
Zecken
Zunächst weisen wir darauf hin, dass wir Tierschützer und keine Tierärzte, Ärzte, Zoologen oder Parasitologen sind. Es steht uns also nicht zu ausführlich und umfassend über Zecken zu informieren. Da wir aber immer wieder von hilfesuchenden Tierhaltern angesprochen werden, können wir hier nur aus unseren Erfahrungen berichten. Wir möchten Sie nur dazu bekommen das Thema Zecken ernst zu nehmen und Ihre Tiere und sich zu schützen. Eine weitere Beratung sollten Sie sich beim Arzt und Tierarzt holen, die immer auf dem neuesten Stand sein sollten. Verlassen Sie sich nicht auf inkompetente Berater und Hausmittelchen - das Thema Gesundheit ist zu wichtig !
Zecken können Krankheiten übertragen
Es gibt verschiedene Zeckenarten, die unterschiedliche Krankheiten auf Hunde und Menschen übertragen können. Zu den bekanntes Krankheiten zählen FSME, Babesiose, Borreliose und Ehrlichiose, die alle bereits auch in Deutschland vorkommen. Einige dieser Krankheiten können zum Tode der Tiere führen - insbesondere dann, wenn sie nicht rechtzeitig oder richtig behandelt werden. Die Zecken haben völlig unterschiedliche Lebensräume, je nach Art. Ärzte / Tierärzte werden regelmäßig informiert, welche Gebiete von welchen Zeckenvorkommen bedroht sind. Jedoch wissen diese nicht, wo SIE und IHR TIER sich aufhalten. Deshalb benennen Sie den informierenden Ärzten / Tierärzten bitte auch die Lebensräume, wo Sie sich sonst aufhalten oder aufhalten wollen (Wochenendhaus, Wochenendaufenthalte, geplante Urlaubsorte, Besuch bei der Oma...), damit sie den richtigen Parasitenschutz für Sie zusammenstellen können. Auch Ärzte / Tierärzte können nicht hellsehen. Bedenken Sie dabei bitte, dass die meisten Parasitenschutzmittel eine Weile vor der Gefahr ihre Wirkung entfalten müssen. Erkundigen Sie sich daher rechtzeitig vor z. B. Ausflügen oder Urlaub nach den richtigen Schutzmaßnahmen.
Absammeln von Zecken alleine reicht nicht
Je nach Zeckenart saugen nicht nur die adulten Zecken, sondern auch die Larven und Nymphen der Zecken bereits. Diese sind mikroskopisch klein und werden mit dem bloßen Auge in der Regel übersehen. Das bloße Absammeln der Zecken nach dem Spaziergang ist also kein ausreichender Schutz. Insbesondere bei dunklen oder langfelligen Hunden werden sie schnell übersehen.
Auch der eigene Garten ist vor Zecken nicht sicher
Zecken werden von dem Buttersäuregeruch im Schweiß von Mensch und Tier angelockt. Da jedes Lebewesen anders riecht, werden Mensch und Tier auch unterschiedlich von Zecken befallen - Einer mehr und der Andere weniger. Obwohl Zecken ihre Opfer mit dem Geruchssinn ermitteln, werden sie von der Farbe WEIß angezogen. Wer testen möchte, ob in seinem Garten Zecken sind, lege einige Stunden ein weißes Handtuch auf die Wiese. Auch wir stellen immer wieder fest, dass einige unserer Hunde, die viel weißes Fell haben, stärker die Zecken anziehen. Der "Gartentest" ist aber keine Garantie, dass Ihr Garten für immer zeckenfrei ist - Igel und andere Tiere können jederzeit Zecken in den Garten bringen bei ihren nächtlichen Besuchen.
Zeckensaison ist das ganze Jahr
Es gibt keine wirkliche Zeckenzeit oder Zeckensaison. Zecken werden überwiegend in der Zeit von Februar bis November festgestellt, aber die immer milderen Klimaverhältnisse ließen Parasitologen ganzjährig Zecken feststellen. Es ist also sicherer sich das ganze Jahr vor Zecken zu schützen. Auch ist es ein Irrtum, dass Zecken nur draußen vorkommen. Es gibt Zeckenarten, die auch im Haus leben können.
Wie kommt die Zecke auf den Mensch oder das Tier
Mit verschiedenen Maßnahmen kann man sich und das Tier vor Zeckenbefall schützen. Zecken lassen sich nicht von Bäumen und Büschen auf ihre Opfer fallen, sondern sie warten auf niedrigeren Pflanzen bis der Buttersäuregeruch vorbei streicht und haken sich dann im Fell oder in der Kleidung fest. Von dort krabbeln sie an andere Stellen am Körper. Menschen können sich schützen durch unten geschlossene Hosenbeine und Socken, was aber nicht ausschließt, dass Zecken an der Kleidung höher krabbeln. In der Umgebung von Farnkraut und Schafen stellen wir immer wieder vermehrt Zecken fest.
