
Ist Auslandstierschutz
Hundehandel / Welpenhandel?
Die Antwort ist einfach und
klar: NEIN !!! Auslands-TIERSCHUTZ ist selbstverständlich kein
Hundehandel oder Welpenhandel.
Leider jedoch gibt es - wie in
jedem Bereich - immer DIE GUTEN und DIE BÖSEN und das ist natürlich auch im
Tierschutz so. Die Bösen, so kann man in jedem Fall die
Händler nennen, die
sich vielleicht sogar "Tierschützer" nennen, aber deren Handlungsweisen mit
Tierschutz nicht das Geringste zu tun haben. Sie "verkaufen" Hunde, um des
Gewinnes wegen. Natürlich gibt es auch dabei welche, die glatt
"Tierschutzvertrag" oder so etwas auf ihre Kaufverträge schreiben, um sich den
Anschein von Tierschützern zu geben, aber dadurch sind sie es noch lange nicht.
Bei solchen Händlern werden gerne Welpen angeboten, die im Ausland billig
gezüchtet worden. Dazu zählen auch Händler die im Ausland in Grenzstädten
Rassewelpen aus Kartons heraus erheblich billiger als Züchter in Deutschland
verkaufen. Oftmals werden diese Welpen viel zu früh von der Mutter weggenommen,
sind krank, schlecht sozialisiert und haben ein schwaches Immunsystem. Denn das
Wohl der Tiere interessiert sie nicht - es zählt nur der Gewinn.
TASSO klärt derzeit mit verschiedenen
Partnern über diese miese Art von Welpenhandel auf und möchte damit eine
Aufklärung der Bevölkerung erreichen. Denn gibt es keinen "Markt" für Welpen aus
unseriösem Handel, dann würde dieser auch nicht betrieben. Schließlich werden
Käufer benötigt, um Gewinne zu erzielen.
Und dann gibt es noch andere
BÖSE, die so tun als wenn sie Tierschützer wären
und sich auch auf ihren Homepage diesen Anschein geben. Sie beziehen ihre Hunde
gerne aus Tötungsstationen im Ausland, karren Sie häufig und regelmäßig aus dem
Ausland nach Deutschland und bieten ihre "Ware" gerne in
Internet-Kaufplattformen an. Dabei wird gerne mit den Begriffen "kaufen Sie -
sonst muss das Tier sterben" Druck auf potentielle tierliebe Käufer ausgeübt. Da
es auch dabei in erster Linie um Gewinne geht, sind diese Tiere meist nur
einfach und sehr kurz vor dem Transport geimpft worden und der Impfschutz wurde
niemals "geboostert", d. h. derart wiederholt, dass ein voller Impfschutz auch
wirklich besteht. Denn in Tötungsstationen hat man kurze Fristen die Tiere zu
übernehmen, sonst werden sie getötet, oftmals sogar noch durch Vergasung! In
Tötungsstationen gibt es selten jemand, der sich für Tierschutzarbeit einsetzt
und so ist man hier auch nur bereit Tiere zu impfen, wenn man die Impfung
bezahlt bekommt. Diese Ausgaben sind ja in der Tötungsstation weder vorgesehen
noch einkalkuliert. Welches Risiko besteht durch diese Vorgehensweise
Krankheiten und Seuchen nach Deutschland zu importieren kann man sich
vorstellen. Auch verfügen die wenigsten Tötungsstationen über eine gescheite
Quarantänestation, die Voraussetzung für den Aufenthalt der Tiere wäre, dass ein
Impfschutz greifen könnte. Tiere aus Tötungsstationen können meist nur seriös
vermittelt werden, wenn ein privater Verein oder eine ausländische
Dachorganisation eingreifen, die mit einer Auffangstation mit Quarantäne und
Tierarzt zur Vorbereitung auf den Transport helfend einspringt.
