbettleiter musste im LKW mitfahren, weil sie für den PKW zu lang war. Sie geht auf die Sammelstelle und Katzenpflegestelle Koblenz und wird als Klettergerüst für die Jungkatzen mit Sisal umwickelt. Wir freuen uns immer über Leitern von Hochbetten, die wir gespendet bekommen. Sie sind bei den Katzen in Deutschland und Spanien sehr beliebt. Also, wer so etwas übrig hat - her damit. Wir möchten ja den Katzen im Tierheim und auf den Pflegestellen es so schön wie möglich machen.

Natürlich müssten alle Neuankömmlinge erst einmal die Hunde begrüßen.

Hatte da jemand nach einer "Zange" verlangt? Wie, Ihr meintet eine kleine Zange, um die Boxen zu zerlegen. Das hättet Ihr schon sagen müssen, Zange ist  Zange! Die Hunde fragten sich, ob man "Zange" essen kann. Als sie sahen, dass die Zange nicht sonderlich appetitlich wirkte, trollten sie sich wieder.

Jetzt wurden mit Zangen handlicher Größe die Kabelbinder an den Boxen gekappt. Die Boxen müssen sauber gemacht werden und werden zerlegt und nach Größe gestapelt.

Hundepipipapier aus Boxen entfernen ist eine Aufgabe, die Tierschützer auch machen müssen. Gott sei Dank gibt es ja Einweghandschuhe.

Lunita kontrollierte jeden Neuankömmling - vermutlich auf der Suche nach jemanden, der ihr endlich mal ein Leckerchen mitbringt.

Sollten wir Marias und Carlos wenige Fotos noch bekommen, füge wir sie noch nach.

Mehr und mehr Helfer und mehr und mehr Sachspenden trafen ein. Auch Matthias hatte sich ausnahmsweise loseisen können, um zu helfen. Er versorgt sonst die Tiere, während Frau Tina im Tierschutz arbeitet. Diesmal gab es zu Hause einen Hunde- und Katzensitter, da konnte er mal wieder mit. Gut für uns, denn einige Helfer waren noch in Urlaub.

Das war eine geübte Crew, die keine Anweisungen mehr benötigte. Alles gestandene Helfer, die schon zig Transporte hinter sich hatten und wortlos anfangen zu arbeiten.

Sie wissen wie Sachspenden zu sortieren sind und fangen gleich an. Michel hatte seine erste Arbeit schon hinter sich. Er bekam bei Ankunft gleich Pflegehund Mota in die Hand gedrückt, weil die Pflegemama noch nicht da war und musste erst einmal Hund sitten.

Micheline fegt dabei den abgeladenen LKW aus. Micheline, wir sehen gehen genau, dass Du die Zunge raus steckst, auch wenn das Bild nicht so groß ist!

Minerva fror bitterlich in unserem kalten Deutschland. Auch sie war hundemüde, denn die Allergie hatte sie einiges an Schlaf unterwegs gekostet. Wir danken im Übrigen Minervas Familie ganz herzlich, denn sie hatten einen Großteil der Transportkosten übernommen und gespendet. Jede Tour kostet um die 2.000 Euro Minimum an LKW-Leihgebühren, Maut und Benzin. Die sind nicht immer leicht aufzubringen.

Minerva spricht hervorragend Englisch und so war die Verständigung einfach. Sie staunte, was da so alles angeliefert wurde.

Inzwischen waren auch Heike und Sohn Christian eingetroffen - mit unserer Verpflegung. Ja, wir müssten an solchen Schlepptagen bitterlich verhungern, wenn wir nicht so liebe Leute hätten, die uns versorgen. Dafür sind wir sehr dankbar, denn niemand von uns hat auf Transporten die Zeit sich um das leibliche Wohl zu kümmern. Die Spanier waren diesmal liebevoll und sehr fähig vegetarisch bekocht worden von Nicole. Hat super geschmeckt - Nico!