Vorbeugung ist besser als Krankheit
Nicht gegen jede Zeckenart kann man sich mit Spot-on-Präparaten (ein Präparat, was man dem Hund zwischen Schulterblättern und manchmal Rutenansatz aufträufelt) oder Parasitenschutzhalsbändern schützen, was aber kein Grund sein sollte, diese nicht anzuwenden. Nicht jeder Zeckenbiss ist gleich lebensgefährlich, die Zecke muss den Krankheitserreger auch in sich tragen und Gelegenheit haben eine ausreichende Menge des Giftes an den Menschen oder das Tier abzugeben.
Zecken schnellstmöglich entfernen ohne sie zu quetschen
Man sollte nicht warten bis eine Zecke sich erst voll gesaugt hat. Zecken sollten schnellstmöglich entfernt werden, damit sie möglichst wenig von evt. vorhandenen Erregern und Giften ans Blut abgeben. Das Gift kann die Zecke in besonders hohem Maße abgeben, wenn sie gequetscht oder mit unangenehmen Dingen beträufelt wird. Experten und Parasitologen raten daher davon ab, Zeckenzangen zu benutzen (die quetschen können) und raten dazu Zecken mit einem neu entwickelten Zeckenhaken in der passenden Größe zur Zecke zu entfernen. Die Bissstelle sollte desinfiziert werden, aber bitte nicht mit jodhaltigen Präparaten - diese würden Gift beschleunigt in den Blutkreislauf bringen. Wir empfehlen eine unauffällige Bissstelle mit Calendula-Essenz zu betupfen.
Sind Sie in solchen Dingen ungeschickt (nicht JEDER kann ALLES können), ekeln sich oder haben sie nicht das richtige Werkzeug, entfernt auch der Arzt oder Tierarzt die Zecke und übernimmt dann die Desinfektion. Dies verlängert allerdings die Verweildauer der Zecke und die Zeit, wo sie Speichel mit evt. Erregern abgeben kann, verlängert sich. Dann also bitte nicht warten, sondern SOFORT in die Praxis.
Bissstellen beobachten
Auffällige Bissstellen, d. h. auffallende Rötungen, entzündliche, schmerzhafte, heiß werdende oder sich ausbreitende Rötungen sowie sich ausbreitende oder wandernde Rötungen und Verdickungen sollte man vorsorglich dem Arzt/Tierarzt vorführen, der über weitere Vorgehensweisen entscheidet.
Lieber Kopf drin als Gift drin
Früher war man der Ansicht, es sei hochgefährlich, wenn der Kopf der Zecke im Wirt stecken bleiben würde. Zwar kann ein Fremdkörper im Körper sich immer entzünden, muss beobachtet werden und es ist schön, wenn man den Kopf komplett erwischt, aber neuere Erkenntnisse der Parasitologen und Borrelioseforscher haben ergeben, dass es im Zweifelsfalle besser ist, den Kopf drin zu belassen, als ihn zu quetschen und die Zecke so dazu zu bringen ggf. größere Mengen Gift abzugeben.
Wirkenden Parasitenschutz gibt es nur beim Tierarzt / Arzt
Zu Zeiten des Umweltschutzes und der Allergien lehnen viele Menschen Parasitenschutz mit Giften ab. Sicherlich sollte man den Einsatz von Giften immer abwägen, aber bitte bedenken Sie immer, dass NUR Gifte gegen Parasiten nachweislich schützen. Bisher ist es keineswegs nachweisbar, dass Zitronen- u. Knoblauchpräparate sowie andere giftfreie Präparate Parasitenbefall verhindern können. Sie vermögen bestenfalls den Geruchssinn der Parasiten zu verwirren, aber auch dies schützt nicht genug. Parasitologen haben festgestellt, dass sehr hohe Vitamin B-Gaben etwas ! schützen können, aber der Einsatz von Vitamin B ist nicht ungefährlich und damit sollte man nicht selbst herum doktoren.
Falsche Einstellung
Bitte bedenken Sie, dass Sie bei einem nicht verhinderten Parasitenbefall viel, viel größere Mengen Gift anwenden müssen, die viel stärker Sie und die Umwelt belasten als durch die kleinen Mengen, die zur Parasitenprofilaxe eingesetzt werden. Haben Sie erst Parasiten in der Wohnung müssen in der Regel zusätzlich Sprays und anderes eingesetzt werden, um der Plage Herr zu werden. Einzig Allergiker und Asthmatiker sollten möglichst viel Abstand zu z. B. ihrem frisch gespoteten Hund halten. So ist es dann auch sinnvoll, den Hund nicht im Bett schlafen zu lassen. Einige Allergiker und Asthmatiker haben schon allergisch auf Gifte in Spot-on-Präparate oder Parasitenschutzhalsbänder reagiert. So sollte man auch bei der Anwendung solcher Präparate die Packungsbeilagen beachten und entsprechend Handschuhe tragen und die Hände gut waschen sowie nicht den frisch gespoteten Hund an den beträufelten Stellen streicheln. Insbesondere für Familien mit Kindern oder Allergikern empfiehlt es sich den Hund vielleicht vor der Nacht zu spoten und aus dem Schlafzimmer der betroffenen Personen erst einmal fern zu halten.
