Weltkatzentag - Welttrauertag

Heute ist Weltkatzentag, doch was haben die Katzen davon? Schon lange gibt es ein Katzenelend, dem die Tierschutzvereine nicht mehr Herr werden können. Die Bestände an Katzen in Katzenschutzvereinen, Tierschutzvereinen und Tierheimen sind so hoch, dass enormer Stress für die eigentlichen Solitär-Jäger entsteht. Tierschützer müssen wahnsinnig aufpassen bei den hohen Beständen nicht noch Pilze oder Schnupfen hereinzubekommen, denn bei dem Stress durch die hohe Belegung der Gehege fahren die Katzen das Immunsystem herunter und werden anfälliger.

Täglich erreichen uns mehrfach Notrufe, um Katzen aufzunehmen, denen man überdrüssig geworden ist. Meist stammen sie aus privaten Vermehrungen, sind unkastriert und unbeimpft, denn immer mehr Hartz 4-Bezieher schaffen sich Katzen an. Die Folge ist, dass mehr und mehr Katzenhalter die Tierarztrechnungen nicht mehr bezahlen können, mehr und mehr Tierärzte eine Behandlung auf Ratenzahlung ablehnen! Katzen, die rollig sind nerven, Kater, die markieren auch - wohin also damit. Ins Tierheim denken sich die Halter, doch dort blitzen sie ab. Die Tierheime sind voll, voll, voll. Zudem müssen sie Abgabetiere nicht aufnehmen. Tierheime sind verpflichtet Tiere aus Beschlagnahmen aufzunehmen und auch Fundtiere. Abgabetiere sind nicht vorgesehen.

Natürlich übernehmen die Tierheime - wenn möglich - Tiere, die wegen schwerwiegender Gründe abgegeben werden müssen. Doch oft wird dann auch eine Abgabegebühr fällig, denn für diese aufgenommen Katzen bekommt das Tierheim keinen Zuschuss von der Gemeinde. Die Gemeinde muss nur ordnungsrechtliche Aufgaben wahrnehmen, also Fundtiere und herrenlose Tiere von der Straße schaffen. Abgabetiere sind nicht herrenlos. Für die muss der Halter zahlen. Doch die wenigsten können oder wollen das. Wohin also dann mit Miez, wenn man sie loswerden will - lieber gestern als heute? Privat Katzen unterzubringen ist schwer. Wie auch in den Tierheimen sind die meisten Interessenten nicht an "gebrauchten" Katzen interessiert. Jung und niedlich sollen sie sein. Zweimal im Jahr gibt es Katzenbabys zu Hauf - im Frühjahr und im Herbst. Also wollen alle nur niedliche, kleine Miezekätzchen, die natürlich aufgrund ihres Alters noch nicht kastriert sind. An Kastrationsauflagen der Tierheime halten sich dann die Halter aber nicht. Die älteren Katzen schmoren derweil in den Heimen vor sich hin.

Was tun also viele Katzenhalter, die sich innerlich schon längst von der früheren "süßen, kleinen Mietzekatze" innerlich verabschiedet haben? Sie setzen sie aus! Nein, man selbst hat sich ja schon länger mit der Abgabe der Miez angefreundet. Jetzt ist es eine Zumutung sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Dann lieber weg damit - auf die Straße. Auf der Straße erkranken sie dann und vermehren sich rasant, schließlich hatte man ja kein Geld Miez impfen zu lassen oder zu kastrieren. Von dort fangen dann Tierschützer sie mühsam und aufwändig mit Fallen halbverwildert, ausgehungert und hochträchtig wieder ein. Scheu sind sie dann, keine schmusigen Mietzekatzen mehr. Anschließend landen sie - für viel Geld von Tierschützern kastriert und wieder aufgepäppelt - im Tierschutz. Doch dort will die scheuen Tiere niemand.

Wieder hat man nur Interesse an den kleinen, niedlichen Babys. Aber bitte nur bestimmte Farben! Nein, schwarz und getigert - wie gewöhnlich! Man zieht rot und bunt vor. Wie ein Möbelstück - passend zur Einrichtung und reizende Katzen bleiben zurück. Sie will niemand bis sie dann obendrein den Interessenten - vor lauter Warterei im Tierheim - noch zu alt werden.

Was sollen wir also den Katzen am Weltkatzentag versprechen? Noch immer nicht sehen die Politiker vieler Städte ein, dass hier politische Lösungen gefragt sind. Eine Kastrations- und Registrierungspflicht ist die einzige Möglichkeit Katzenelend in den Griff zu kriegen und verantwortungslose Menschen, die ihre Tiere widerrechtlich aussetzen, endlich zur Rechenschaft ziehen zu können und ihnen vor allen Dingen die Kosten aufzuerlegen, für die sie aufzukommen haben - die Kosten für IHRE Tiere.