Das dauert schon seine Zeit bis alle Boxen sauber sind und gestapelt. Ja, Casper, schnüffel mal. Mit genau so einer Box bist Du vor Jahren von PROA gekommen.

Aber ganz ehrlich - ein Leben ohne Bett könnte er sich nicht mehr vorstellen ;-). Er ist nicht nur der einzige Husky, der bei Glatteis ausrutscht, sondern auch der einzige Husky, der glatt noch unter der Bettdecke schläft ;-). Aber wir lieben ihn, wie er ist.

Silvia brachte Körbe mit Futterspenden für die Hunde und Katzen in Spanien von der Sammelstelle Herne.

Bauke übernahm derweil die Aufsicht von der jagdtriebigen Muips, ebenfalls einem ehemaligen PROA-Hund. Sie durfte auf dem offenen Hof nicht ohne Leine laufen, da sie sofort zum "Häschen-fangen" aufs angrenzende Feld entschwunden wäre. Auf diesen Feldern hoppelt aber auch jede Furche. Sind wir froh, dass unsere anderen Hunde alle abrufbar sind.

Hier hat sich schnell jemand erbarmt auch unsere fleißige Fotografin Friederike zu fotografieren, die ja sonst gar nicht auf den Fotos gewesen wäre. Säckeweise Bettwäsche wird herangekarrt worden. Da bewähren sich die reißfesten Ikeataschen wieder zum Transport. Auch Ikea-Taschen bekommen wir gerne als Sachspenden. Sie können klein zusammengelegt werden, nehmen also keinen Platz weg und sind sehr hilfreich beim Beladen in Deutschland und beim Entladen in Spanien.

Glorie dachte sich, dass man ja auch ein Schläfchen halten könnte, wenn doch die Anderen fleißig arbeiten.

Etwas was für Sukie und Lunita nicht denkbar wäre - sie spielen lieber

Die Sammelstellen sammeln nicht nur für Spanien, sondern auch für unsere Tiere hier in Deutschland. Diese Hilfsgüter wandern dann in die Autos der Pflegestellen, wo die Sachen benötigt werden. Jedes Treffen, jeder Tierschutzstammtisch werden zum Umladen genutzt, um Benzin und Geld zu sparen.

Inzwischen war Motas Pflegemama eingetroffen und hatte gleich schon eine Freundin mitgebracht, die Mota evt. adoptieren möchte. Die Spanier nutzen die Chance für ein Abschiedsfoto mit Mota.

Das Foto wird dann gleich zum Adoptionsfoto, wenn Mota endgültig adoptiert wird.

Sieht doch schon ganz gut aus mit den Beiden.

Muips ist froh, wenn sie nicht nach Spanien zurück muss. Sie fühlt sich inzwischen in den Niederlanden viel wohler.

Auf jedem Transport hat Sammelstellenleiterin Nicole Berge von Müll hinterher da liegen. Wir sind dann immer dankbar, wenn jeder ein wenig Müll mit nimmt. Micheline erbarmte sich das Altpapier mitzunehmen. Zig Kartons werden gefaltet, wenn sie nicht mehr benötigt werden und auch das Altpapier entsorgen gehört zur Tierschutzarbeit. Schwieriger wird es dann immer jemanden zu finden, der nasses Pipipapier in Säcken mit nimmt, damit Nicoles Mülltonne nicht überläuft. Normalerweise hilft hier Monica, die als Firmeninhaber große Container auf dem Hof stehen haben, aber sie war nicht da. Das merkte Nicole bitterlich.

Zunächst kommen jetzt die gereinigten und gestapelten Boxen wieder rein in den LKW. Micheline we Nicole bitterlich.

Zunächst kommen jetzt die gereinigten und gestapelten Boxen wieder rein in den LKW. Micheline wirft schon mal einen Blick ins Lager, wo auch noch säckeweise Sachspenden stehen.

Fortsetzung ...