Bedenken Sie bitte auch, dass zur Bekämpfung der durch Zecken übertragenen Krankheiten ebenfalls wieder Gifte angewandt werden müssen. So ist die Profilaxe in jedem Fall das kleinere Übel. Greifen Sie daher bitte zu Mitteln, die Ärzte / Tierärzte empfehlen und nicht zu diversen anderen Angeboten auf dem Markt. Nur der Arzt oder Tierarzt kann sicher sagen, welche Arten von Zecken in den Gebieten vorkommen, wo Sie sich aufhalten und welche Schutzmaßnahmen greifen. Zoohändler, selbst Zoo"fach"händler werden nicht regelmäßig von medizinischen Foren, Gesundheitsbehörden und Klimaforschern unterrichtet, welcher Zeckenbefall wo vor kommt oder vorkommen kann ! Nicht nur, dass Zitrus- und Knoblauchpräparate keine nachweisliche Wirkung zeigen, manche enthalten auch z. B. Teebaumöl, was je nach Tierart gesundheitliche Schädigungen hervorrufen kann (z. B. bei Katzen, aber auch anderen Tieren).
Medizinische Testverfahren und Langzeitfolgen
Nur Produkte, die auch medizinische Zulassungsverfahren durchlaufen haben, haben eine nachweisliche Wirkung !!! Gerade in Deutschland unterliegen diese Zulassungsverfahren strengen Regeln. Verlassen Sie sich nur auf die Beratung kompetenter Tierärzte u. Ärzte. Hierzu müssen wir noch erwähnen, dass es leider auch einige schwarze Schafe in diesen Berufen gibt, die sich entweder nicht hinreichend fortbilden oder sich sogar von finanzkräftigen Wirtschaftsunternehmen beeinflussen lassen... Fragen Sie daher Ihren Arzt / Tierarzt WARUM er ausgerechnet dieses Präparat empfiehlt und seien Sie misstrauisch, wenn er mit Schlagworten wie "neu auf dem Markt" auffährt. Medizinische Zulassungsverfahren dauern sehr lange und ein zuverlässiges Mittel sollte auch in der Langzeitwirkung getestet sein. Neuheiten auf dem Markt können schwerlich schon Langzeittests unterliegen und wir alle wissen, was dies bedeuten kann, wenn wir an Contergan denken...
Auch unter Veterinären und Medizinern gibt es schwarze Schafe
Sollte also Ihr Arzt oder Tierarzt nicht seine Vorgehensweise gescheit begründen können, seien Sie misstrauisch und hören sich lieber noch eine zweite Meinung an.
Preisvergleich lohnt - sparen am falschen Ende nicht
Die Preise von Parasitenprofilaxen variieren stark auf dem Markt und alle sind nicht billig. Das sollte aber kein Grund sein an so wichtiger Vorsorge zu sparen. Bitte kaufen Sie keine medizinischen Präparate (z. B. bei e-bay), wenn Sie nicht feststellen können, ob diese richtig gelagert waren und beachten Sie die Haltbarkeitsdaten, die leider sehr häufig in Auktionen nicht angegeben werden. Wir haben schon eine Menge abgelaufenen Schund für viel Geld in Auktionen weggehen sehen.
Lohnen tut sich aber in jedem Fall ein Preisvergleich ! Rufen Sie ruhig mehrere Tierärzte an und fragen Sie nach dem Preis des Produktes, was man Ihnen empfohlen hat. Wir haben bei dem - von uns empfohlenen Scaliborhalsband - schon immense Preisspannen feststellen können. Gerade wer mehrere Tiere schützen muss, sollte darauf achten. Beim Preisvergleich beachten Sie bitte auch, wie schnell bei dem jeweiligen Präparat aufgefrischt werden muss.
Schutz vor Weiterverbreitung von Leishmaniose
In diesem Zusammenhang möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass Leishmaniose - positiv - getestete Tiere mit einem Scaliborhalsband geschützt werden sollten. Dieses Halsband ist ein Präparat, welches medizinische Zulassung und Langzeittests hinter sich hat und tötet die Sandmücke, die sich bei den klimatisch, veränderten Verhältnissen längst nicht nur im Mittelmeerraum aufhalten kann. Nur so können wir verhindern, dass sich die Leishmaniose auch in neuen Gebieten verbreitet, denn wir wissen ja nicht, welche Sandmücke mit Leishmanien infiziert ist. Die Gefahr, dass eine Sandmücke sich beim Stich mit Leishmanien am Leishmaniose-positiven Hund infiziert und diese weiter trägt beim nächsten Stich ist sonst schwer auszuschließen.
Vieles mehr erfahren Sie u. a. in den neuesten Auflagen der Bücher von Zoologe und Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf -