
Vier Helfer bei PROA Madrid im Arbeitseinsatz
Immer wieder hatte sie mich gelöchert, ob sie nicht auch einmal zu PROA zu einem Arbeitseinsatz mitfahren konnte. Lieber gestern als heute hätte ich die einfühlsame Hundetrainerin von New Graceland zu PROA geschickt, aber wenn ein Arbeitseinsatz effektiv sein soll, dann muss er von längerer Hand vorbereitet sein. Kommen Helfer zu PROA, so gibt es sprachliche Schwierigkeiten, das PROA-Team hat kaum Zeit für die Helfer und kann sie kaum einarbeiten. Auch die Unterbringung muss koordiniert werden, denn PROA hat noch immer kein Gästehelferzimmer und nur wenige, winzige Räume für Menschen. Der ganze Platz wird für die Tiere benötigt. Vieles gibt es für Helfer zu beachten, damit sie weder sich noch die Tiere in Gefahr bringen. So ist eine Einarbeitung dringend erforderlich.
Wichtig ist auch, dass die richtige Fluggesellschaft ausgesucht wird, die Zeiten der Ankunft so liegen, dass PROA die Helfer abholen kann und das Freigepäck der fliegenden Helfer voll ausgenutzt werden kann.
Endlich war es soweit. Es ergab sich die Gelegenheit, dass Räume frei waren und gestandene und erprobte Helfer zu PROA fuhren. Eine günstige Gelegenheit um Yvonne und den anderen Neuling Jürgen einzuarbeiten. Zu Viert flogen sie gleichzeitig aus verschiedenen Richtung los nach Madrid. Zwei Frauen, unsere gestandene Helferin Konstanze und die neue Helferin Yvonne kamen aus Deutschland und der Schweiz zu PROA. Die Männer, der erfahrene Thomas und der neue Helfer Jürgen kamen aus Deutschland. So hatte jeder Neuling gleich einen routinierten PROA - Helfer an der Hand, der sie/ihn einarbeiten konnte.
Yvonne hat sich dankenswerter Weise diesmal freiwillig für den Helferbericht zur Verfügung gestellt, damit Sie die Eindrücke eines weiteren Erstbesuchers teilen können.
Helferbericht PROA,
18. - 26. Juli 2006
Mit einem prall gefüllten Koffer und schwerem Handgepäck - voll bepackt mit
vielen Sachen für die Hunde und Katzen - sowie einer leeren Hundebox landete ich
am Dienstag Abend in Madrid. Dort wurde ich von Konstanze begrüßt, die mit
Thomas und Jürgen aus Deutschland angereist ist. Auch Carlos und eine
freiwillige Helferin warteten bereits. Mir waren alle auf Anhieb gleich sehr
sympathisch. Dann ging's mit dem Auto zum Tierheim. Ich freute mich wahnsinnig,
endlich alles persönlich kennen lernen zu dürfen und natürlich vor allem auf die
vielen Hunde und Katzen.
Dort angekommen erwarteten uns bereits Belén und weitere freiwillige Helfer, von
denen wir alle herzlich begrüßt wurden. Anschließend machten wir einen
Rundgang durchs Tierheim. Viele Hunde kannte ich bereits von der
Vermittlungsseite, doch sehen "in Natura" alle viel, viel schöner aus und mit
ihrem Charme wickelten mich viele vom ersten Moment an um den Finger!
Ich bestaunte
Fujitivo, den riesigen schwarzen Hund der mit seiner Größe einem
Pony Konkurrenz machen könnte. Er wartet schon seit Jahren auf einen Platz, was
ich nicht verstehe. Er hat einen 1A-Charakter und ist wunderschön!
Ebenfalls faszinierten mich die Augen von Boss, so was habe ich vorher noch nie
gesehen! So jugendlich und aktiv, immer fragend wann er das nächste Spielzeug
apportieren darf und doch ist sein Körper schon alt. Ich fragte mich die
nächsten Tage aber noch oft, warum viele Hunde bereits seit bald 10 Jahren im
Tierheim warten und immer noch keine Familie gefunden haben?!
Wir wohnten im Haupthaus, welches wir zur Hälfte mit den Hunden Niebla, Selva
und Cristóbal teilten. Cristóbal merkte immer, wenn man es eilig hatte und das
kleine Tor, was den Küchen, Quarantäne und OP-Bereich vor den Hunden schützt,
nicht richtig schloss - schon stand der Schlingel in der Küche.
Die ersten beiden Nächte verbrachte ich auf einem zu kurzen Sofa, danach schlief
ich lieber auf einer Matte auf dem Boden. Es wurde jeweils spät, bis wir ins
Bett gingen. Nächtliches Hundegebell sorgte ab und zu dafür, dass es noch später
wurde. Wir konnten das Bellen nicht ignorieren, denn zur Zeit waren wir DAS
WACHPERSONAL. So kann es bedeuten, wenn die Hunde bellen, dass Einbrecher
kommen, die verscheucht werden müssen.
Am ersten Morgen begannen wir mit unseren Arbeiten. Die Männer machten die Tour
von Zwinger zu Zwinger, verteilten Futter und Wasser, nahmen Kothäufchen
zusammen und verteilten Streicheleinheiten - "roomservice!" hörte man sie
jeweils rufen :o)
Konstanze und ich widmeten uns dem Quarantäne-Raum, wo jedes Abteil mit
mindestens einem Hund belegt war. Uns graute es danach jeden Morgen vor der
hintersten Boxe, dort waren zwei "Schweine" untergebracht. Nein, natürlich keine
richtigen Schweine. Es handelt sich um zwei Hunde, die ihre Box jeweils richtig
scheußlich verschmutzten...