Als nächste Stufe gibt es dann
noch Auslandstierschützer, die eigentlich wirklich nur
helfen möchten, aber dieses so grottenfalsch tun und mit so wenig Erfahrung und
Sachkenntnis, dass wir auch diese
leider in die Rubrik DIE BÖSEN stecken müssen, obwohl die Intention zu helfen
sicherlich hinter der Tiervermittlung steht. Hier hat man schlicht keine Ahnung
von Tierseuchen und Tierkrankheiten, von Hygiene- und Transportbestimmungen,
Impfungen und Einfuhrbestimmungen, keine Erfahrung mit den Risiken der
Vermittlungen... Man will helfen und meint, dass dies reicht. So werden hier
Tiere aus dem Ausland auf Teufel komm raus gerettet und nach Deutschland geholt,
ohne dass man in der Regel eine Ahnung von den Risiken für Mensch und Tier hat.
Ja, dies betrifft auch die Menschen, denn es gibt auch Krankheiten, die vom Tier
auf den Menschen und auch zurück übertragen werden können (Zoonosen).
Da man ja viel und oft helfen
will, werden hier Tiere ohne die erforderlichen gesundheitlichen Voraussetzungen
so schnell und so oft wie möglich geholt. Aber wie viele gescheite Plätze für
Tiere gibt es denn hier? Und damit man vielen Tieren "helfen" kann, werden die
Transporte voll gestopft und Transportbestimmungen zum Schutze der Tiere
missachtet. Meist handelt es sich um Privatleute, die die Tiere in ihren
Wohnungen halten, sie schnellstmöglich vermitteln in ein neues Zuhause, jedoch
auch dabei wichtige Kriterien der Vermittlung aus Dummheit, Unkenntnis oder
schlichter Ignoranz nicht beachten. Aufgrund mangelnder Sachkenntnis und
fehlender Informationen vermittelt man die falschen Rassen an die falschen Leute
und es kommt zu schwerwiegenden Folgen dadurch. Hunde entlaufen, beißen oder
werden nicht ihrem Charakter und ihrer Eignung oder genetischen Eigenschaften
nach vermittelt. Leid tragend sind dann immer die Tiere.
Tragisch ist auch, dass solche
Tierschützer aus Unkenntnis oft behinderte, verletzte oder kranke Tiere nach
Deutschland verbringen, die noch gar keinen Transport überstehen oder für die
der Tod eine Erlösung wäre. So haben wir schon mitleidige Geschichten und
Spendenaufrufe für Tiere gesehen, wo die Chance auf ein Überleben einer
Misshandlung gleich kam (Tiere, die mit Säure überschüttet worden waren oder bis
zur Unkenntlichkeit verbrannt waren, Tiere denen alle Pfoten abgehakt worden
waren... - sehr häufig versterben diese Tiere nach unendlicher Qual, lang
andauernden Schmerzen und unendlich qualvollem Transport - aber erst nachdem
reichlich Spenden für sie gesammelt wurden). Bitte hier kein Missverständnis
aufkommen lassen. Es gibt auch schwer misshandelte Tiere, denen geholfen werden
kann, doch die Entscheidung dafür obliegt einem gescheiten Tierarzt und nicht
unwissenden Laien. Immer wieder gern genommen werden auch Hunde, die Lähmungen
haben und einen Rollstuhl benötigen. Auch für einige solcher Hunde kann es Hilfe
in Deutschland geben, aber keineswegs für ALLE. Hängt der Hund hinten im
Rollstuhl und kann sich nur mit Hilfe der Vorderbeine fortbewegen, so sollte
doch vorher abgeklärt sein, ob die Vorderbeine nicht solche Vorschädigungen
haben, dass dies gar nicht geht. Und wenn man schon einen Hund nach Deutschland
holt, der einen Rollstuhl benötigt, dann darf man ihn auf gar keinen Fall
monatelang rum liegen lassen, weil man das Geld für den Rollstuhl oder nötige
Operationen nicht zusammen bringt und man nicht mal weiß, wo der Hund auf Dauer
bleiben kann und ob er dort die nötige Aufmerksamkeit und Versorgung bekommt.
Dafür sollte dann schon eine greifbare und zeitnahe Lösung parat liegen.
Vorkontrollen, Beratungen und
Nachkontrollen der neuen Besitzer entfallen bei solchen "Tierschützern" meist
oder werden von Leuten durchgeführt, die noch nie auch nur eine einzige Schulung
oder ein Praktikum besucht haben und NULL Sachkenntnis haben. Es gibt kein "back
up", d. h. diese Vereine nehmen die Tiere auch nicht zurück, wenn sich nach
kurzer Zeit herausstellt, dass der Hund in diesen Haushalt nicht passt. Sie
nehmen sie erst recht nicht zurück, wenn nach Jahren das Tier wegen Scheidung,
Trennung, Arbeitsstellenwechsel oder Allergien der Halter abgegeben werden muss.