Schon lange nicht mehr sind Tierschutzvereine in der Lage für all diese Kosten aufzukommen. Parasiten müssen entfernt werden, entwurmt werden müssen die Tiere und oftmals gesund gepflegt. Kastrationen müssen finanziert werden, Bluttests auf Krankheiten, die die Bestände erkranken lassen. Impfungen sind vorzunehmen. Eine voll versorgte Katze kostet den Tierschutz minimal 120 Euro - doch diese Schutzgebühren zahlt kein Mensch für eine Katze aus dem Tierschutz! Und die Spenden sind rar in diesen Zeiten. Mitgliedsbeiträge können nicht weiter erhöht werden, weil auch die Mitglieder sonst finanzielle Probleme bekommen. Wovon also soll der Tierschutz das alles dann finanzieren? Und warum? Für diese Kosten müssen endlich die Tierhalter einstehen, die die Tiere einst so niedlich und klein angeschafft haben und sie dann so sträflich vernachlässigt haben! Stattdessen gibt es immer mehr Menschen, die sich billig oder umsonst ein Katzenkind in der Nachbarschaft andrehen lassen bis sie es leid sind und es dann unterernährt und krank im Tierschutz landet.

Wir erwarten von den Politikern: Handelt endlich !!!

Wir brauchen die gesetzliche Verpflichtung zur Kastration und Registrierung. Es herrscht jetzt schon fast überall Aufnahmestopp für Katzen. Einige Städte haben es endlich begriffen, aber Wuppertal und viele andere Städte noch nicht. In Düsseldorf, in Paderborn und anderen Städten gibt es längst eine Kastrationspflicht. Wann endlich überall? Wann können wir endlich den Katzen hier versprechen, dass wir am Weltkatzentag etwas für sie tun können. Ihnen wenigstens versprechen können - es wird besser werden? Heute jedoch ist der Weltkatzentag ein Welttrauertag, denn es ist keine Besserung in Sicht für die Samtpfoten! Doch die Politiker werden nicht wach. Vielleicht sollten wir die hohen Katzenbestände einfach mal ins Rathaus umsiedeln? Vielleicht geschieht dann etwas? Vielleicht sollten wir alle Menschen, die uns anbetteln ihre Katzen aufzunehmen ins Rathaus schicken und die Politiker nach Lösungen fragen lassen?

 

Doch es passiert nichts! Ach, ja doch. Animal-Hoarding! Wie konnten wir das vergessen? Immer öfter beschlagnahmen Amtsveterinäre hohe Bestände kranker, vernachlässigter Katzen, die kranke Menschen in ihren Wohnungen und Häusern gehoardet haben. 76 plattnasig vermehrte, verfilzte, brettharter, kranke Perserkatzen hier, 26 Katzen mit Katzenschnupfen dort, triefende 40 Katzenschnupfenkinder ... u.s.w., die dann natürlich auch noch im Tierschutz landen, wo sie niemand haben will und wo sie dann jahrelang unter größtem Stress auf engem Raum zusammen hocken und immer scheuer werden, weil der Tierschutz durch Einsparungen nicht genug Personal hat, dass sich adäquat um solche Mengen kümmern kann.

 

Und damit nicht genug! Man beschlagnahmt nicht EINMAL bei solch kranken Leuten, NEIN, man tut es gleich mehrfach, weil durch Einsparungen im Personalbereich auch die Amtsveterinäre überfordert sind und nicht mal die Zeit haben bei Menschen, die wegen Animal-hoarding oder grauenvollen Vermehrungen ein Tierhaltungsverbot erhalten haben, Nachkontrollen durchzuführen. Die kranken Menschen bekommen die Tiere abgenommen, sie machen eine Psychotherapie, werden entlassen, sind einsam und hoarden gleich wieder lustig drauf los. Strenge Gesetze bezüglich der "Unantastbarkeit der Wohnung" verzögern das Eingreifen, weil erst richterliche Beschlüsse erwirkt werden müssen, wenn Nachbarn, die im Katzenpissegeruch langsam ersticken, die Behörden oder den Tierschutz informieren. Bis dahin haben wir dann gleich wieder hohe Bestände zu beschlagnahmen. Und wo landen diese? Klar, wieder im Tierschutz, wo sie niemand haben will, weil sie zu scheu, zu alt, zu hässlich sind. Da nimmt man lieber ein kleines, süßes Katzenkind - bis man es leid hat...

Wir fordern eine Kastrationspflicht und Registrierungspflicht für alle Freigänger-Katzen !

Damit wir mal etwas anderes sagen können als:

Weltkatzentag - Welttrauertag!

obige Abbildung copyright Deutscher Tierschutzbund

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Tierhilfe Licht im Dunkeln e. V.