Eine der wichtigsten Aufgaben der Helfer - Hunde beschmusen
- dafür hat das PROA-Team immer zu wenig Zeit !!!
Nach der Hundequarantäne ging es weiter zu den Katzen. Kistchen säubern, Futter
und Wasser austeilen und eine Menge Streicheleinheiten waren gefordert. Es gab
aber auch viele scheue Katzen, die uns nur aus sicherer Entfernung beobachteten.

Jungkatze in der Quarantäne
Ich hatte noch die Aufgabe übernommen, das Füttern und Säubern bei der Hündin
Elsa zu übernehmen. Die arme Elsa ist eine "Kampfschmuserin", die leider niemals
vermittelt werden kann. Man hat sie für Hundekämpfe abgerichtet und so ist sie
mit keinem Hund verträglich. So sitzt sie Tag für Tag alleine in ihrem Zwinger
und ist eine der Ärmsten Hündinnen im Tierheim.
Sie ist sehr temperamentvoll und hing mir das erste Mal gleich am Bein. Ich
mochte sie vom ersten Augenblick an und mit der Zeit verstanden wir uns richtig
gut und sie wartete artig weil sie wusste, wenn ich mit der Arbeit fertig war,
wurde gespielt und geknuddelt. Ich denke dieses "sich ans Bein hängen" war nur
eine extreme Art die Menschen zu bitten, sich mehr mit ihr zu beschäftigen.
Gerade für solche Hunde ist es extrem wichtig, dass sie wenigstens durch
Patenschaften unterstützt werden, denn auch sie wollen fressen, müssen zum
Tierarzt und belasten die Kasse des Tierschutzvereines über Jahre.
Diese Arbeitsaufteilung zwischen den Männern und uns Frauen blieb die nächsten
Tage unverändert. An den Nachmittagen standen dann jeweils andere Arbeiten auf
dem Programm: Konstanze und ich haben das Futterhaus aufgeräumt und waren somit
bereit, als kurz vor unserer Abreise Carlos mit einer neuen Futterlieferung kam.
Wir mussten einige Male Schubkarren beladen, bis der Transporter leer und alles
an seinem Platz war.
Die Männer arbeiteten am neuen Lagerhaus, das zuerst einen weiteren
Schutzanstrich wegen der extremen Klimaverhältnisse bekam. Anschließend wurde
eine Rampe betoniert, um schwere Sachen direkt mit der Schubkarre ins Lagerhaus
fahren zu können.

Das fertig vorbereitete neue Lagerhaus mit Auffahrrampe...