Man hat halt keinen Platz dafür, denn das Wohnzimmer ist schon wieder voll mit
neuen "geretteten" Tieren. Das Ende vom Lied ist eine Odyssee der Tierhalter,
die versuchen andere SERIÖSE Tierschutzvereine zu finden, die die Tiere
aufnehmen oder die Tiere werden unkundig zig Mal weiter verkauft oder
weitergereicht vom einem zum Anderen. (Vor einiger Zeit haben wir so eine Hündin
angeboten bekommen. Wir ermittelten 16 !!!!!!!!!!!!!!!!!!! Vorbesitzer alleine
im letzten Jahr - sie war übrigens mindestens bei 2 davon misshandelt worden -
und die Hündin war 10 Jahre alt!!!)Verzweiflung bei Mensch und Tier ist die
Folge solcher unsachgemäßen Vermittlungen.
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Zuletzt möchten wir jetzt zu
den seriösen Auslandstierschützern
kommen, die es -Gott sei Dank- auch noch gibt. Diese überlegen zunächst genau
wie und wo sie helfen im Ausland. Sie prüfen die Effektivität ihrer
Hilfe und passen diese den jeweiligen Gegebenheiten an. Sie überzeugen sich von
der Seriösität ihrer Partner im Ausland und schauen sich auch vor Ort deren
Arbeit an. Sie halten regelmäßigen Kontakt zu ihren ausländischen Partnern und
sind über die Situation vor Ort im Ausland gut unterrichtet. Sie kennen die
dortigen Bedingungen der Tierhaltung, der Quarantänemöglichkeiten, der
tierärztlichen Arbeit vor Ort und vereinbaren genaue und seriöse Vorgehensweisen
für den Umgang mit den Tieren. Sie sorgen für eine gute tierärztliche Vorarbeit
und Quarantäne vor Ort, haben genaue Angaben über das Verhalten und die
Charaktere der Tiere vorliegen, kennen die baulichen Voraussetzungen des
Partnertierheims und überlegen vorrangig, wie man vor Ort im Ausland helfen
kann. Sie entwickeln Möglichkeiten der Hilfe zur Selbsthilfe, beraten die
ausländischen Partner und stehen in ständigem Austausch mit ihnen. Dann erst
entwickeln sie konkrete Pläne, was welchem Tierheim im Ausland helfen kann und
organisieren diese Hilfsmaßnahmen. Wir haben einige Hilfsmöglichkeiten unter der
Rubrik
Auslandstierschutz aufgeführt. Im Vordergrund steht dabei immer die
Hilfe vor Ort und in erster Linie die Kastrationen, denn nur diese führen auch
im Ausland zu einer Minderung des Tierleides. Anders kann man den Fluten von
Tieren nicht Herr werden. Übrigens seriöse Tierschützer beenden auch schon mal
eine Zusammenarbeit mit einem ausländischen Partner, nämlich dann, wenn sie
sehen, dass langfristig dort nichts zu ändern oder zu bewegen ist.
Es kann und darf nicht die
einzige Möglichkeit der Hilfe darin bestehen, dass Tiere nach Deutschland
verbracht werden. Zu viele wären es, die aus sämtlichen, rund an Deutschland
grenzenden Länder geholt werden müssten. Ein Ende wäre niemals abzusehen, denn
in fast allen umliegenden Ländern gibt es Tötungsstationen, die die Hilfe rasch
und dringlich machen. Tiere, die nicht binnen kürzester Zeit (meist 10-14 Tagen)
ein neues Zuhause finden, werden getötet. So unterstützen seriöse Tierschützer
die gute Vermittlungsarbeit auch im jeweiligen Land durch beratende Tätigkeit.
Auch im Ausland konnten auf diese Weise "Adoptionstage" und
"Tiervermittlungssendungen im Fernsehen" mit breiter Öffentlichkeitsansprache
eingeführt werden. Auch im Ausland konnten so Tierschützer gewonnen werden, die
in Schulen und auf Straßen auf Tierelend aufmerksam machen, gegen schlechte
Gesetze und Tiermisshandlungen demonstrieren, Tierhalter beraten und
Aufklärungsarbeit leisten. Nach und nach und in kleinen Schritten hat man so
auch im Ausland schon erhebliche Beratungstätigkeiten anbringen können, die den
Tieren im eigenen Land bessere Lebensbedingungen schaffen konnten.
Kettenhunde konnten von einem
Platz in Sonne oder eisiger Kälte umziehen in isolierte Hundehütten, Ketten
verschwanden und wurden getauscht gegen Gehege. Gesetzesänderungen konnten
eingeführt werden, die eine Kontrolle übler Tierhalter möglich machten. Polizei
und Justiz konnten überzeugt werden auch im Ausland gegen Misshandlungen
vorzugehen oder Tiere zu beschlagnahmen. Bis dahin sporadisch versorgte Hunde
erhielten nun regelmäßig Futter und Wasser. Jäger konnten überzeugt werden
ausgediente oder zur Jagd untaugliche Hunde in Tierheimen abzugeben, statt sie
zu misshandeln oder zu töten. Kontakte zu Tierhaltern kamen zustande, die es
einfach nicht besser wussten und nun dazu gelernt haben und ihre Tiere besser
halten. Bessere hygienische Bedingungen wurden geschaffen, Tierärzte wurden
aufgesucht und das sachgerechte Töten von Tieren wurde eingeführt. Ja, auch dies
gehört zu Tierschutzarbeit. Hier in Deutschland ist es selbstverständlich, dass
Tiere schmerzlos und schnell getötet werden, wenn eine Euthanasie erforderlich
ist. Im Ausland ist dies nicht der Fall. Dort ist es immer noch gang und gebe,
dass Tiere mit Stöcken oder Baseballschlägern erschlagen werden, mit quälenden
Giftspritzen langsam und unter großen Schmerzen dahin vegetieren und qualvoll
Sterben, ersäuft oder erhangen werden, angeschossen liegen gelassen werden,
bewusst mit dem Auto überfahren werden oder schlicht ohne Futter und Wasser
ausgesetzt werden, obwohl sie oft krank oder verletzt sind. Wir könnten die
Aufzählung der Quälereien endlos fortsetzen.
Leider ist es aber so, dass all
diese vernünftigen Maßnahmen nur an einer überschaubaren Zahl von Tieren
durchgeführt werden können. So muss man in der Regel zunächst den Tierbestand in
einem ausländischen Partnertierheim erst auf ein erträgliches Maß reduzieren, um
all diese sinnvollen Maßnahmen zum Schutz der Tiere überhaupt durchführen zu
können. Hier greift nun wieder die Möglichkeit der Verbringungen von Tieren nach
Deutschland. Doch Vorsicht, auch hier sollte man nicht wahllos Tiere
importieren. Es macht keinen Sinn die "so genannten gefährlichen Rassen" nach
Deutschland zu holen, denn Deutschland ist schon überflutet mit "so genannten
Kampfhunden", die in Tierheimen sitzen und ohne Chance auf eine bessere Zukunft
hoffen. Es macht keinen Sinn den zigsten Schäferhund nach Deutschland zu holen,
wo doch Deutschland das Zuchtgebiet der schwer vermittelbaren Schäferhunde ist
und selbst ständig für Nachschub im Bereich Tierschutz sorgt. Solange diese
Rassen hier in Deutschland keine Chance auf eine bessere Zukunft haben, so lange
sollte man diese Tiere auch nicht importieren. Obendrein gibt es für die
"gefährlichen Rassen" auch Importverbote. Kann man das Schicksal der Tiere nicht
verbessern, macht eine Verbringung in ein anderes Land keinen Sinn.