... bestens vorbereitet um Spenden aufzunehmen

Kurze Pause: Jürgen & Thomas
Betonieren war bei dieser Hitze eine besonders schweißtreibende Angelegenheit!
Doch Jürgen und Thomas waren tapfer und verrichteten fleißig noch viele weitere
Arbeiten: Sie haben in den staubigen und harten Boden Löcher gegraben, in diese
Pfosten versetzt und einbetoniert um danach Sonnensegel als Schattenspender zu
spannen. So erhielt auch die arme Crisi endlich einen Sonnenschutz, die bisher
nur in der Hütte Schutz fand. Bei heißem Wetter ist es aber auch in den
Thermohütten viel zu heiß.
Die Männer ersetzten aber auch viele alte, von Wind und Wetter verzauste
Sonnensegel durch neue. Carlos berichtete, dass jedes Jahre eine Menge neuer
Sonnensegel und Planen erforderlich werden, weil der starke Wind sie oft
zerreißt und die glühende Sonne die Planen verschleißt. Die Hunde waren
jedenfalls dankbar, dass sie bei der Hitze ein wenig Schatten zur Verfügung
hatten.
Als Nächstes kamen die Gehegetore dran, einige ließen sich nur ganz mühsam
öffnen und schließen. Diese wurden aus der Angel gehoben, gereinigt und geölt.
Man kann sich ausmalen, wie mühsam schwergängige Tore die Arbeit für die wenigen
Helfer bei der Versorgung der Hunde und Katzen machen. Thomas war ein wenig
traurig als man von all den schweren Arbeiten der Männer so wenig sehen oder die
Erfolge fotografieren konnte, denn eine reparierte Tür sieht auf dem Foto aus
wie eine schwergängige Tür. Wenn er doch nur die strahlenden Gesichter der
Pfleger sehen könnte, die nun viel leichter ihre Arbeit verrichten können, weil
sie sich nicht schwer beladen mit Futter und Wasser durch schwergängige,
klemmende Tore quetschen müssen, die nicht ganz aufgehen. DAS wären Fotos ! Auch
die glücklichen Gesichter der Tiere wären ein Foto wert, die nun vielleicht
öfter in den Genuss einer Schmuserunde kommen, weil die Helfer nicht so viel
Zeit mit dem Öffnen und Schließen von Toren verbringen müssen und mehr Zeit für
die Tiere haben.
Konstanze und ich machten uns in der Quarantäne, der Ambulanz und im OP-Raum
nützlich. Spenden wurden sortiert und eine Inventarliste für den OP-Raum
erstellt. Diese Arbeiten dauerten fast drei Tage lang! Danach hatten wir genug
gesehen von Kanülen, Schläuchen, Pflaster... Doch als alles fein säuberlich
angeschrieben an seinem Platz stand, haben wir uns doch sehr gefreut!

Konstanze & Yvonne machten Inventur beim Ambulanzmaterial
Auch die Sachspenden sortierten sie gleich griffbereit

Leinen und Halsbänder werden gereinigt, gefettet und neu sortiert
Es wurden zudem einige Hunde gebadet, die
es mal mehr und mal weniger genossen
haben. Alle Hunde haben sich immer sehr gefreut, wenn sie in den Auslauf
durften. Und noch mehr gefreut haben sie sich, als ich Kauknochen verteilt habe,
danach hörte man von jeder Ecke nur noch ein zufriedenes Schmatzen!

Die Hunde werden gebadet - Yvonne beim Abtrocknen

Zufrieden kauten die Hunde auf den gespendeten
Büffelhautknochen
Einige Hunde wurden von Tag zu Tag etwas dünner, was nicht etwa an zusätzlicher
Bewegung oder einer Diät lag, sondern daran, dass ich mich jeweils mit Striegel
bewaffnet um sie kümmerte. Es gab einige wenige Hunde, die die Fellpflege
überhaupt nicht mochten, andere hingegen hätten stundenlang hingehalten! Viele
waren froh, die dicke Unterwolle oder das was vom Winterfell noch übrig war,
endlich los zu werden. Anschließend hätte ich mit all den Haaren einige Kissen
stopfen können!
Dazwischen habe ich mich immer mal wieder um vier Hunde gekümmert, die Carlos
und Irene mir besonders ans Herz gelegt hatten. Dabei handelt es sich um vier
arme Hunde, die in ihrer Vergangenheit nicht viel Schönes erlebt haben und die
noch Vertrauen zu den Menschen aufbauen müssen, damit sie auch einmal
Familienhunde werden. Zuerst setzte ich mich nur mit Leckerlis bewaffnet in
deren Zwinger und "überredete" sie so, sich mir zu nähern. Mit der Zeit freuten
sie sich bereits wenn ich kam und so ganz nebenbei konnte ich sie auch mal kurz
streicheln. Ich freute mich über jeden kleinsten Fortschritt, den sie machten!
Doch leider war die Zeit viel zu kurz um weiter zu gehen. Eigentlich sollte auch
ihr Leinentraining noch fortgeführt werden.