Natürlich ähnelt es
"Selektionstierschutz", wenn man Tiere nach Deutschland verbringt, die eine
Vermittlungschance hier haben. Aber Selektion macht auch Sinn, wenn man den
Tieren Elend ersparen möchte oder die Tatsache, dass sie vielleicht vom Regen in
die Traufe kommen. Selektieren bedeutet nichts anderes als auswählen und
natürlich sucht ein seriöser Tierschützer nur Tiere für die Verbringung nach
Deutschland aus, die hier auch eine Chance haben glücklicher zu werden als sie
das in ihrem Heimatort waren. So muss man gründlich überlegen, ob man einen
traumatisierten oder extrem ängstlichen Hund nach Deutschland holt, wo er dann
in kürzester Zeit entläuft und überfahren wird. Da macht es wohl eher Sinn
diesen Hund IM Ausland zu unterstützen durch eine Patenschaft und gleichzeitig
die ausländischen Tierschützer zu unterstützen den Hund erst einmal annähernd
vermittelbar zu machen. Gleichzeitig kann man dafür sorgen, dass die
Haltungsbedingungen im ausländischen Tierheim für den Hund erträglicher werden
und es ihm dort vielleicht sogar gefällt. Und dies ist meist gar nicht so
schwer, denn der Hund hat kaum positive Vergleichsmöglichkeiten und weiß nicht,
wie es ist ggf. in einem Bett bei liebenden Menschen zu schlafen, wenn er dies
nie kennen gelernt hat.
Gründlich überlegen sollte man
auch, ob man eine Rasse nach Deutschland holt, womit schon sämtliche deutschen
Tierheime voll sitzen und die hier kaum eine Chance auf Vermittlung haben. Eine
weitere Überlegung ist es wert keinen kranken Hund zu holen, für den hier
niemand für die Tierarztkosten aufkommen kann. Und natürlich sollte man auch nur
so viele Tiere nach Deutschland holen, wie man sie auch tierschutzgerecht
unterbringen und vermitteln kann. Tierschutzgerechte Vermittlung ist eine
Vermittlung an einen passenden Platz. Doch dazu benötigt man Zeit. Unter
Zeitdruck geht das gar nicht. Um diese Zeit zu gewinnen und das Tier gründlich
kennen zu lernen, macht ein seriöser Tierschützer keine Direktvermittlungen an
Menschen, denen das Tier "vom Foto im Internet so gut gefallen hat". Ein
seriöser Tierschützer holt die Tiere zunächst auf erfahrene Pflegestellen und
schult die Tiere dort zunächst so, dass sie mit dem Leben im neuen Land, in
einem Haus und bei Menschen zurecht kommen. Denn vieles kennen diese Tiere noch
nicht: Stubenreinheit, Treppen laufen, an der Leine gehen u.s.w.
Nach der Feststellung im
persönlichen Gespräch, ob die neue Pflegestelle oder das neue Zuhause passen
könnte, erfolgt selbstverständlich ein Hausbesuch, um die Lebensumstände und
Angaben der künftigen Tierhalter auch zu überprüfen und auf evt. Gefahren für
Mensch und Tier hinzuweisen. Es macht auch keinen Sinn diese "Vorkontrollen" an
wildfremde Tierschützer, die man nicht einschätzen kann, zu delegieren, denn nur
derjenige, der das Tier kennt, kann beurteilen, ob ein Platz passt. Verläuft
diese Prüfung positiv, so kann man dann daran denken das Tier zu vermitteln.
Doch auch diese Vermittlungen sind nicht für die Ewigkeit gut.
Lebensverhältnisse und vieles mehr können sich ändern, so dass der Platz
irgendwann nicht mehr passend für das Tier ist und das Tier besser umzieht.
Scheidungen, Allergien und berufliche, private, krankheitsbedingte und nervliche
Belastungen können verursachen, dass Tiere auch nach der Vermittlung irgendwann
schlecht gehalten werden oder ihr Zuhause verlieren. Diese Tiere lässt ein
seriöser Tierschützer nicht im Stich und sagt: "Sorry, sehen Sie selber, wie sie
mit dem Problem klar kommen - morgen bekommen wir die nächsten 50 Hunde und
können deshalb den Hund nicht zurücknehmen." Ein seriöser Tierschützer nimmt das
Tier so rasch wie möglich auf und vermittelt es in ein neues Zuhause oder hilft
bei der Vermittlung in geeignete Hände. Selbstverständlich sollte auch sein,
dass die Tiere unter Beachtung von allen gesetzlichen Vorschriften nach
Deutschland verbracht werden, denn diese dienen der Sicherheit von Mensch und
Tier. Wünschenswert ist natürlich eine Betreuung des Tieres auch nach der
Vermittlung, wenn es zu Schwierigkeiten kommt. Etliche Punkte könnten wir noch
aufzählen. Die Liste wäre ellenlang.
Wir möchten aber auch noch
gezielt auf das Wort "Welpenhandel"
eingehen. Mit Welpen hat ein seriöser Auslandtierschützer bei Transporten wenig
zu tun, denn er transportiert nur in absoluten Notfällen Welpen. Welpen nennt
man Hunde, die noch von der Mutter gesäugt werden. Unter Züchtern wird in
der Regel von Welpen gesprochen bis zu einem Alter von 16 Wochen. Danach lautet
die Bezeichnung Junghund. Säugende Welpen zu transportieren über eine Strecke
von Spanien nach Deutschland bedeutet ein Sicherheitsrisiko für Mutter und
Welpen, denn der Stress der Umstellung könnte zu gesundheitlichen Problemen
führen, wovon Milchflussprobleme bei der Mutter noch die Geringsten sind und
doch schon während eines Transportes zu Dehydrierung der Welpen führen können.
Auch haben die Welpen noch keinen ausreichenden Impfschutz und kein seriöser
Tierschützer gibt Welpen ab ("handelt mit ihnen") oder setzt sie einem erhöhten
Infektionsrisiko aus, bevor sie nicht gegen gefährliche Krankheiten geschützt
sind. Die gesetzlichen Vorschriften zur Einfuhr von Hunden aus dem Ausland OHNE
Mutter machen es zwingend notwendig, dass diese bei Einhaltung (Tollwutimpfung)
sowieso schon 4 Monate alt sind und dann sind sie Junghunde. Hat sich also was
mit Welpenhandel.
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Nun kommen wir zu der
Behauptung mancher Menschen, dass auch solche seriösen Tierschützer
Gewinne durch die
Einnahme von Schutzgebühren machen und daher Hundehändler wären. Gut, dann
rechnen wir doch einmal am Beispiel eines Hundes aus unserem Partnertierheim.
Dieser kostet die Tierschützer etwa:
5 Euro für Mittel zur
Entfernung von Parasiten wie Flöhe, Milben, Zecken MINIMAL,
5 Euro für die Entwurmung, die
allerdings oft mehrfach wiederholt werden muss, wenn die Tiere von der Straße
kommen
30 Euro für den Mikrochip,
40 Euro für die Impfungen mit
7-er- Impfstoff
10 Euro für die Tollwutimpfung
(natürlich ist dies nur so
vergleichbar günstig, weil inzwischen auch die Tierheime im Ausland
subventionierte Impfstoffe über die Gemeinde beziehen können)
3 Euro für den EU-Heimtierpass
10 Euro für die tierärztliche
Abschlussuntersuchung der dazu zugelassenen Veterinäre, ob das Tier frei von
ansteckenden Krankheiten und Seuchen ist und vom Gesundheitszustand her den
Transport antreten kann
90 - 120 Euro für die
Kastration (verstehen Sie jetzt, warum Hundehändler sich auf Welpen
spezialisieren?)
145 Euro für den Transport
(Leihwagen, Benzin, Maut) umgerechnet aufs Tier
40 Euro für einen
Mittelmeercheck des Blutes
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macht gesamt ca. 408 Euro
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!, wenn wir mal außer acht lassen, dass Tiere oft mit
Unfallfolgen oder Verletzungen ins ausländische Tierheim kommen und die armen
Viecher ja auch noch fressen müssen und von Personal versorgt werden müssen.
Dem stehen dann - WENN der Hund
erfolgreich vermittelt wird - 220 Euro Schutzgebühr entgegen !!!!!!!!!!!!
(Klar, dass wir diese
Ausgaben nur deshalb bewältigen können, weil Tierfreunde in Deutschland, aber
auch in Spanien diese Ausgaben mit ihren Spenden und Beiträgen auffangen
helfen!)
Toller Hundehandel :-(
Es gibt da ein schönes
Sprichwort zu Handel:
Und ist der Handel noch so klein, mehr
als Arbeit bringt er ein. Ach, ja ?!
(Nun, wenn wir in die
glücklichen Augen geretteter Tiere schauen, dann können wir da nur recht geben,
aber dies sind idelle Werte und kein Geld.)