Leinentraining
Carlos gibt sich große Mühe mit solchen Hunden, doch reicht die Zeit fast nie
aus, dass er intensiv mit ihnen arbeiten kann. Auf Pflegestellen mit weniger
Hunden wäre dies viel eher möglich. Schön wäre es, wenn so ein Hund auf einen
Platz kommt, wo die Besitzer sehr viel Geduld haben, wenn möglich schon
Erfahrung mit solch scheuen und traumatisierten Hunden haben, den Hund nicht
überfordern und schon ein Hund vorhanden ist, von dem sie lernen könnten. Mit
der Zeit werden sicher ganz tolle Gefährten aus ihnen, denn alle sind vom Herzen
her liebebedürftig und brav! Ich wünsche es mir sehr für diese Vier und
natürlich auch für die anderen schwer vermittelbaren Hunde, z.B. Bianco und
Loira, die man nur aus der Ferne anschauen kann und schon verziehen sie sich...
Was mögen die Vorbesitzer ihnen in der Vergangenheit alles angetan haben, dass
sie so scheu sind ?

Schmusestunde in der Hundequarantäne
Am Wochenende kamen etliche freiwillige Helfer, die mit den Hunden spazieren
gingen und uns bei der Arbeit halfen. Esperanza kochte für uns und ihr Mann
verwöhnte uns zudem noch mit selbstgebackenem Apfelkuchen - welch ein Genuss!
Zwischendurch borgten wir uns das Auto einer freiwilligen Helferin, um zum
Einkaufen zu fahren. Konstanze und ich kauften ein wie für eine Großfamilie :o)
Doch das waren wir irgendwie auch. Ich fand es gemütlich mit den Dreien, die
Stimmung war immer fröhlich und es wurden Späße gemacht.

Marisa hilft bei der Versorgung der Katzen

Am Wochenende kommen auch spanische Helfer ins abgelegene
Tierheim
Konstanze konnte sich in ihrem Beruf als Krankenschwester so richtig an Jürgen
austoben. Dieser schien Unfälle und kleinere Blessuren irgendwie anzuziehen...
Er saß dann schon mal am Tisch mit zwei eingebundenen Daumen und zum Schluss hat
ihn sogar noch eine Wespe in die Nase gestochen! Konstanze und ich haben uns
gebogen vor Lachen! Jürgen, verzeih mir bitte, aber Deine Nase sah soooo lustig
aus :o)) . Jürgens Frau empfing ihn dann bei der Rückkehr aus Madrid auch
gleich mit einer Unfallversicherungspolice ;-), weil sie von all den Erlebnissen
erfahren hatte.
Am Samstag Abend fuhren wir mit Carlos und Belén nach Madrid, dort trafen wir
Beléns Schwester Ana. Rocky II, der oft bei PROA hilft, hielt solange wir weg
waren die Stellung im Tierheim, denn rund um die Uhr muss Jemand für die
Sicherheit der Tiere dort sein. Zu schnell wird sonst eingebrochen, Hunde werden
gestohlen oder von Verrückten hingerichtet. Am Wochenende ist das sonst meist
Beléns und
Carlos Aufgabe, denn dann hat der Wachmann frei. Wieder ein Grund, warum diese
Beiden
eigentlich nie mal Zeit zum Entspannen haben.

Madrid bei Nacht für die Helfer...