Jetzt wird aber auch den
seriösen Auslandstierschützern immer mal wieder unterstellt, dass Sie Gewinne
machen, da sie ja die Tiere "gewinnbringend" veräußern würden gegen
Schutzgebühren. Darüber kann man wohl bei der obigen Aufstellung nur lachen.
In letzter Zeit bezeichnen mehr
und mehr Amtsveterinäre Auslandstierschützer sogar als Gewerbetreibende, die das
Gewerbe anzumelden hätten, wegen ihrer unglaublichen Einnahmen, die wir ja
gerade kennen gelernt haben. Ok, dann schauen wir uns doch mal einige
Definitionen von "Gewerbe"
an:
Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche
Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der
Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird.
"Gewerbe ist jede nicht
sozial unwertige, auf Gewinnerzielung gerichtete und auf Dauer angelegte
selbstständige Tätigkeit."
Jede planmäßige, in Absicht auf Gewinnerzielung
vorgenommene, auf Dauer angelegte selbstständige Tätigkeit, ausgenommen in der
Land- und Forstwirtschaft und in freien Berufen.
Liebe
Amtsveterinäre, das verstehen wir nicht...
... und auch
nicht, dass es doch klar ist, dass wir als gemeinnützig
anerkannter Verein gar keine Gewinne erzielen dürfen...
Von den
Amtsveterinären wird so argumentiert:
Sind
Tierschützer gewerbetreibende Händler, dann unterliegen sie
gewissen Vorschriften und benötigen ggf. eine Zulassung nach §
11 TschG. Dabei muss auch die Sachkunde nachgewiesen werden und
vieles mehr, was dazu dient, dass die Amtsveterinäre die
Verbreitung von Seuchen und Krankheiten verhindern können. Warum
aber verweigern dann die meisten Amtsveterinäre deutschen
Tierheimen oder tierheimähnlichen Einrichtungen die Aufnahme von
ausländischen Tieren? Tierheimleiter müssen sowieso die
Zulassung nach § 11 TschG haben, haben die Sachkunde längst
nachgewiesen und die meisten Tierheime verfügen über geeignete
Räumlichkeiten.
Dann wird rasch
das Argument vorgebracht: "Sie machen doch den armen
Tierheimtieren aus Deutschland nur Konkurrenz mit Ihren
Auslandstieren. Die kriegt man ja gar nicht mehr vermittelt,
wenn bessere Hunde aus dem Ausland kommen." "Nein", ist die
schlichte Antwort. Die nette Familie mit den beiden Kindern
würde nämlich sowieso nicht den bissigen, 10-jährigen
Schäferhund oder den bei Hundekämpfen eingesetzten Pitbull
adoptieren. Auch den 13-jährigen Dackel mit Dackellähme möchten
sie nicht haben... Stattdessen aber würde diese Familie mit
ihrem Bedürfnis nach einem bezahlbaren, netten Familienhund auch
nicht beim Züchter landen und für 1.200 Euro einen Hund kaufen,
SONDERN sie landet beim unseriösen Welpenhändler, die ja auch
Sie, liebe Amtsveterinäre, nicht unterstützen möchten, oder? Und
haben Sie mal bedacht was geschieht, wenn die Familie ohne Hund
aus dem Tierheim zurück kommt? Nun, sie geht zur Nachbarin und
zur Mutter der Klassenkameradin der Tochter und sagt: "Ihr wollt
auch einen Hund adoptieren? Na, ins Tierheim brauchst Du nicht
zu gehen. Die haben leider keine Hunde, die für Euch passen." So
dass diese gleich mit zum Welpenhändler geht...
Der BMT
(Bund Missbrauch der Tiere e. V.) kämpft darum, dass seriöse
Auslandstierschützer sich endlich nicht mehr auf diese Art zu
Händlern degradieren lassen müssen und versucht Rechtsklarheit
zu erreichen, damit nicht mehr alles in einen Topf geworfen wird
und gelegentlich sogar seriöse Tierschützer auf das Übelste in
der Presse beschimpft werden. Sie wehren sich dagegen, dass man
als engagierter Tierschützer mit kriminellen Hundehändlern in
einem Zug erwähnt wird.
Tierhilfe Licht im Dunkeln
e. V.