Wenn Tierschützer unterwegs sind... die kleine Katze
Oriental wurde von den Helfern in Madrid auf der Straße gefunden
Es war ein sehr schöner Abend in der Hauptstadt Spaniens! Wir kehrten erst nach
3.00 Uhr wieder zurück - mit einer schwarzen Straßenkatze im Gepäck, die wir -
vermutlich ausgesetzt - direkt vor dem Königspalast gefunden hatten. Kein
idealer Lebensort für eine Katze, wo es nur Betonboden, eine stark befahrene
Strasse und Touristen gab. Ja, so ist das, wenn Tierschützer mal Freizeit haben
wollen - immer kommen Tiernotfälle dazwischen.
Am Sonntag Abend fuhren Carlos, Konstanze und ich mit den Hunden Crisi, Otello
und Moscú in den etwa 1 km entfernten Park für einen kleinen Spaziergang. Die
Hunde liefen sehr schön an der Leine und benahmen sich einwandfrei, egal ob
andere Hunde, Menschen oder auch Kinder in der Nähe waren. Im Park ist mir dann
aufgefallen wie schön es doch ist, über Rasen zu laufen, die letzten Tage hatten
wir ja immer Sand und Staub unter den Füssen. Wie müssen das erst die Hunde
genießen, die Jahr für Jahr im Tierheim in Sand und Staub leben ?
Zwei Tage vor unserer Abreise kam eine junge Frau mit einem Wollknäuel auf dem
Arm ins Tierheim. Sie hatte den kleinen Hund in einem Brunnen gefunden. Der arme
Kerl wurde scheinbar weggeschmissen wie ein Stück Müll. Tagelang muss er sich
abgestrampelt haben, damit er nicht jämmerlich ersoff, denn er hatte etliche
Kilos zu wenig. Wir haben ihn dann erstmals gebadet - obwohl er von Wasser
sicherlich die Schnauze gestrichen voll hatte - , das verfilzte Fell
raus geschnitten und schon sah er wieder nach Hund aus! Einen Namen durften wir
ihm geben und nach kurzer Überlegung haben wir ihn Armani getauft. Er ist nicht
mal 2 Jahre alt und einfach nur lieb, lieb, lieb.
Armani wurde von Menschen in einem tiefen Brunnen entsorgt. Er hat sich fast 5 Kilo abgestrampelt als er versuchte sich über Wasser zu halten. Kurz vor dem Ertrinken retteten ihn Menschen.

Ich musste über den Kleinen schmunzeln: Als er im Auslauf war und ich in die
Küche ging, blieb er vor der Küchentüre sitzen. Ich kam anschließend auf der
anderen Seite des Hauses wieder raus und als ich um die Ecke schaute, saß der
kleine Kerl immer noch vor der Küchentüre :o) Wenn ihn etwas sehr interessiert,
stellt er seine kleinen Öhrchen auf mit den fliegenden Haaren dran, einfach NUR
süüüüüß! Armani schaute uns aber immer mit großen, traurigen Augen an, wenn wir
ihn wieder in seine Quarantäne-Box sperrten. Ich hoffe sehr, dass er nicht lange
dort bleiben muss und bald ausreisen darf!
Belén erzählte uns, dass viele Spanier am liebsten Welpen hätten. Sobald die
Hunde dann ausgewachsen sind, werden sie häufig ausgesetzt oder die Besitzer
sind manchmal so frech, dass sie den Hund in ein Tierheim bringen und im
gleichen Atemzug fragen, ob sie wieder einen Welpen haben können. Darum versucht
PROA Welpen und junge Hunde möglichst ins Ausland zu vermitteln.
Welpensozialisierung, Hundeerziehung und vor allem Kastrationen kennen die
meisten Spanier leider auch nicht oder es ist ihnen zu teuer. Aber um nicht alle
in den gleichen Topf zu werfen: Es gibt auch Spanier, die sich sehr um das Wohl
ihres Hundes sorgen!

Konstanze - Freundin aller Hunde

Yvonne im Einsatz
Ich habe von Belén auch erfahren, dass viele Spanier nicht einmal wissen, was
mit den Tausenden von Hunden nach der Jagdsaison geschieht und auf welch
grausame Art diese "entsorgt" werden. Aussetzen und sich selbst überlassen ist
da die harmloseste Methode. Da können die Hunde wenigstens noch die leise
Hoffnung haben, dass sie ein guter Mensch findet und versorgt. Jedoch werden
auch von diesen Hunden viele überfahren (manche machen sich sogar einen Sport
daraus die Tiere bewusst zu überfahren, wenn sie sie auf der Straße
herumstreunen sehen) oder verdursten und verhungern schlicht. Da aber viele
dieser - oft vorher schon misshandelten Tieren - ihren Haltern trotzdem die
Treue halten, bindet man sie manchmal im Wald in einsamen Gegenden an, wo sie
jämmerlich verdursten und verhungern und wenn sie stark geschwächt sind, noch
von anderen Tieren bei lebendigem Leibe angefressen werden.
Oft werden die Hunde erschossen oder auch nur angeschossen und dann liegen
gelassen, einige werden mit Knüppeln erschlagen, in Brunnen geworfen, mit
Schlingen am Hals aufgehängt, mit Benzin übergossen und als lebende Fackeln
laufen gelassen. Die Grausamkeit der Menschen kennt keine Grenzen, wenn diese
Jagdhunde nicht mehr benötigt werden, nicht mehr schnell genug laufen oder nicht
mehr genug Wild finden.
Am Abend des vorletzten Tages merkten wir, dass das Wasser, das erst ca. fünf
Tage zuvor aufgefüllt worden war, zu Ende geht. Da PROA kein fließendes Wasser
hat, werden Zisternen mit Wasser befüllt (gemäß Wasserlieferant keine
Trinkwasserqualität für Menschen!), von wo dann Leitungen zu verschiedenen
Zapfstellen führen. Der Wasserlieferant konnte bis zu unserer Abreise nicht
erreicht werden und so konnten wir am letzten Tag kein Wasser verteilen, was mir
sehr leid getan hat für die Tiere.
Die Zeit bei PROA verging viel zu schnell. Nachdem ich die letzten Fotos
geknipst und mich von den Tieren verabschiedet hatte, fuhren uns Belén und
Carlos am Mittwoch Nachmittag zum Flughafen nach Madrid. Im Gepäck mit dabei war
ebenfalls Galga Isi, die ich mit in die Schweiz nahm und die kleine Casta, die
mit Flugpaten nach Düsseldorf ins neue Heim fliegen durfte.
Auf dem Weg zum Flughafen sah ich entlang der Autobahn einen toten Hund liegen, ich glaube es war ein Galgo, wie sie zu tausenden auf Spaniens Strassen sterben müssen... Weiter oben, so erzählte mir Belén, war ein Camp, wo nichtsesshafte Immigranten ... lebten. Vielleicht ist der Hund von dort geflohen? Scheinbar herrschen dort eigene Regeln, selbst die Polizei hütet sich davor, in solchen Camps zu patrollieren, wo sogar noch Hundekämpfe veranstaltet werden!!
Wir waren etwas in Eile und Carlos musste
mit Casta sofort los, um deren
Flugpaten zu treffen. Belén halft mir beim Einchecken von Isi und anschließend
hieß es Abschied nehmen. Ich war traurig, dass diese tolle Zeit schon vorbei
war. Konstanze, Thomas, Jürgen, Belén und Carlos waren mir in diesen Tagen sehr
ans Herz gewachsen. Doch freute ich mich auf meine drei Hunde, die zu Hause auf
mich warteten und ich weiß, dass ich bestimmt wieder zu PROA fliegen werde und
darauf freue ich mich jetzt schon riesig!!
Hier möchte ich auch noch erwähnen, wie SEHR ich Belén und Carlos für Ihren
Einsatz bewundere, die sich tagtäglich für die Tiere aufopfern, sich am Abend
nach ihrer beruflichen Tätigkeit bis spät in die Nacht um die Tiere kümmern,
überhaupt keine Freizeit kennen und sich weder durch schlechtes Wetter noch
u PROA fliegen werde und
darauf freue ich mich jetzt schon riesig!!
Hier möchte ich auch noch erwähnen, wie SEHR ich Belén und Carlos für Ihren
Einsatz bewundere, die sich tagtäglich für die Tiere aufopfern, sich am Abend
nach ihrer beruflichen Tätigkeit bis spät in die Nacht um die Tiere kümmern,
überhaupt keine Freizeit kennen und sich weder durch schlechtes Wetter noch
Krankheit davon abhalten lassen würden. Nicht mal in der Zeit, wo wir bei PROA
waren, gab es auch nur EINEN Tag, an dem die beiden nicht erschienen sind. Doch
waren sie froh, konnten sie endlich Dinge erledigen, die schon länger anstanden
und mussten sich nicht noch um Reinigungsarbeiten kümmern, die täglich viele
Stunden kosten. Sie lieben die Tiere sehr und die Tiere lieben auch sie!
Yvonne Ingold